Die Gemeinde St. Barbara in Eving will ihr traditionsreiches Vereinshaus verkaufen

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Das Vereinshaus St. Barbara in Eving ist nicht nur ein Gemeindehaus – es ist eine Institution. Niemand kann sich mehr erinnern, dass hier je etwas anderes stand. Das könnte sich ändern.

Eving

, 22.01.2019, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die St. Barbara-Gemeinde hat sich zum Verkauf des Vereinsheimes, ihres Gemeindehauses, entschlossen. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, heißt es in einem Schreiben an die Gemeindemitglieder, aber man sieht keine andere Möglichkeit mehr: Das alte Haus muss dringend von Grund auf saniert werden. Unter anderem müssten alte Leitung neu gelegt werden und neue sanitäre Anlagen her. Das kostet viel Geld. Geld, das die Gemeinde nicht hat, auch weil es auch für dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen der Kirche gebraucht wird.

Haus ist für das Gemeindeleben nicht mehr geeignet

Aber es geht nicht nur ums Geld: Das Haus ist längst für das Gemeindeleben ungeeignet. Die Gemeinde wird – auch wenn es noch viele Kinder- und Jugendgruppen gibt – immer kleiner (derzeit noch etwa 2600 bis 2700 Gemeindemitglieder) – und älter.

Viele Senioren kommen die Treppe in die erste Etage nicht mehr hoch. Und selbst wenn man den Raum im Erdgeschoss nutzen würde, würde das nichts helfen, weil die Toiletten eine Etage höher sind.

Hier auf der Fläche neben dem Pfarrhaus soll möglicherweise ein Anbau entstehen und so Platz für ein neues Zuhause für das Gemeindeleben.

Hier auf der Fläche neben dem Pfarrhaus soll möglicherweise ein Anbau entstehen und so Platz für ein neues Zuhause für das Gemeindeleben. © Britta Linnhoff

Der Verkauf birgt für die katholische Gemeinde an der Friesenstraße aber auch eine große Chance. Der Plan: Es soll neues Gemeindezentrum entstehen. Das Pfarrhaus soll erweitert werden. Und dann genau auf die Bedürfnisse der Gemeinde passen. Ein Grund, sich zu freuen, bei aller Betrübnis über den bevorstehenden Abschied vom Gewohnten.

„Wenn wir nur verkaufen würden, und nichts Neues machen, dann würde das Gemeindeleben zusammenbrechen“, sagt Pfarrer Leon Watzek. Aber es „muss Leben vor Ort stattfinden“, betont Pfarrer Watzek: „Die Menschen müssen eine Perspektive haben“. Und dafür wollen sie auf jeden Fall sorgen.

Erste Gespäche mit dem Erzibistum Paderborn laufen

Inzwischen hat es erste Gespräche mit dem Erzbistum Paderborn gegeben. Das muss zustimmen. Die ersten Signale seien positiv, sagt Pfarrer Watzek. Vor einigen Wochen hat man dem Maklerbüro „Immobilien Schneider“ den Auftrag erteilt, das Haus auf dem Markt anzubieten. Die Resonanz ist groß: Über 30 potentielle Käufer hätten sich gemeldet, sagen Watzek, Edeltrud Roski, Vorsitzende es Pfarrgemeinderates und Monika Opdenwinkel vom Kirchenvorstand.

„Wenn wir einfach nur verkaufen und nichts Neues machen, würde das Gemeindeleben zusammenbrechen.“
Pfarrer Leon Watzek

Die Infraktur der Gemeinde wird sich weiter massiv verändern

Eile haben sie mit dem Verkauf nicht, das machen die Drei klar. Viel wichtiger ist es ihnen, dass übergangslos für die Gemeinde neue Räume zur Verfügung stehen: modern, ebenerdig. Abgesehen von diesen Veränderungen wird sich die Gemeinde weiter verändern: In absehbarer Zeit wird aus dem Pastoralverbund Eving-Brechten ein „Pastoraler Raum“ werden, wird die Gemeinde zusammenwachsen müssen mit den Gemeinden in Mengede, Bodelschwingh und Nette. „Unsere Infrastruktur wird sich deutlich verändern“, sagt Pfarrer Watzek.

Auch das will bedacht sein. Einen Zeitplan für diesen neuen Pastoralen Raum gebe es noch nicht. Alle drei, Pfarrer Watzek, Edeltrud Roski und Monika Opdenwinkel, hoffen, dass man in der Gemeinde Verständnis für ihre Entscheidung aufbringt: Eine Polarisierung helfe niemanden. Man versuche, das Beste zu erreichen und man sei überzeugt, „dass dies der richtige Schritt für eine gute Zukunft ist“.

Auch Mieter Sind betroffen

Auswirkungen hat ein möglicher Verkauf nicht nur auf die Gemeinde, sondern auch auf zahlreiche Vereine und Verbände, die die Gaststätte traditionell als Versammlungsort nutzen. Betroffen sind auch Mieter: Es gibt zwei Ladenlokale und zwei Wohnungen im oberen Geschoss.
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