Die grausame Krankheit

DORTMUND Hilfen für Angehörige und Kranke möchte der Dortmunder Demenz-Tag geben am Freitag (21. 9.) von 11 bis 16 Uhr im Marienhospital in Hombruch. Schließlich: Eine Demenzerkrankung verändert nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern auch den Alltag der gesamten Familie. Rund 7000 Dortmunder, so die Schätzungen, sollen an Demenz erkrankt sein.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 18.09.2007, 17:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Hände eines Altersverwirrten, am Schlüsselbund seine Adresse.

Die Hände eines Altersverwirrten, am Schlüsselbund seine Adresse.

„Jung und Alt gegen das Vergessen“ ist das Motto des Welt-Alzheimertages 2007. Seit 1994 finden weltweit am 21. September vielfältige Aktionen statt. Vor Ort lädt das Marienhospital an der Gablonzstraße 9 in Hombruch am Freitag zum „Dortmunder Demenz-Tag“ und informiert über eine Krankheit, die hilflos macht. Nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Pflegenden. „Die vertraute Umgebung ist wichtig für die Erkrankten. Sie sollten möglichst gut zu Hause versorgt werden. Das aber findet in der Regel auf den Schultern der weiblichen Familienmitglieder statt. Die Angehörigen müssen dabei unbedingt unterstützt werden. Die Pflege von Demenzkranken ist ein 24-Stunden-Job.“ Der das sagt, ist Chefarzt. Dr. Harald Krauß, der die Klinik für Psychiatrie am Marienhospital leitet. Er sieht neben den Betroffenen auch die Angehörigen, von denen, so Oberarzt Dr. Peter-Michael Wallenfels, die Hälfte starke Beruhigungsmittel oder Anti-Depressiva nehme. Chefarzt Krauß sagt auch: „Das Wichtigste für Menschen mit Demenz ist, dass die pflegenden Angehörigen an sich denken und es ihnen gut geht. Denn wenn diese sich überfordern und zusammenbrechen, ist das für die Betroffenen eine doppelte Katastrophe.“ Heide Römer bestätigt das sofort. Die erste Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft fühlte sich vor 20 Jahren völlig hilflos, als sie in ihrer eigenen Familie vor dem Thema stand. Aus der eigenen Betroffenheit heraus entstand 1989 in Dortmund bundesweit die erste Betreuungsgruppe für Alzheimer-Kranke und ein Jahr später die Alzheimer Gesellschaft Dortmund. Im Marienhospital ist sie am Freitag mit einem eigenen Stand vertreten und betreut auch demenzkranke Angehörige während des Infotages (11-16 Uhr). Das komplette Programm steht in der Mittwoch-Ausgabe der Ruhr Nachrichten.

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