Erstmals haben DSW21, Polizei und Ordnungsamt gemeinsam die Maskenpflicht in Dortmunds ÖVPN bei einer Schwerpunktkontrolle überprüft. © DSW21
Meinung

Die Maskenpflicht muss bleiben – auch nach der Corona-Pandemie

Unser Autor plädiert dafür, die Maskenpflicht auch dann beizubehalten, wenn wir mit der Corona-Pandemie durch sind, so weit es eben geht. Allerdings ein bisschen anders.

Vielen Deutschen ist die Maskenpflicht ein Graus. Manche wittern hinter ihr gar einen Maulkorb, eine riesige Verschwörung. Das ist natürlich hanebüchener Quatsch, denn die Maske ist vor allem eins – und zwar effektiv gegen Infektionen. Deshalb sollte sie auch bleiben, wenn Corona unser Leben nicht mehr bestimmt – zumindest an manchen Orten.

Und zwar dort, wo viele Menschen in geschlossenen Räumen eng zusammenkommen oder potenziell eine Gefahr für die sogenannten vulnerablen Gruppen sind. Letzteres könnte natürlich potenziell überall der Fall sein. Verstehen Sie mich deshalb nicht falsch: Ich denke nicht an Konzerte oder an Diskotheken, in denen ein unbeschwertes Feiern mit Masken undenkbar wäre. Und hier entscheidet ja auch letztlich jeder selbst, ob er hingeht oder nicht. Für eine Impfpflicht für Großveranstaltungen habe ich ja unlängst bereits einmal in einem meiner Kommentare plädiert.

Vielmehr kommen mir Orte in den Sinn, in denen die Wahrscheinlichkeit hoch ist, älteren Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen zu begegnen. Und bei denen man nicht unbedingt die Wahl hat, ob man sie betritt oder nicht.

Denkt an eure Angehörigen in Krankenhäusern und Pflegeheimen

Besucht man die Mutter, die im Pflegeheim lebt oder den Opa, der mit einer gebrochenen Hüfte im Krankenhaus liegt, sollte man auch zukünftig eine Maske tragen – zumindest auf dem Weg zum Zimmer. Der Nutzen der Maske überwiegt an diesen Orten ganz eindeutig gegenüber den Einschränkungen durch diese. Das Risiko, Viren dorthinein zu tragen, würde minimiert.

Ein anderes Beispiel wäre der ÖPNV. Viele Menschen kommen zusammen. Und zahlreiche Menschen sind auf Busse und Bahnen angewiesen – haben also auch hier nicht wirklich die Wahl, ob sie sich in diese Menge begeben wollen. Weil sie schlicht kein Auto als Alternative haben.

Ein anderes Beispiel ist die Arztpraxis. Denn auch dies ist ein Ort mit vielen Menschen, zu dem man selten freiwillig hingeht. Und wenn, dann ist man meist krank. Und in vielen Fällen dann auch potenzieller Überträger. Andere (und bei FFP2 auch sich selbst) per Maske zu schützen, erscheint sinnvoll.

Denn die Infektionsschutz-Maßnahmen in der Corona-Pandemie haben natürlich nicht nur gegen das Coronavirus geholfen, sondern auch andere Infektionen verhindert.

Eine messbare Grippewelle blieb in Deutschland und in anderen europäischen Staaten in der Saison 2020/2021 aus. Die Arztbesuche wegen akuter Atemwegsinfektionen blieben unter dem Niveau der Vorjahre. Weltweit wird über eine ungewöhnlich niedrige Influenza-Aktivität berichtet, heißt es auf der Seite des Robert-Koch-Instituts. Diese Meldungen zeigen vor allem, dass wir unser bisheriges Hygieneverhalten überdenken sollten.

Wir sollten uns Menschen aus asiatischen Ländern zum Vorbild nehmen

Denn auch andere Infektionskrankheiten, mit denen wir schon länger leben, können durchaus gefährlich werden. In der besonders heftigen Grippewelle 2017/2018 sind viele Menschen auch in Deutschland gestorben.

Sind Menschen aus asiatischen Ländern von vielen Deutschen vor der Pandemie noch belächelt worden, weil sie ihren Mundschutz etwa in der Bahn trugen, sollten wir sie uns nach den Erfahrungen der vergangenen eineinhalb Jahre vielleicht eher zum Vorbild nehmen. Eine Maskenpflicht in der regional- oder U-Bahn, wäre nur ein kleines Übel, könnte aber eine Weitergabe des Influenza-Virus verhindern.

Dass in asiatischen Ländern Masken schon vorher getragen worden sind, ist auch aus den Erfahrungen der Sars-Epidemie erwachsen. Dort sind sie ein Zeichen der Rücksichtnahme. Es wäre schön, wenn diese Rücksichtnahme auch bei uns bliebe.

Über den Autor
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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Lukas Wittland

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