Die Linke stellt eigenen Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl in Dortmund auf

Kommunalwahl

Die Linke in Dortmund geht mit einem eigenen Oberbürgermeister-Kandidaten bei der Kommunalwahl am 13. September ins Rennen. Er ist der Jüngste in der Bewerberriege um das höchste Amt der Stadt.

Dortmund

, 23.02.2020, 15:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Linke stellt eigenen Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl in Dortmund auf: Utz Kowalewski

Utz Kowalewski, Vorsitzender der Ratsfraktion „Die Linke & Piraten“ geht für Die Linke ins Rennen um die Oberbürgermeister-Wahl. © Klaus Hartmann

Die Mitgliederversammlung des Dortmunder Kreisverbandes der Partei Die Linke hat am Samstag (22 Februar) ihren Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 13. September aufgestellt. Mit großer Mehrheit wurde der Vorsitzende der Linksfraktion im Dortmunder Stadtrat, Utz Kowalewski, nominiert. Der gebürtige und in Scharnhorst aufgewachsene Dortmunder ist mit 49 Jahren aktuell der jüngste Bewerber unter den Kandidaten der demokratischen Parteien.

Utz Kowalewski engagiert sich bereits seit mehr als einem Jahrzehnt in der Dortmunder Kommunalpolitik. Seit 2010 steht er der Ratsfraktion vor und sitzt seit 2009 im Rat. Zuvor war er in den Jahren 2006 bis 2009 Sprecher der Partei Die Linke in Dortmund, deren Kreisverband er – anfangs noch als Kreissprecher der Vorgänger-Organisation WASG – maßgeblich in Dortmund mit aufgebaut hat. Die WASG gilt als linke Abspaltung von der SPD, die sich dann mit der ostdeutschen PDS zur heutigen Linken vereinigt hat.

Keine Gewissheiten mehr

Ganz ohne Chancen sieht sich Kowalewski als Linker nicht. „,Seien wir realistisch – versuchen wir das Unmögliche‘, so lautet ein historisches Zitat. Tatsächlich befindet sich das komplette politische Spektrum derzeit im Umbruch. Da gibt es keine Gewissheiten mehr. Chancen hat, wer die Wähler und Wählerinnen überzeugen kann“, sagt Kowalewski zu seinen Erfolgsaussichten.

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Die Linke sieht sich über weite Strecken der aktuellen Wahlperiode als Oppositionsführer im Dortmunder Rat und will dies mit der OB-Kandidatur unterstreichen. Er wolle den Wählern in Dortmund eine soziale Alternative zu den drei im Verwaltungsvorstand vertretenen Parteien SPD, CDU und Grüne bieten – sowohl bei der Oberbürgermeister-Wahl als auch bei der Wahl für den Rat, so Kowalewski.

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Sozialpolitik im Fokus

Im Fokus von Kowalewski stehen die Sozialpolitik sowie die Umwelt- und Klimapolitik. In Dortmund fehle bezahlbarer Wohnraum, die Obdachlosigkeit sei erschreckend hoch, jeder sechste Dortmunder sei auf Transferleistungen angewiesen, zählt Kowalewski auf: „Dortmund hat – nach Duisburg – die zweithöchste Armutsgefährdungsquote in Deutschland.“

Auch die Langzeitarbeitslosigkeit sei unverändert hoch. „Wir wollen Gemeindewohnungen bauen,und wir wollen die öffentliche Beschäftigung ausweiten und auch denjenigen Menschen eine Perspektive geben, die derzeit durch das Raster der Sozialsysteme fallen.“

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Auch bei den Klimazielen, die Dortmund bislang verfehlt habe, will der diplomierte Biologe schnell nachsteuern und erklärt selbstbewusst: „Bei diesem Thema – genauso wie beim Tier- und Artenschutz – macht mir unter den anderen Kandidaten für das OB-Amt keiner so schnell etwas vor – auch keine grüne Schuldezernentin.“

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