Diese kleine grüne Dose soll Leben retten können und ist auch in Hombruch verfügbar

mlzNotfalldose

Eine kleine grüne Dose soll in Kühlschränke wandern und im Notfall Leben retten. Sie wird Thema beim Informationstag für Senioren in Hombruch sein - ist aber auch für Jüngere wichtig. Warum?

Hombruch

, 22.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Deckel ist grün, in die weiß-grüne Dose passen 185 Mililiter. Mehr als genug Platz für den Zettel, der Leben retten soll und für die zwei Aufkleber, die an die Tür und an den Kühlschrank geklebt werden. Das ist die Notfalldose. Sie wird auch Thema sein beim Seniorentag in Hombruch am 16. August, der auch für Enkel und Kinder interessant ist.

? Wie funktioniert das Prinzip Notfalldose?

Das Komplettpaket besteht aus der Dose, zwei Aufklebern und einem Infoblatt. Einer der Aufkleber soll außen an der Wohnungstür angebracht werden, der andere am Kühlschrank. Beides als Hinweis für Rettungsdienste, dass sich im Kühlschrank die Dose befindet.
In der Dose selbst stehen auf dem Infoblatt unter anderem Angaben zu Medikamenten, Allergien, der medizinischen Vorgeschichte. „Das ist so eine einfache Lösung und eine so grandiose Idee“, sagt Walter Wille vom Seniorenbeirat Hombruch. Denn dadurch sollen Helfer ohne viele Nachfragen direkt helfen können. „Aus meiner Sicht ist das besonders für Alleinstehende wichtig“, sagt Iris Zupke vom Seniorenbüro Hombruch.
„Selbst Ehepartner sind in einem Notfall schnell überfordert, wenn sie Fragen zu Medikamenten beantworten müssen.“ Produziert wird die Dose seit 2014, seit 2018 wird sie auch durch Apotheken und Rettungsdienste verstärkt in Nordrhein-Westfalen in Umlauf gebracht. In den Kühlschrank soll die Dose, weil sie dort besonders schnell zu finden ist.

Diese kleine grüne Dose soll Leben retten können und ist auch in Hombruch verfügbar

Auf dem Infozettel sollen Angaben zu Krankheiten und Medikamenten angegeben werden. © Michael Nickel

Wo gibt es die Dose und wie gehen die Apotheken im Stadtbezirk Hombruch mit den Notfalldosen um?

Seit 2014 gibt es die Notfalldosen, auch die Apothekerkammer Westfalen-Lippe unterstützt die Initiative. Ob und wie Apotheken die kleinen Dosen verkaufen, ist ihnen überlassen. Wir haben uns testweise bei fünf Apotheken im Hombrucher gebiet umgehört:

  • Bei der Löwen Apotheke am Markt (Harkortstraße 51A) gibt‘s die Notfalldosen zu kaufen. Die Höhe der Spende ist dabei jedem Patienten selber überlassen. Das Geld geht an die Initiative „Eine Dosis Zukunft“, die Impfungen in Entwicklungsländern finanziert.
  • Umsonst gibt es die Notfalldose bei der Linne-Apotheke in Eichlinghofen (Stockumer Straße 437). Sie haben die Dosen vom Apothekenverband bekommen.
  • Bei der Apotheke am Harkortbogen (Harkortstraße 105) kosten die Dosen 5,95 Euro. Seitens der Mitarbeiter wurde festgestellt, dass kaum noch jemand nach den Notfalldosen fragt.
  • Anders ist dies bei der Patroklus-Apotheke in Kirchhörde (Hagener Straße 303). Zwar kosten die Dosen 5,95 Euro, weil die Apotheke sie selber einkauft, dennoch sei die Nachfrage ganz gut.
  • Es gibt aber auch Apotheken, die die Notfalldose gar nicht anbieten, wie die Apotheke am Tierpark in Brünninghausen (Am Bahnhof Tierpark 1a).

Es gibt auch Kritik an der Notfalldose. Warum?

Es gab Beschwerden seitens Apothekern und Kunden. Diese bemängeln, dass die Notfalldosen zu teuer seien, dafür, dass sie nur Unterlagen beinhalten. Außerdem wäre es eine Ressourcenverschwendung, weil die Dose aus Plastik besteht. Stattdessen empfehlen manche Verbraucher, einfach ein Glas mit den Unterlagen in den Kühlschrank zu stellen. Auf den Deckel klebt man ein grünes Kreuz, ebenso an die Kühlschranktür.

Gibt es sonst noch Alternativen zur Notfalldose?

Ja. Eine Alternative ist der Notfallpass auf dem Smartphone. Unternehmen wie Apple, Samsung und Nokia bieten ihn bereits an. iPhone-Nutzer können beispielsweise angeben, welche Allergien, Blutgruppe und Vorerkrankungen sie haben.

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