35.000 Besucher kamen in den Anfangsjahren pro Tag in die Thier-Galerie. In den letzten Jahren wurden es weniger. Für die Zukunft wird sie sich verändern müssen. © Stephan Schütze
Meinung

Die Thier-Galerie erlebt eine harte Zeit und das ist gut so

Nach 10 Jahren herrscht in der Thier-Galerie nicht mehr die Euphorie der ersten Jahre. Das hat nicht nur mit der Pandemie zu tun. Es braucht Wandlungsfähigkeit, meint unser Autor.

Zu ihrem 10. Geburtstag hat die Thier-Galerie gerade die hoffentlich schlimmsten Auswirkungen der Corona-Pandemie hinter sich. Dass der Geburtstag nicht gefeiert wird, hat damit zu tun, dass man ihn wegen der Pandemie lange nicht planen konnte. Vielleicht kam das allerdings auch ganz gelegen und man holt die Geburtstagssause lieber nach, wenn es weniger Leerstände gibt.

Corona hat der Thier-Galerie zugesetzt und in einer Phase erwischt, in der die Besucherzahlen ohnehin leicht rückläufig waren. Aufgrund von Insolvenzen und der Nicht-Verlängerung einiger 10-Jahres-Verträge der Erstmieter von 2010 offenbart das Einkaufszentrum derzeit einige Lücken.

Das ist auch gar nicht zu kritisieren. Nach zehn Jahren sind Wechsel in der Mieterstruktur durchaus normal. Und dass sich die Einzelhandelslandschaft nach der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit verändert, verwundert auch nicht.

Thier-Galerie ist ein Spiegelbild der City

Seitens der Eigentümergesellschaft ECE, die bundesweit etliche Shoppingcenter betreibt, kündigt man aber schon baldige Neueröffnungen an. Nur: Wird die Thier-Galerie dann wieder so boomen, wie in den ersten Jahren nach der Eröffnung? Im besten Fall, so ist anzunehmen, dürften sich mittelfristig wieder 32.500 Besucher pro Tag erzielen lassen. Das ist die Zahl, die zuletzt 2016 erreicht wurde. In den ersten Jahren waren es 35.000 Besucher am Tag.

Um ihre Strahlkraft zu halten, wird sich die Thier-Galerie angesichts der Veränderungen im Handel in den nächsten 10 Jahren wohl deutlich wandeln müssen. Es zeigt sich schon jetzt, dass vor allem große Ladenlokale immer schwieriger mit Handel zu besetzen sind.

Als Spiegelbild der City, die auch kein reiner Handelsstandort mehr bleiben wird, wird auch die Thier-Galerie also auf absatzwirtschaftliche Änderungen – Stichwort: Online-Handel – reagieren müssen.

Thier-Galerie mit Kneipen, Bars, Sport und Galerien

Es spricht aber auch nichts dagegen, schicke Kneipen, Bars oder Restaurants einzurichten. „Mixed use“, also eine gemischte Nutzung, ist angezeigt. Auch Entertainment, Sportangebote oder Galerien dürften sich ansiedeln lassen.

Man muss nur nach Essen gucken, wo mittlerweile im Einkaufszentrum Limbecker Platz mit der E-Sports Arcade den Spielbegeisterten ein Platz gegeben wird. Gleichzeitig wird dieses Unterhaltungsangebot verschränkt mit stationärem Einzelhandel. Es gibt in dem Shopping-Center auch ein Geschäft, in dem die Gamer all ihre Hardware, die sie benötigen, kaufen können.

In den nächsten 10 Jahren steht der Thier-Galerie also eine spannende Metamorphose bevor. Im besten Falle wird sie zu einem noch viel interessanteren, urbanen Freizeit- und Erlebnisort.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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Peter Wulle

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