Diese 14 Dinge müssen Sie zur Mega-Evakuierung wissen

Bombenentschärfung am Sonntag

Es ist eine kleine Völkerwanderung, die sich am Sonntag in Dortmunds Süden abspielen wird: 17.000 Dortmunder müssen ihre Wohnungen verlassen. Schuld ist eine 1,8 Tonnen schwere Luftmine. Sie wird Sonntagmittag entschärft. Doch was bedeutet das für die Dortmunder? Wir geben ihnen die Antworten auf die 14 wichtigsten Fragen.

DORTMUND

, 28.11.2014, 03:07 Uhr / Lesedauer: 4 min

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Bauarbeiter entdeckten die Luftmine des Typs HC 4000 aus dem Zweiten Weltkrieg am Mittwochmittag bei Erdarbeiten auf dem alten Parkplatz des Wilo-Geländes an der Nortkirchenstraße. Die drei Meter lange und 80 Zentimeter breite Bombe lag in zwei Metern Tiefe. 

In der Luftmine stecken 1500 Kilo TNT-Sprengstoff. Im Zweiten Weltkrieg diente sie dazu, Häuserdächer zu zerstören, um den Weg für Brandbomben freizumachen. Durch ihre dünne Ummantelung schaffte es die enorme Detonationswelle, in freiem Gelände noch in 1000 Metern Entfernung Türen und Fensterrahmen zu zerstören und Fenster in bis zu zwei Kilometern zu zersplittern.

Geplant ist die Entschärfung für Sonntagmittag. Erfahrungsgemäß brauchen die Entschärfer des Kampfmittelräumdienstes eine gute Stunde.

Enorme. Um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten, wird bei Bombenentschärfungen ein großer Sicherheitsradius (normalerweise 1 Meter pro Kilo Sprengstoff) um die Bombe gezogen. Im Fall der Hörder Luftmine sind das also 1,5 Kilometer. In diesem Radius leben laut Stadt 17.000 Menschen. Sie müssen spätestens bis Sonntagmorgen, 9 Uhr, ihre Wohnungen verlassen haben.

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Alle Menschen, die innerhalb dieses Kreises wohnen (eine straßengenaue Auflistung der betroffenen Häuser gibt es

):

Das heißt auch, das so beliebte Ausflugsziele wie der Westfalenpark, der Rombergpark und der Zoo Sonntag geschlossen bleiben. Sie liegen innerhalb der Risikozone.

Wer nicht bei Familien und Freunden unterkommen kann oder will, dem bietet die Stadt die Westfalenhalle 2 als zentrale Notunterkunft an. Dort gibt es normalerweise auch eine Kleinigkeit zu essen, eine Suppe oder ähnliches. Aus dem Evakuierungsgebiet fahren Shuttlebusse zum Messegelände. Oder Sie machen einen Tagesausflug in die Innenstadt oder woandershin, ist bestimmt auch schön!

Die Telefonzentrale der Stadt ist unter Tel. 50-0 am Samstag von 9 bis 14 Uhr und am Sonntag ab 7 Uhr bis „Ende offen“ erreichbar. Hier gibt es Auskünfte zur Evakuierung. Bürger, die ihre Wohnung krankheitsbedingt nicht aus eigener Kraft verlassen können, sollen sich ab sofort unter Tel. 19222 für einen Krankentransport anmelden.

Das wird dann wohl nichts, genauso alle Gottesdienste oder

, die für den Sonntag geplant sind und deren Veranstaltungsort innerhalb des roten Kreises in der Karte oben liegt. Die Evakuierungszone muss absolut menschenleer sein, bevor die Entschärfer an die Arbeit gehen können. Für Details zu etwaigen Ausweichterminen wenden Sie sich am besten an den Veranstalter.

