Diese 417 Orte in Dortmund haben Gratis-Internet

Interaktive Freifunk-Karte

Kostenloses Internet für alle - mit diesem Ziel ist vor etwas mehr als einem Jahr die Initiative Freifunk in Dortmund angetreten. Mittlerweile gibt es über die Stadt verteilt mehr als 400 WLAN-Router, in die sich jeder einklinken kann, der gerade Internet braucht. Wir erklären das Modell und zeigen, wo Dortmund besonders gut vernetzt ist.

HÖRDE

, 21.01.2016, 11:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem Tablet oder Smartphone kostenlos ins Internet - das macht die Freifunk-Initiative möglich. Foto: Menne/Archiv

Was ist die Idee hinter Freifunk?

Für immer mehr Menschen ist das Internet ein selbstverständlicher Teil des Lebens – auch, wenn sie unterwegs sind. „Viele haben ihr Büro dabei. Für junge Menschen ist das Smartphone eine komplette Erweiterung ihres normalen Lebens“, sagt Torsten Sommer, Unterstützer von Freifunk und Landtagsabgeordneter der Piraten.

Eine kostenlose Funk-Verbindung auch außerhalb der eigenen vier Wände ist aber in Dortmund und Deutschland insgesamt immer noch eine Ausnahme. Es gibt auch in Hörde kommerzielle Anbieter wie die Dokom, die das Angebot zur Kundenbindung nutzen und eine eingeschränkte Nutzungsdauer haben. Nutzer müssen sich registrieren. „Dazu wollen wir gar nicht in Konkurrenz treten. Sondern es eher ergänzen“, sagt Sven Borchert von Freifunk.

Wie verbreitet ist die Initiative?

Die Mehrheit der Knotenpunkte gibt es in der Innenstadt. Doch auch in den Stadtteilen nimmt die Zahl der Nutzer zu.

Beispiel Hörde: Der Platz an der Schlanken Mathilde und der Hörder Neumarkt sind bereits abgedeckt, die Gegend rund um den Schildplatz ebenfalls, dazu die Gildenstraße und künftig auch die Alfred-Trappen-Straße bis zum Friedrich-Ebert-Platz. In Hörde funkt es schon an vielen Stellen. „Mein Traum wäre ein Punkt auf dem Gebäude der Bezirksverwaltungsstelle“, sagt Jan-Peter Schneider, einer der Freifunker aus Hörde.

Wo ist der nächste Knotenpunkt? Schauen Sie nach:

So funktioniert die Karte: Benutzen Sie ihr Mausrad um in die Karte hinein- oder aus ihr herauszuzoomen. Klicken Sie auf die einzelnen Punkte, um mehr Informationen zu den einzelnen Stadtteilen zu bekommen. Da wir die Karte mit freundlicher Genehmigung von der Seite von Freifunk Dortmund übernommen haben, gibt es einige Funktionen, die Sie ignorieren können: das "+"-Zeichen hat keinerlei Funktion, auch das "Augen"-Symbol ist unerheblich. Auf der rechten Hälfte der Karte sehen Sie diejenigen Knoten, die neu hinzugekommen und verschwunden sind. Klicken Sie auf den Pfeil in der oberen linken Ecke der Karte, um die Erklärungen auszublenden.

 

Wie verbinde ich mich?

Dort, wo ein Freifunk-Netz in der Suchliste auftaucht, kann sich jeder von zu Hause oder mit seinem Mobilgerät mit einem der insgesamt 413 Freifunk-Router im Stadtgebiet verbinden. Und zwar nach Aussagen der Initiative sicher, denn der Server, über den das Ganze läuft, speichert keine Geräte-Daten des Anschlussinhabers. „Aber es gilt: Sobald ich ins Internet gehe, muss ich mich selbst darum kümmern, wie sicher meine Daten sind. Unser Ziel ist es deshalb, diese Verantwortung des Einzelnen weiter zu fördern“, sagt Freifunker Sven Borchert.

Der langfristige Effekt: Je mehr Menschen einen der Freifunk-Router bei sich aufstellen, umso stabiler wird das Netz. Die Geräte können bei der Initiative für rund 20 Euro abgeholt und ohne großen Aufwand installiert werden. So entsteht laut Torsten Sommer „ein Netz, das mehr Möglichkeiten bietet“. Unabhängiger von wenigen großen Providern und in der Lage, eigene Dienste wie Datenspeicher anzubieten.

Was habe ich von Freifunk?

Für den privaten Nutzer bedeutet Freifunk vor allem mehr Komfort und Unabhängigkeit. Doch wie wichtig eine funktionierende Internetverbindung für Menschen sein kann, zeigt das Engagement der Gruppe in Flüchtlingsunterkünften wie Phoenix-Haus oder Frenzelschule.

Für die Menschen dort ist der Kontakt in die Heimat, aber auch der Zugang zu Bildungsangeboten und Informationen, elementar. Genutzt wird das freie WLAN auch von sozial benachteiligten Menschen, etwa bei der Tafel an der Wellinghofer Straße. Weitere Einsatzmöglichkeiten: Jugendtreffs oder Gastronomiebetriebe.

Wer steht hinter Freifunk?

Die internet- und netzwerkaffinen Vereine Ping, Chaostreff und Wissenschaftsladen sind an Freifunk beteiligt. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Auf den regelmäßigen Treffen der aus unterschiedlichen Berufen zusammengesetzten Gruppe geht es an jedem dritten Freitag im Monat an der Braunschweiger Straße 22 unter anderem um Fragen der Datensicherheit.

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