Die Stimme der Muslime

DORTMUND Was für die großen christlichen Kirchen und auch die jüdische Kultusgemeinde selbstverständlich ist, gilt nun auch für die muslimischen Gemeinden in Dortmund: Sie sprechen mit einer Stimme. In Form des Rats der muslimischen Gemeinden in Dortmund.

von Von Oliver Volmerich

, 10.09.2007, 20:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der städtische Integrationsbeauftragte Wilhelm Steitz (2.v.l.) mit den Vertretern muslimischen Gemeinden (v.l.) Cengiz Tekin, Adem Sönmez, Memduh Pür, Fatma Karaca-Tekdemir, Kadir Ünlü, Ahmad Aweimer und Ogün Arpaci.

Der städtische Integrationsbeauftragte Wilhelm Steitz (2.v.l.) mit den Vertretern muslimischen Gemeinden (v.l.) Cengiz Tekin, Adem Sönmez, Memduh Pür, Fatma Karaca-Tekdemir, Kadir Ünlü, Ahmad Aweimer und Ogün Arpaci.

Die Initiative zur Gründung ging ursprünglich von der Stadt aus, die im April vergangenen Jahres die Vertreter aus 40 muslimischen Moschee-Vereinen ins Rathaus einlud. Jetzt gibt es ein zwölfköpfiges Gremium als Ansprechpartner. „Und wir wollen alle muslimischen Gemeinden und Moscheevereine mit ins Boot nehmen“, unterstreicht Ahmad Aweiner (Foto) den Anspruch des Rates. Der 53-jährige Araber ist der erste Sprecher des Gremiums, der turnusgemäß immer zum Jahresbeginn im Rotationsprinzip wechseln soll.

Das Ziel ist die Interessen der Gemeinden vertreten, etwa wenn es um islamischen Religionsunterricht an Schulen oder etwa geplante Moschee- und Minarett-Bauten geht – aber auch die islamischen Gemeinden untereinander stärken in Kontakt zu bringen, zu öffnen und zu mehr gesellschaftlichem Engagement zu bewegen, wie Aweimer unterstreicht. Der Rat könne dazu beitragen, die muslimischen Gemeinden aus dem Dunklen und Fremden herauszuholen, hofft auch der städtische Integrationsbeauftragte Wilhelm Steitz.

Dabei ist den Vertretern des Rates bewusst, dass den Muslimen auch in Dortmund nach den jüngsten Schlagzeilen über islamischen Terrorismus neue Vorbehalte entgegengebracht werden. Ein Grund für Aweimer, einmal mehr die Friedensbotschaft des Islam zu betonen. „Wir wollen nicht, dass eine friedliche Religion in Misskredit gebracht wird“, bezieht er klar Stellung gegen den Terrorismus. Und er versichert, dass man in Dortmund keine extremistischen Auswüchse kenne. „Und wenn, würden wir ihnen entschieden entgegentreten.“

Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Fußball-Europameisterschaft
8 kuriose EM-Fanartikel - hier gibt es die Ausstattung für den Fußballsommer in Dortmund