Die großen Parteien schrumpfen, die kleinen wachsen

mlzParteien in Dortmund

Die allgemeine politische Stimmungslage spiegelt sich auch in Dortmund wider. Über mehr Mitglieder können sich nur die kleineren Parteien freuen.

Dortmund

, 23.01.2019, 12:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schwund bei den Großen, Aufschwung bei den Kleinen. So lässt sich die aktuelle Mitgliederentwicklung bei den Dortmunder Parteien kurz gefasst umschreiben.

Grund zur Zufriedenheit gibt es vor allem bei den Grünen, die einen neuen Mitgliederrekord verzeichnen. 370 Mitglieder sind es aktuell, 35 mehr als im Januar 2018. „Und ich habe noch mehrere Anmeldungen auf dem Tisch liegen“, berichtet Kreisgeschäftsführer Peter Köhler. Begonnen habe der Aufschwung 2017. Viele Neumitglieder gaben an, angesichts des zunehmenden Rechtspopulismus in Deutschland selbst aktiv werden zu wollen, erklärt Köhler. Die meisten Neumitglieder seien zwischen 18 und 35 Jahre alt.

Linke und FDP freuen sich über mehr Mitglieder

Fast die identische Tendenz vermeldet Christian Seyda für den Kreisverband der Partei Die Linke. Dort stieg die Mitgliederzahl im vergangenen Jahr von 328 auf aktuell 372. Hier seien es neben dem Rechtsruck auch soziale Themen, die die Neumitglieder bewegten.

Beim Kreisverband Dortmunder FDP zählt man aktuell 270 Mitglieder – 15 mehr als ein Jahr zuvor. Damit habe die FDP Dortmund wieder den Höchststand aus dem Jahr 2009 erreicht, freut sich der Kreisvorsitzende Michael Kauch. Anfang 2017 lag die FDP Dortmund noch bei etwa 200 Mitgliedern. „Wir haben also insbesondere im Zuge der Bundestagswahl 2017 erheblich Mitglieder gewonnen und verzeichnen weiter einen positiven Trend“, erklärt Kauch.

Der demografische Faktor wirkt

Ähnlich wie in Wahlumfragen müssen dagegen die großen Parteien Einbußen hinnehmen. Bei der Dortmunder SPD, die den stärksten Unterbezirk der Partei in Deutschland stellt, sank die Zahl der Mitglieder innerhalb eines Jahres von 6263 auf 6012, berichtet Unterbezirks-Geschäftsführerin Christa Becker-Lettow. Grund seien nicht so sehr Austritte aus der Partei, sondern vor allem die demografische Entwicklung. Die Mitglieder sterben weg und es kommen zu wenig neue nach.

Ähnliche Probleme gibt es bei der CDU. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Mitglieder des Dortmunder Kreisverbandes von 1680 auf 1640. „Die Tendenz moderat sinkender Mitgliederzahlen ist seit vielen Jahren gleich und hauptsächlich auf die demografische Zusammensetzung der Mitgliederschaft zurückzuführen“, erläutert der Kreis-Geschäftsführer Dorian Marius Vormweg. „Rechnete man die Todesfälle heraus, so halten sich Ein- und Austritte die Waage, zuletzt mit einer erkennbaren Tendenz zugunsten der Eintritte.“

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