Diese Menschen bewahren die Geschichte Hördes

mlzDortmund historisch

Dass die Geschichte Hördes wechselvoll ist, ist nichts Neues. Umso wichtiger aber ist es, diese Geschichte zu bewahren. Der Arbeitskreis „Hörde damals“ will seinen Teil dazu beitragen.

Hörde

, 28.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Arbeitskreis „Hörde damals“ ist zwar nur eine kleine Gruppe, doch sie hat in den 31 Jahren ihres Bestehens viel dafür getan, die Geschichte Hördes zu konservieren. Zu sehen sind die Ergebnisse des Arbeitskreises regelmäßig zwischen zwei Buchdeckeln.

Wobei: eigentlich gibt es den Kreis schon länger als 31 Jahre. Und die Werke gibt es mitunter auch auf anderem Wege. Was sie vermutlich noch nicht über den Arbeitskreis wussten, ist...,

... dass seine Ursprünge schon weiter zurückreichen: Im Jahr 1987 hat ein stadtteilnaher Kulturtreff an der Wellinghofer Straße mit dem Namen „Roter Faden“ eröffnet (der übrigens gerne mit dem benachbarten „Roten Morgen“ verwechselt wurde – einer sozialistischen Druckerei).

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Schnell entstand ein Arbeitskreis, der sich mit der Geschichte Hördes befasste. Es war so etwas wie die Geburtsstunde des heute bestehenden Kreises.

Im August 1989 war der „Rote Faden“ selbst Geschichte, weil es keine Fördermittel mehr gab. Der Arbeitskreis blieb bestehen und gab sich im September offiziell seinen noch heute gültigen Namen „Arbeitskreis Hörde damals“. Gründungsmitglied Horst Chmielarz ist auch heute noch dabei.

... dass der Vater eines Mitglieds der 30.000 Hörder war: Franz Henkemeier ist seit mehr als 15 Jahren Mitglied, mittlerweile ist er Sprecher des Kreises. Geschichtlich interessiert ist er schon bedeutend länger. Zum Abschluss seines Lehramtsstudiums hat er seine Examensarbeit in Geschichte über Hörde geschrieben.

„Ein Grund für mein großes Interesse war mein Vater“, sagt Henkemeier. Der sei nämlich bei seiner Geburt ein ganz besonderer Bürger Hördes gewesen, das bis 1928 noch eine eigene Stadt war.

Henkemeiers Vater hatte 1907 Schwarz auf Weiß den Vermerk zur Geburt erhalten, Hördes Bürger Nummer 30.000 zu sein.

Eine Auswahl von Büchern, die der „Arbeitskreis Hörde damals" veröffentlicht hat und die in der Buchhandlung Transfer erhältlich sind.

Eine Auswahl von Büchern, die der „Arbeitskreis Hörde damals" veröffentlicht hat und die in der Buchhandlung Transfer erhältlich sind. © Michael Nickel

Und überhaupt sind die Mitglieder stolz, Hörder zu sein. Ein ehemaliges Mitglied habe stolz seinen Ausweis gezeigt, auf dem als Geburtstort Dortmund-Hörde stand, erzählt Hans-Joachim Otto. Christa Wilke, die mit ihrem Mann Horst drei Jahrzehnte lange aktives Mitglied gewesen ist, sagt: „Wenn ich Briefe verschicke, schreibe ich beim Absender immer in Klammern Hörde hinter Dortmund.“

Der Kreis ist immer relativ klein, derzeit besteht er aus sechs Mitgliedern.

... dass er schon 11 Bücher herausgegeben hat: Angefangen hat alles im September 1989. In einer Auflage von 1000 Stück erschien „Hörde damals – ein Spaziergang durch das alte Hörde“. „Das Buch schlug ein wie eine Bombe“, sagt Chmielarz: „Wir haben aus dem Kofferraum heraus verkauft.“

Die erste Auflage war nach drei Tagen ausverkauft, die nächsten 1000 Stück waren nach einer Woche weg, nach ein paar weiteren Wochen waren insgesamt 3000 Exemplare verkauft.

Themen der folgenden zehn Bücher waren unterer anderem der Bergbau und die Friedhöfe, Bier, Schulen, Hörde im Dritten Reich, das Phoenix-Gelände, die Pogromnacht und Straßennamen. „Die Bücher haben alle eine ISBN, sind aber nicht im Verzeichnis der lieferbaren Bücher“, sagt Henkemeier.

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Erhältlich sind sie jedoch in der Buchhandlung Transfer an der Schlanken Mathilde. Über die Transfer-Homepage sind zwei Bücher auch als Ebook erhältlich.

... dass er auf der Suche nach Hörder Geschichten ist: Zuletzt herausgegeben hat der Aktivkreis zwei Hefte, die den Auftakt zur Reihe „Erlebte Geschichte“ bilden. „Wir sind immer auf der Suche nach weiteren Geschichten“, sagte Henkemeier. Menschen, die etwas über ihre Zeit in Hörde schreiben wollen, können sich an den Arbeitskreis oder an die Buchhandlung Transfer wenden.

„Wir brauchen auch immer Bilder und Dokumente“, sagt Henkemeier. Aber nur leihweise zum Digitalisieren.

Kontakt

Am besten per Mail oder Telefon

  • Wer sich beim „Arbeitskreis Hörde damals“ einbringen will, kann sich einfach melden.
  • Franz Henkemeier ist zu erreichen unter Tel. 0231461313, die Buchhandlung Transfer unter 023128658390. Wer eine Mail schicken will: hoerde.damals@t-online.de.
  • Der Arbeitskreis trifft sich an jedem zweiten Mittwoch im Monat um 17 Uhr im B3-Haus an der Niederhofener Straße 52.
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