Das würden wir keinem raten. Polizei und Ordnungsdienst gehen von Tür zu Tür, um zu kontrollieren, ob auch jede Wohnung leer ist. Anwohner, die sich in ihren Wohnungen verschanzen, haben in der Vergangenheit schon häufig die Entschärfung verzögert - teilweise um Stunden. Wenn Sie also darüber nachdenken: Lassen Sie es! Sie verhindern dadurch, dass tausende Menschen so schnell wie möglich wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können. Wer sich weigert, mit den Beamten die Zone zu verlassen, blühen harte Konsequenzen: Der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ist eine Straftat und kann Sanktionen nach sich ziehen. In diesem Fall wäre eine Geldstrafe wahrscheinlich. Wenn Stadt und Polizei zur Türöffnung einen Schlüsseldienst einsetzen müssen, muss der Bürger auch dafür die Kosten tragen.

Grundsätzlich alle, die innerhalb der Risikozone liegen, und zwar ab Sonntagmorgen, 9 Uhr, bis zu dem Moment, an dem der Entschärfer seinen Job erfolgreich beendet hat. Für die B54 gilt eine Sonderregelung: Die wichtige Durchgangsstraße bleibt bis zum Beginn der Entschärfung befahrbar - die Abfahrten in die Evakuierungszone sind dabei natürlich gesperrt.

Genau wie mit den Straßen. Jede Bus-Linie, die durch den Evakuierungsradius führt, wird ab Sonntag, 9 Uhr, unterbrochen sein bzw. den Ortskern umfahren. Die Stadtbahn-Linien U41 und 49 sind auch betroffen. Sie fahren ab Betriebsbeginn bis 9 Uhr den regulären Weg. An folgenden Haltestellen im Evakuierungsbereich ist kein Ausstieg möglich: Hörde Bahnhof (U41), Rombergpark und Hacheney (U49). Ab 9 Uhr endet die Linie U41 an der Haltestelle Willem-van-Vloten-Straße, die U49 fährt regulär bis Westfalenpark und von dort zur Haltestelle Westfalenhallen und wieder zurück zum Hauptbahnhof. Der Verkehr auf der Bahnlinie Hagen-Dortmund wird nur für die Dauer der eigentlichen Entschärfung gesperrt werden, als deutlich kürzer. Ab 9.05 Uhr halten die Eisenbahn-Linien RE 57, RB 53 und RB 59 nicht in Hörde. Ab mittags wird die Strecke Hörde – Signal Iduna Park – Hauptbahnhof komplett gesperrt. Auskünfte zu Bussen und Bahnen gibt es unter Tel. (0180) 6 50 40 30 und im

.

Ja! Denn die Bombe liegt mitten in der Einflugsschneise. Dementsprechend ist auch der Flugverkehr am Sonntag von der Entschärfung betroffen. In der „heißen Phase“ müssen alle Flieger am Airport in Wickede am Boden bleiben. Da nicht genau bekannt ist, wann die Entschärfung beginnt, ist auch noch unklar, welche Flüge betroffen sind. In der Zeit zwischen 12 und 16 Uhr, in der die Feuerwerker wahrscheinlich zur Tat schreiten werden, stehen insgesamt 15 Maschinen auf dem Flugplan – acht Starts und sieben Landungen.

Da die Bombe gesichert ist, geht keine Gefahr von ihr aus. Alle drei Zünder sind unbeschädigt. Deshalb nutzt die Stadt die Zeit, sich richtig auf die Mammut-Aktion vorzubereiten, die durch die Entschärfung einer solch großen Bombe nötig wird. Dadurch, dass die Entschärfung erst am Sonntag über die Bühne geht, kann auch das Verkehrschaos minimiert werden, was unweigerlich eintritt, wenn zahlreiche Straßen gesperrt werden. „Wir bitten alle Passagiere allerdings zu den vorgesehenen Zeiten zum Flughafen zu kommen, weil noch nicht absehbar ist, welche Flüge von einer Sperrung des Luftraums betroffen sein könnten“, erklärt Flughafen-Sprecher Sebastian Scheske.

Ja, schon dreimal seit dem Ende des Zweiten Weltkrieg. Das letzte Mal Anfang November 2013, in Hombruch. Damals gab es sogar 20.000 betroffene Anwohner. Es war die größte Evakuierung in Dortmunds Nachkriegsgeschichte. Wie sie abgelaufen ist von ihrem Anfang bis zur erfolgreichen Entschärfung der Luftmine, die ja vom gleichen Modell wie die jetzige war, haben wir damals in einem großen Liveticker festgehalten:

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