Die „SMS Scharnhorst“ ist vor den Falklandinseln gefunden worden

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Ein Schiff, das den Namen eines Dortmunder Stadtbezirks trägt, riss bei seinem Untergang 1914 Hunderte Menschen in den Tod. Damals ging noch ein weiteres Schiff mit Scharnhorst-Bezug unter.

von Denis Düttmann, dpa

Scharnhorst

, 11.12.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Britische Forscher haben eigenen Angaben zufolge den im Ersten Weltkrieg versenkten Panzerkreuzer „SMS Scharnhorst“ im Südatlantik entdeckt. Das Wrack des deutschen Kriegsschiffes sei vor den Falklandinseln geortet worden, teilte der Falklands Maritime Heritage Trust jetzt mit. Mit Unterwasserrobotern sei das Flaggschiff der Ostasienstaffel der Kaiserlichen Marine 98 Seemeilen südöstlich von Stanley in einer Tiefe von 1610 Metern gefunden worden. Der Name „Scharnhorst“ geht auf den preußischen Generalleutnant und Heeresreformer Gerhard Johann David Scharnhorst zurück (1755 bis 1813).

Fund gelang mit einem Unterwasserroboter

„Der Moment der Entdeckung war außergewöhnlich. Wir jagen oft Schatten auf dem Meeresboden, aber als die ‚Scharnhorst‘ zum ersten Mal auftauchte, gab es keinen Zweifel daran, dass es sich um eines der deutschen Schiffe handelte“, sagte der Expeditionsleiter Mensun Bound.

So sah der Panzerkreuzer „SMS Scharnhorst“ im intakten Zustand aus.

So sah der Panzerkreuzer „SMS Scharnhorst“ im intakten Zustand aus. © picture alliance/dpa

„Wir schickten einen Unterwasserroboter zur Erkundung hinunter und waren fast sofort in einem Trümmerfeld des Krieges. Plötzlich tauchte sie aus der Dunkelheit auf, mit großen Kanonen, die in alle Richtungen zeigten.“

Die „SMS Scharnhorst“ war am 8. Dezember 1914 zu Beginn des 1. Weltkriegs von der britischen Marine versenkt worden. Insgesamt kamen bei den Gefechten, bei denen noch weitere deutsche Kriegsschiffe zerstört wurden, rund 2200 Soldaten ums Leben. Auch der Kommandant des Geschwaders, Admiral Maximilian Graf von Spee, und seine zwei Söhne wurden bei der Schlacht getötet.

Die Entdeckung ist für die Nachfahren „bittersüß“

„Als eine der vielen Familien, die von den schweren Verlusten am 8. Dezember 1914 in der Schlacht vor den Falklandinseln betroffen waren, ist die Entdeckung der ‚SMS Scharnhorst’ für uns bittersüß“, sagte der Nachfahre des Admirals, Wilhelm Graf von Spee. „Wir trösten uns mit dem Wissen, dass die letzte Ruhestätte von so vielen gefunden wurde und jetzt erhalten werden kann, während wir gleichzeitig an den unsagbaren Verlust von Menschenleben erinnert werden.“

Stapellauf am 22. März 1906

Die Scharnhorst wurde als zweites Schiff einer neuen Klasse von Großen Kreuzern im Jahre 1905 bei der Werft Blohm & Voss in Hamburg auf Kiel gelegt. Ihr Stapellauf war am 22. März 1906 und ihre Indienststellung fand am 24. Oktober 1907 statt. Am 1. Mai 1908 trat sie, die Yorck ablösend, ihren Dienst als Flaggschiff des Befehlshabers der Aufklärungsstreitkräfte der Hochseeflotte an. Bis zum 11. März 1909 übte sie diese Funktion aus.

Bei der Seeschlacht am 14. Dezember 1914 ging auch ein weiteres Schiff mit namentlichem Bezug zum heutigen Dortmunder Stadtbezirk Scharnhorst unter: die Gneisenau. (angereichert mit Material des Online-Lexikons Wikipedia)

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