Die Stadt Dortmund soll endlich den bedeutenden Maler Conrad von Soest würdigen

mlzNeuer Straßenname

Nach Conrad von Soest sind in anderen Städten Straßen und eine Schule benannt. In seiner Heimatstadt Dortmund aber gibt es keinen Ort, der den bedeutenden Maler des Mittelalters würdigt.

Mitte

, 19.03.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Conrad von Soest gehört zu den wichtigsten europäischen Malern des beginnenden 15. Jahrhunderts. Er lebte von etwa 1370 bis 1422 in Dortmund. Sein um 1420 entstandener Marienaltar gilt als Meisterwerk der Spätgotik und des Höfischen Stils. Das Altarretabel steht im Chorraum der Marienkirche. Es zählt zu den wichtigsten sakralen Kunstschätzen in Dortmund. Ein weiteres Hauptwerk ist der Flügelaltar in der Bad Wildunger Stadtkirche. Dort wurde eine Straße nach dem Maler benannt, ebenso in Werl; in Soest trägt ein Gymnasium seinen Namen.

Besondere Bedeutung soll gewürdigt werden

Nun soll auch Dortmund seinen berühmten Sohn angemessen würdigen. Das sehen auch die Mitglieder der Bezirksvertretung (BV) Innenstadt-West so und befürworteten diesen Vorschlag aus der Bürgerschaft. Darin heißt es: „Angesichts der besonderen Bedeutung dieses Dortmunder Künstlers verwundert es, dass er in seiner Heimatstadt noch nicht auf diese Weise gewürdigt worden ist.“ Es lohne sich, „daran zu erinnern, dass Dortmund eine der reichsten Hansestädte war, in der hervorragende Künstler wirkten“.

Die obligatorische Unbedenklichkeitsprüfung durch das Stadtarchiv hat der Hauptmeister der westfälischen Tafelmalerei bereits überstanden. Es muss nur noch ein geeigneter Platz oder eine Straße gefunden werden. Conrad von Soest, der sein ganzes Leben in Dortmund verbrachte, wohnte am Ostenhellweg, später in der Wißstraße.

An der Marienkirche könnte ein Platz nach Conrad von Soest benannt werden.

An der Marienkirche könnte ein Platz nach Conrad von Soest benannt werden. © (A) Dieter Menne

„Im Grunde brauchen wir eine Straße, die zurzeit namenlos ist“, sagte Astrid Cramer (Bündnis90/Die Grünen) in der BV-Sitzung. Ein Teilstück einer Straße am U, wo sich das am ehesten anbieten würde, befanden die Mitglieder als ungeeignet. „Wir würden gern einen Platz vorschlagen, der Conrad von Soest angemessen würdigt“, meinte Gesche Creon-Tigges (CDU).

Vorplatz an der Marienkirche wäre ideal

Dafür käme beispielsweise der Vorplatz der Marienkirche in Frage, schlug Anne Eberele von den Linken vor. Das wäre eine einfache Lösung, weil der Platz der Kirche gehöre. Friedrich Fuß (Bündnis 90/Grüne), stellvertretender Bezirksbürgermeister, brachte eine neue Straße an einem Baugrundstück an der Wittekindstraße ins Gespräch. Die BV einigte sich darauf, in der nächsten Sitzung eine Anfrage an die Kirche zu formulieren, eine Fläche zur Verfügung zu stellen, die nach dem großen Maler ihres berühmten Altars benannt werden kann.

Ingo Maxeiner, Gemeindepfarrer in St. Marien, ist von der Idee angetan. „Wir würden eine solche Würdigung sehr begrüßen“, sagt er. Die konkrete Umsetzung müsse natürlich erst geprüft und in den kirchlichen Gremien besprochen werden, wenn sie ein Grundstück der Gemeinde betrifft.

Lesen Sie jetzt