Diese Dortmunder Einbahnstraße ist in beiden Richtungen befahrbar

mlzKuriose Verkehrsregelung

Am einen Ende steht ein „Einfahrt verboten“-Schild, ein Einbahnstraßenschild sucht man an der anderen Mündung vergeblich. Diese Regelung sorgt immer wieder für bitterböse Streits.

von Nicola Schubert

Eichlinghofen

, 30.07.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marlon Tiroke weiß sich nicht mehr zu helfen: Denn immer wieder bekommt der Anwohner der Baroper Straße es mit wütenden Autofahrern vor seiner Haustür zu tun. Der Teil der Baroper Straße, in dem Tiroke wohnt, verbindet die Hansmann- mit der Stockumer Straße. Das Besondere ist: Sie ist eine sogenannte unechte Einbahnstraße.

Aus Fahrtrichtung der Stockumer Straße ist keine Einfahrt erlaubt, ein Verbotsschild steht hier an der Straßenmündung. Nur: Diejenigen, die von der anderen Seite, also von der Hansmannstraße in diesen Teil der Baroper Straße einbiegen, können von nichts wissen. Kein Einbahnstraßenschild ist hier zu sehen - das ist das Prinzip einer unechten Einbahnstraße.

Straße wird meist für pure Einbahnstraße gehalten

Ortskundige wissen trotzdem, dass die Einfahrt von der einen Seite verboten ist. Und wundern sich entsprechend, dass ihnen Autos entgegen kommen. Das sind die Fahrzeuge der Anwohner oder deren Gäste, denen es durch keine Verkehrsregel verboten ist, in Richtung Hansmannstraße aus der Baroper Straße herauszufahren. Kein Schild hält sie ab.

Diese Dortmunder Einbahnstraße ist in beiden Richtungen befahrbar

Wie auf der Grafik sichtbar wird: An der Einmündung von der Baroper Straße fehlt ein Einbahnstraßenschild. Aus Richtung der Stockumer Straße, oben in der Grafik, gibt es aber ein Einfahrt-Verbotsschild. © Martin Klose (Grafik)

Doch das scheinen die wenigsten zu wissen: „Teilweise blockieren diejenigen, die in der ‚richtigen‘ Richtung einfahren, aus Trotz den Weg. Oder schreien herum“, sagt Tiroke. Erklärungen sind meist müßig, oder nicht möglich, von geschlossenem Auto zu geschlossenem Auto.

„Auch ein Fahrlehrer, der hier öfter Stunden gibt, wird regelmäßig beschimpft. Zumindest ihm könnte man ja zutrauen, dass er die Verkehrsregeln gut kennt“, wundert sich Tiroke.

2014 beschloss Bezirksverwaltung Maßnahmen in dem Bereich

2014 war die Straße bereits Thema in der Bezirksvertretung (BV). In einem Ergebnisprotokoll, das unserer Redaktion vorliegt, ist das Thema der Einmündungsbereich von der Stockumer Straße in diesen Teil der Baroper Straße. Von dort aus ist die Einfahrt ja verboten. Hier wurde beschlossen, eine deutlichere Beschildung des Abbiegeverbots einzurichten. Vom anderen Ende, dem nunmehr problematischen Areal, hatte die BV damals offenbar keine Kenntnis erhalten.

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„Anwohner können jederzeit eine Bürgereingabe machen. Dann können wir auch den anderen Einmündungsbereich von der Hansmannstraße in der BV diskutieren“, verspricht Bezirksbürgermeister Hans Semmler.

Auf Anfrage hat die Stadt bestätigt, dass bei einer solchen unechten Einbahnstraße mit Gegenverkehr zu rechnen ist. Die Anwohner sind bei der Ausfahrt aus der Straße in Richtung Hansmannstraße also definitv im Recht.

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