Dieser Hausbesitzer wartet seit Januar auf Telefon und Internet

Ärger mit der Telekom

Christian Herrmann hat Wut im Bauch: Bereits am 19. Dezember 2014 ist er mit seiner Familie in einen Neubau an der Martener Straße gezogen, doch Telefon und Internet bekommt er erst jetzt. Über Monate lieferte er sich einen Schlagabtausch mit der Telekom. Uns hat Christian Herrmann die Posse geschildert.

MARTEN

15.07.2015, 03:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christian Herrmann wartet sehnlichst auf seinen Telefonanschluss.

Christian Herrmann wartet sehnlichst auf seinen Telefonanschluss.

Dezember: Am 19. Dezember 2014 zog Christian Herrmann mit seiner Familie in einen Neubau an der Martener Straße. Erst lief alles nach Plan.

Januar: Noch vor Mitte Januar lagen alle nötigen Kabel. Am 9. Januar beantragte Herrmann deshalb bei der Telekom Telefon und Internet. Er bekam eine Kundennummer, eine Auftragsbestätigung und sechs Tage später auch die nötige Hardware. Sogar der verplombte Hausanschluss war inzwischen installiert worden. Dann passierte nichts mehr.

Februar: Anfang Februar hakte der Martener nach. „Erst hieß es, es gäbe meine Adresse nicht im System der Deutschen Telekom, dann teilte man mir mit, ich sei noch nicht angeschlossen, obwohl ja schon alle Leitungen lagen“, sagt Christian Herrmann.

März: Nach weiteren erfolglosen Telefonaten mit der Telekom platzte Herrmann am 24. März zum ersten Mal der Kragen. Er beschwerte sich beim Kundenservice der Telekom in Bonn. Die Bonner prüften den Fall und bestätigten Herrmann in einer Mail, die der Redaktion vorliegt, dass tatsächlich bereits alle Kabel liegen.

Aber sie teilten auch mit, es fehle ein wichtiges Dokument: die Vertragsunterlagen zur Kostenübernahme der Hauszuführung. Die hatte die Telekom im September und noch einmal im Dezember an den Verkäufer des Hauses geschickt, aber nach eigenen Angaben nie ausgefüllt zurückerhalten. „Zwar behauptete der Verkäufer, das stimme nicht, aber das half mir ja auch nicht weiter“, erklärt Herrmann.

April: Um weitere Verzögerungen zu verhindern, füllte er den Vertrag im April selbst aus. „Die Telekom bestätigte mir kurze Zeit später telefonisch, dass nun alle Unterlagen vorliegen und versprach mir mit hoher Priorität zu arbeiten. Doch es passierte wieder nichts mehr“, berichtet der Martener.

Mai: Im Mai passierte: nichts.

Juni: Christian Herrmann versuchte Anfang Juni sein Glück in einem T-Punkt. Vergeblich. Man verwies den Martener an die Bauherrenhotline. Auch dort kam er nicht weiter. Am 19. Juni platzte Herrmann zum zweiten Mal der Kragen. Er schilderte dieser Redaktion seinen Fall.

Auf Nachfrage der Redaktion teilte die Telekom drei Tage später per Mail mit, dass der Antrag Herrmanns ja erst Ende April eingegangen sei. Der voraussichtliche Planungstermin für den Anschluss wäre deshalb frühestens im August. Außerdem, so die Pressestelle, fehle noch ein Kabelstück. Nach dem erneuten Hinweis dieser Redaktion, dass bereits alle Leitungen liegen, und kein Kabelstück mehr fehlt, setzte die Pressestelle schließlich ein Techniker in Bewegung.

Am 30. Juni teilte die Telekom dann der Redaktion per Mail mit, was Christian Herrmann schon seit Februar wusste und was ihm die Bonner Beschwerdestelle auch im April bestätigt hatte: Alle Kabel liegen, die Leitung kann nun entsprechend geschaltet werden. Doch der Martener blieb skeptisch - und das zurecht. 

Juli: Anfang Juli teilte Christian Herrmann ein Telekom-Mitarbeiter mit, dass er im Januar zwar seinen Router erhalten, ihn aber noch nicht bezahlt habe. Das müsse er erst einmal nachholen, sonst könne kein Techniker kommen. Herrmann platzte zum dritten Mal der Kragen. „Denn nicht zu zahlen, bis der Anschluss liegt, hatte mir im Januar die Telekom selbst geraten“, berichtet er. Mit Wut im Bauch überwies er noch am gleichen Tag das Geld für den Router.

Am Mittwoch, das hat die Telekom Ende vergangener Woche mitgeteilt, soll der Anschluss nun geschaltet werden. Christian Herrmann ist gespannt. 

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