Die singende Stadt

Dortmund, Stadt der Musik - so möchte die Stadt im Jahr der europäischen Kulturhauptstadt für sich werben. Ein Mann, der diesem Motto Profil verleihen soll, ist auch schon gefunden: Torsten Mosgraber.

28.01.2008, 18:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wenn alles nach den Vorstellungen von Kulturdezernent Jörg Stüdemann läuft, wird der Musikwissenschaftler künstlerischer Leiter des neuen Festivals "klangvokal", das im Mai 2009 Premiere haben soll. In diesem Frühjahr, so Stüdemann, wird der Rat der Stadt über die Personalie beschließen. Das Konzept für "klangvokal" wurde im vergangenen Sommer von den Ratsvertretern beschlossen.

Demnach wird das "Festival der tausend Stimmen" vom 29. Mai bis 14. Juni alle Vokal-Sparten vereinen und damit ein einzigartiges Angebot machen: Kein anderes der etwa 30 Vokal-Festivals zeige das breite Spektrum der Sangeskunst von Kirchenchören über Opern- und Jazzgesang bis zu Rock, Pop und Hip Hop und binde dabei Amateurmusiker ebenso ein wie internationale Profis, so das Konzept.

Etwa 15 Veranstaltungen in den Konzertsälen der Stadt sowie open air sind im ersten Jahr geplant, unter anderem soll es einen großen Auftritt mit möglichst vielen Chören in der City geben. Bespielt werden sollen Kirchen und Konzerthaus, Oper und Orchesterzentrum, Westfalenhalle und domicil und das Harenberg City Center. Geschätzte 40 000 Besucher aller Altersklassen könnte das Festival nach den Vorstellungen der Stadt anlocken. Bestehendes wie das A-cappella-Festival an Pfingsten soll integriert werden.

Den Mann, der "Klangvokal" aus der Taufe heben soll, kennt Stüdemann noch aus Dresdener Zeiten: Torsten Mosgraber war Intendant der Dresdner Musikfestspiele, später arbeitete er als künstlerischer Betriebsdirektor des Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel und dann als künstlerischer Geschäftsführer des Deutschen Musikrates. Zuletzt leitete Mosgraber kommissarisch die Oper am Theater St. Gallen. Die Dortmunder Musikszene kennt der 42-Jährige zumindest theoretisch: Das Konzept zum "Klangvokal"-Festival hat er im Auftrag Stüdemanns verfasst.

"Wir hätten großes Schwein, wenn wir diesen Mann gewinnen könnten", sagt Stüdemann, "mit ihm und dem künftigen Generalmusikdirektor Jac van Steen hätten wir zwei Leute in der Stadt, die beste Kontakte zu jungen Sängern der internationalen Spitzenklasse haben." pin

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