Die Polizei berät wie man am besten handelt

Einbrechern Riegel vorschieben

„Die Leute kommen meist erst, wenn bei ihnen eingebrochen wurde“ – sagt Detlef Burkhardt. Der 58-jährige Kriminalhauptkommissar weiß auch, wie man das verhindert.

DORTMUND

von Von Gaby Kolle

, 14.11.2012, 16:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Einbrecher haben nie viel Zeit, deshalb muss man es ihnen so schwer wie möglich machen.

Einbrecher haben nie viel Zeit, deshalb muss man es ihnen so schwer wie möglich machen.

In vier von fünf Fällen, bei denen die Polizei berät, wie man seine eigenen vier Wände gegen Einbrecher sichert, ist das Kind schon einmal in den Brunnen gefallen. Neben konzertierten Aktionen wie am Dienstag im Rahmen der Groß-Razzia gegen reisende Einbrecherbanden leistet die Polizei Aufklärungsarbeit in Sachen Sicherheitstechnik, die sich auch nachrüsten lässt.

 Zahlen untermauern, wie Not es tut, Einbrechern einen Riegel vorzuschieben. Denn die Fallzahlen steigen, die Aufklärungsquote sinkt. Im Jahr 2011 wurden in Dortmund 2695 Einbrüche gemeldet, ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aufgeklärt werden aktuell aber nur 7,6 Prozent.  Einbrecher kommen in der Regel nicht nachts, sondern tagsüber, wenn üblicherweise niemand zu Hause ist. „Eingebrochen wird meist zwischen 10 und 12 Uhr sowie zwischen 16 und 22 Uhr“, sagt Burkhardt. 66 Prozent der Einbrüche fallen allerdings in die dunkle Jahreszeit.

 Drei von vier Einbrüchen erfolgen in Mehrfamilienhäusern, „vor allem dort, wo eine hohe Anonymität herrscht, man seine Nachbarn nicht kennt“, sagt der Kripomann. Nur jeder vierte Einbrecher sucht Einfamilienhäuser heim. Dort versuchen 13 Prozent die Eingangstür aufzuhebeln, der Rest geht durch Nebentüren, Kellerschächte aber vor allem durch die Fenster. Bei Mehrfamilienhäusern kommen dagegen die meisten Täter durch die Wohnungstür, die oft nur aus „Pappe, Luft, Pappe, Lack“ bestehe, sagt Burkhardt, „mit Sicherheit hat das nichts zu tun.“ Auch ein normales Fenster stellt für einen Einbrecher kein Hindernis dar. „Ein Einbrecher braucht dafür drei bis fünf Minuten.“ Verstärken Sicherheitsverriegelungen, Stangenschlösser und Bändersicherungen die Fenster, die so dem Einbrecher und seinem Werkzeug 15 Minuten Widerstand leisten, geben die Täter meist auf.

So werden in rund 40 Prozent der Fälle Wohnungseinbrüche verhindert. Jeder fünfte Einbruch erfolgt über gekippte Fenster. „Nur“ zehn Prozent der Täter schlagen die Scheibe ein. Doch die Tendenz steigt. Dagegen gibt’s einbruchshemmende Verglasung.  

Beratung: Kriminalhauptkommissar Detlef Burkhardt vom Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz berät individuell und kostenlos zum persönlichen Wohnumfeld. Das Kommissariat ist zu erreichen unter Telefon 132-7951 bis -7953.
 

Alarmanlagen, so Detlef Burkhardt, sind in den Augen der Polizei nur die zweitbeste Lösung. „Die gehen immer erst los, wenn schon etwas passiert ist.“   

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