Diebstahl-Serie im Dortmunder Süden: Was hilft gegen E-Bike-Klau?

mlzTipps der Polizei

Rund 30 E-Bikes und andere teure Räder wurden innerhalb einer Woche aus Garagen im Dortmunder Süden gestohlen. Viele Garagen sind offenbar nicht sicher. Wie lassen sich teure Räder schützen?

Aplerbeck, Sölderholz, Holzen, Höchsten

, 06.08.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fahrraddiebe im Dortmunder Süden haben eine kleine Pause eingelegt: Seit dem 21. Juli sind laut Polizei Dortmund keine neuen Fälle hinzugekommen. In den vier Wochen zuvor allerdings wurden knapp 30 Fälle bekannt, bei denen Diebe zwischen der Stadtgrenze Witten und Sölderholz hochwertige Fahrräder und E-Bikes geklaut haben. Die nächste Serie kann jederzeit beginnen.

Die Täter kamen oft in der späten Nacht oder in den frühen Morgenstunden, und das einige Male mit dem Fahrrad - allerdings deutlich minderwertige Exemplare, die dann am Tatort zurückblieben. Der Schaden beläuft sich laut Polizei auf rund 45.000 Euro, das teuerste Rad kostete 5000 Euro.

Diese außergewöhnliche Diebstahlserie zeigt, dass Garagen nicht unbedingt sichere Aufbewahrungsorte für die hochwertigen Fahrzeuge sind. Doch was können die Besitzer tun, um es den Dieben schwer zu machen?

Markus Schettke, sicherheitstechnischer Berater aus dem Kommissariat für Vorbeugung der Polizei, hat auf Anfrage einige Tipps zusammengestellt.

1. Garage verriegeln

Elektrische Garagentore sind normalerweise gut gesichert. Nachgerüstete Tore aber verriegeln nicht automatisch, sie müssen von Hand abgeschlossen werden, was viele nicht wissen. „Die Täter suchen gezielt nach solchen Schwachstellen“, sagt Markus Schettke. Fahrradgaragen oder -boxen sollten gut fixiert sein.

Spezielle Fahrradboxen bieten Schutz, wenn sie sicher verankert und abgeschlossen sind.

Spezielle Fahrradboxen bieten Schutz, wenn sie sicher verankert und abgeschlossen sind. © dpa

2. Fahrrad sichern

Ist das Tor nicht sicher zu verriegeln, muss das Rad in der Garage gesichert werden, am besten mit einem Stahlseil zwischen einem Maueranker und dem Rahmen. Bei einer Fertiggarage sind dafür vier Fixpunkte in der Wand nötig, weil die Verankerung sonst zu schnell ausreißt. Ein zweites Schloss an der Felge kann nicht schaden, ebenso das Herausnehmen des Akkus.

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Beim Schloss-Kauf sollte man Testberichten vertrauen, empfehlenswert sind hochwertige Zollstock- und Bügelschlösser. Ein GPS-System als Diebstahlschutz ist sinnvoll und lässt sich auch nachrüsten. Es sollte an einem tragenden Teil angebracht sein.

Ein zusätzlicher Tipp: Individuell gestaltete Fahrräder, die zum Beispiel umlackiert oder mit Tape versehen sind, werden seltener gestohlen. „Die lassen sich nicht verkaufen.“

3. Fahrrad-Pass nutzen

Ein Fahrrad-Pass erleichtert die Fahndung und ermöglicht die Zuordnung, falls gestohlene Räder auftauchen. Es gibt den Pass kostenlos als App fürs Handy. Dort werden Daten und Merkmale des Rads sowie Fotos eingetragen und sind jederzeit verfügbar.

Bei hochwertigen Rädern sollte auch die Versicherung geprüft und eventuell nachgebessert werden.

Sinnvoll ist ein dickes Schloss als zusätzliche Sicherung.

Sinnvoll ist ein dickes Schloss als zusätzliche Sicherung. © Susanne Riese

4. Verdächtiges im Blick behalten

„Bei diesen Taten gibt es keine Zufälle, niemand geht blind in eine Garage“, sagt Markus Schettke. Deshalb sollten die Bürger auf auffällige Personen achten, die schlendernd - gern auch mit Kinderwagen - durch die Straße laufen, eventuell sogar Fotos machen. Der Rat: „Auf das Bauchgefühl vertrauen und gegebenenfalls 110 wählen.“ Bei auffälligen Fahrzeugen das Kennzeichen notieren.

5. Spuren sichern

Einige Male kamen die Diebe mit einem alten Rad zum Tatort und tauschten es gegen die teuren Modelle. Das Fahrrad ist in dem Fall Spurenträger und sollte möglichst nicht berührt werden.

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Vor allem gilt, es den Tätern so schwer wie möglich zu machen, sagt der Präventionsspezialist der Polizei. Er warnt vor dem Trugschluss, wer einmal beklaut wurde habe jetzt erstmal Ruhe. „Im Gegenteil, dann ist die Wahrscheinlichkeit sogar größer, dass es noch einmal passiert und man sollte doppelt und dreifach aufpassen.“

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