Diese fünf Probleme beschäftigen Dortmunds Verbraucher

Jahresbericht 2013

Telefonbetrug, Datenklau oder Abzocke per Post: Für viele Ratsuchende war die Verbraucherzentrale in Dortmund im vergangenen Jahr als Anlaufstelle erste Wahl. 22.542 Anfragen der Bürger gab es 2013. Wir erklären fünf der größten Sorgen der Verbraucher.

DORTMUND

, 08.06.2014, 06:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Verbraucherzentrale stellt die wichtigsten Themen 2013 vor.

Die Verbraucherzentrale stellt die wichtigsten Themen 2013 vor.

Klicken Sie sich unten durch die fünf Themen, die die Dortmunder am meisten beschäftigt haben.

Besonders zu schaffen machten den Verbrauchern sogenannte Phishing-Mails im Vorfeld der SEPA-Umstellung: „T-Online- und Amazon-Kunden, Inhaber einer Master-Card oder Nutzer von PayPal-Konten hatten zuhauf E-Mails erhalten, die angeblich von ihrem Anbieter stammten und die mit fadenscheinigem Inhalt geheime Zugangsdaten abfischen wollten“, berichtet Helene Schulte-Bories, Leiterin der Beratungsstelle Dortmund der Verbraucherzentrale NRW. Die Maschen der Betrüger waren alle ähnlich: Sie versuchten mit angeblichen Sperrungen, Einschränkungen, Unregelmäßigkeiten oder Fremdzugriffen Panik zu schüren und zur Preisgabe der Daten zu verleiten. „Die Trojaner-Mails enthielten jedoch gefährliche Zip-Anhänge, die beim Öffnen auf die Festplatte des Computers oder Smartphones gelangten.“ So seien Kriminelle an die persönlichen Daten der Empfänger gekommen oder hätten diesen ein Schadprogramm untergejubelt, so Schulte-Bories. 

Die Novelle des Telekommunikationsgesetzes hat Preisansagen bei Call-by-Call-Gesprächen verpflichtend gemacht und kostenpflichtige Warteschleifen drastisch eingeschränkt. Auch für die Portierung des Telefonanschlusses beim Umzug wurde ein Zeitfenster von einem Tag vorgegeben. Doch ungeachtet dieser Verbesserungen: Auch 2013 gab es im Telekommunikationsmarkt immer noch reichlich Stolperfallen. Mal schoben sich die Anbieter gegenseitig die Verantwortung für die tote Leitung zu, mal wurden Preise nicht deutlich genug angesagt. Nach vermeintlich unverbindlichen Beratungsgesprächen in Telefonläden erhielten Kunden plötzlich Auftragsbestätigungen über neue Telefon-Komplettpakete – mit zusätzlichen Kosten inklusive. „Und dies, obwohl jede Einwilligungserklärung oder Unterschrift fehlte“, sagt Helene Schulte-Bories.

Eine ältere Dame bekommt einen Anruf. Der Anrufer teilt ihr mit, sie habe 73 000 Euro gewonnen. Doch damit der Gewinn an sie ausgezahlt werden kann, müsse sie erst einmal 225 Euro auf ein Konto einzahlen. Mit einer Paysafe-Karte solle sie das tun. Die bekomme sie an Tankstellen und Lotto-Annahmestellen. Paysafe ist ein elektronisches Zahlungsmittel, das wie eine Guthabenkarte funktioniert. Die ältere Dame überweist das Geld wie gewünscht, von ihrem angeblichen Gewinn hat sie nie etwas gesehen. „Ich habe ihr geraten, Strafanzeige zu stellen“, so Helene Schulte-Bories. Das habe die Dame auch getan. Doch ob die Betrüger tatsächlich ausgemacht werden können, bleibt abzuwarten. Generell sollten Verbraucher bei Gewinnversprechen am Telefon äußerst vorsichtig sein und in keinem Fall Geld überweisen, rät Helene Schulte-Bories. 

Massenhafte Abmahnungen wegen vermeintlicher Urheberrechtsverletzungen bilanziert die Beratungsstelle 2013: So verschickte die Kanzlei Urmann und Collegen im Dezember Schreiben, dass über die Plattform redtube.com Pornofilme gestreamt – nicht heruntergeladen – und damit Urheberrechte verletzt worden sein sollten. Binnen einer kurzen Frist sollte eine Unterlassungserklärung abgegeben und in der Regel 250 Euro gezahlt werden. Ob das Abspielen tatsächlich Urheberrechte verletzt, ist höchstrichterlich noch nicht geklärt, in einigen Fällen haben Gerichte bereits zugunsten der Abgemahnten entschieden. Schulte-Bories mutmaßt: „Zu uns kommt nur der Punkt auf der Spitze des Eisbergs – der Rest ärgert sich, unterschreibt die geforderte Unterlassungserklärung und zahlt.“

Die Abzocker lassen sich immer neue Methoden einfallen. So versuchte die Firma Gold international SE per Postident-Verfahren, Verbrauchern massenhaft fragwürdige eigene Aktien unterzuschieben. Per Telefon wurden die Produkte zunächst offeriert. Bewährte Masche: Wer das Angebot abgelehnt hatte, dem wurde die Zustimmung zur Zusendung von angeblichem Infomaterial abgerungen. Zugestellt per Postident-Verfahren und daher erst nach Unterschrift des Empfänger ausgehändigt, entpuppte sich die vermeintliche Empfangsbestätigung als Versuch des Absenders, eine Unterschrift einzuholen und damit Verträge über den Postweg abzuschließen. Die Beratungsstelle unterstützte Verbraucher, die auf den Trick hereingefallen waren, dabei, diese Verträge wieder aufzulösen. „Das lief unproblematisch“, sagt Helene Schulte-Bories.

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