Die Moltkestraße ist mit ihrer Kirschblüten-Pracht wohl die schönste Straße der Stadt

Kirschblüte im Kaiserstraßeviertel

Der Frühling macht sich in der Molkestraße besonders früh und schön bemerkbar. Dort ist schon Kirschblütenzeit. Plötzlich wird die kleine Straße für zwei Wochen zur Prachtallee.

Kaiserstraßenviertel

, 22.03.2019, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
So schön blühen die Zierkirschen zurzeit in der Moltkestraße im Kaiserstraßenviertel.

So schön blühen die Zierkirschen zurzeit in der Moltkestraße im Kaiserstraßenviertel. © © Schaper

Ulrike Wohlfahrt genießt die Blütezeit der Zierkirschen in vollen Zügen: „Das ist so wunderschön hier“, schwärmt sie, „deswegen gehe ich auch so oft es geht hier entlang.“ Bereits im Februar habe sie die ersten Knospen wahrgenommen, seit zwei Tagen beobachtet sie die nun die volle Blüte in der Moltkestraße. Und nicht nur sie: Regelmäßig stoppen Anwohner des Kaiserstraßenviertels, stellen Einkaufstaschen ab, zücken dafür ihr Handy und halten die Farbenpracht im Bild fest.

„Kirschblütenfest“ im Kaiserstraßenviertel

Pünktlich zum Frühlingsbeginn also können die Anwohner ihr „Kirschblütenfest“ feiern - und nicht nur die: Franziska Mählmann kommt seit vier Jahren zu ihrem Arbeitsplatz im Viertel hierher. Und das macht ihr zurzeit besonders viel Spaß. „Von jetzt auf gleich bekomme ich gute Laune. Selbst wenn ich keine Lust auf die Arbeit hatte, ist der Anblick ein toller Ansporn.“

Ähnlich sieht es Carde Schönberger, die hier arbeitet, aber im Saarlandstraßenviertel lebt: „Herrlich, ich habe auch grade ein paar Fotos gemacht.“ Dabei ist der Anblick für sie eigentlich nichts wirklich Neues: „Ich wohne am Knappenberg, dort gibt es auch japanische Kirschen.“ Aber eben bei weitem nicht so viele.“

Ein Verdacht: Sind es doch Pflaumenbäume?

Die zwei Wochen, in denen die Blüte anhält, nutzen Jutta und Claus Zimmermann, um die Verbindungsstraße zwischen Kaiser- und Kronprinzenstraße auf- und ab zu spazieren. „Das machen wir schon seitdem wir hier wohnen“, so Jutta Zimmermann weiter. „Und das sind bereits 30 Jahre.“ Dass es sich bei den Bäumen um japanische Kirschen handelt, habe sie dagegen lange bezweifelt. „Ich dachte immer, das wären Pflaumenbäume.“

Nein, für die rosafarbene Blütenpracht sorgen tatsächlich Zierkirschen, die in diesem Jahr etwas früher blühen als üblich. „Der Winter war nicht besonders kalt, aber sehr feucht. Bei den warmen Temperaturen blüht jetzt alles sehr schnell. Und die Zierkirschen haben keine Frucht, daher ist auch Nachtfrost für sie nicht dramatisch“, sagt Hendrik Berndsen, Gartenbauingenieur vom Revierpark Wischlingen.

Ein Naturschauspiel für ein bis zwei Wochen

Üblicherweise blühen Zierkirschen so ab April. „Das verschiebt sich immer mal um zwei bis drei Wochen. Die Blüte Ende März ist nicht so ungewöhnlich“, sagt Berndsen. Der Experte weiß auch, dass das Naturschauspiel in ein bis zwei Wochen wieder vorbei ist. Berndsen rät dazu, die schöne Kirschblüte in der Moltkestraße oder auch im Romberg- oder Fredenbaumpark nach dem dunklen Winterwetter jetzt einfach zu genießen. „Mich begeistert das“, sagt er, „und man sollte das jetzt auskosten. Der April kann noch Wetter-Überraschungen bringen.“

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