Hamstern auf dem Friedhof? Diebe stehlen frisch gepflanzte Blumen

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Eine Dortmunderin ist entsetzt: Auf dem Grab ihrer Eltern fehlen 15 frisch gepflanzte Stiefmütterchen. Und auch auf den Nachbar-Gräbern haben Diebe gewütet.

Huckarde

, 25.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst am Montag (16.3.) hatte eine Dortmunderin, die ihren Namen nicht öffentlich nennen möchte, 15 Stiefmütterchen auf der Grabstelle ihrer Eltern gepflanzt. „Ich hatte sie an dem Tag gekauft und wollte direkt alles schön machen“, erzählt sie.

Nur eine Woche später ist von der Schönheit jedoch nichts mehr übrig. Das Grab auf dem Friedhof an der Urbanusstraße in Huckarde ist von bislang unbekannten Tätern verwüstet worden. „Sie haben einfach alle Blumen herausgerissen und mitgenommen“, erzählt die Dortmunderin.

Auch einige andere Gräber, vor allem Urnengräber in der näheren Umgebung seien betroffen gewesen. Ob es noch mehr Blumen-Diebstähle auf dem Rest des Friedhof gegeben habe, das könne sie nicht sagen, so die Frau. Sie sei zu geschockt gewesen, um sich weiter umzusehen.

Menschen sollten eigentlich Zuhause bleiben

In Zeiten des Coronavirus, in denen die Menschen eigentlich Zuhause bleiben sollten, sei so etwas unglaublich. „Und ich konnte die Friedhofsverwaltung nicht erreichen, um das zu melden oder Hilfe zu holen“, sagt sie.

Zuständig für den Friedhof an der Urbanusstraße ist die Friedhofsverwaltung auf dem Friedhof Wischlingen, so Stadt-Pressesprecher Christian Schön auf Anfrage. Sie sei in der Regel unter Tel. (0231) 17 44 77 erreichbar, auch während der Corona-Krise.

Bisher sei keiner der Diebstähle gemeldet worden. Geschützt sei jedoch kein Friedhof vor derartigen Vorfällen. „Friedhöfe sind frei zugängliche öffentliche Räume und daher nur bedingt zu schützen“, erklärt Stadt-Pressesprecher Christian Schön. Die Aufklärung sei zudem schwierig, weil die Friedhofsverwaltung oft nicht nachvollziehen könne, was genau tatsächlich passiert sei.

„Das Spektrum möglicher Ursachen für Beeinträchtigungen von Grabgestaltungen

reicht von Beschädigungen durch Tiere, beispielsweise hungrige Kaninchen, über Diebstahl bis hin zu vorsätzlichem Vandalismus“, sagt Christian Schön.

Angst, neue Blumen zu pflanzen

Dass sich Diebstähle derzeit aus Langeweile der Täter häufen, könne man nicht sagen. „Vorfälle gibt es immer wieder mal“, sagt Christian Schön. Das Coronavirus und die damit verbundenen Einschränkungen tragen nicht unbedingt zu einer Häufung oder Vermehrung bei.

Die betroffene Dortmunderin hat nach dem ersten Schock neue Stiefmütterchen gekauft, die sie in den kommenden Tagen einpflanzen möchte. „Ich lagere sie aber erst einmal bei mir zuhause, weil man ja jetzt darüber nachdenkt, ob es nochmal passiert“, sagt sie. Die Angst, dass die Blumen erneut verschwinden, sei groß.

Dennoch wolle sie das Grab keinesfalls so lassen, wie es derzeit aussehe.

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