Dieser Tanz hält fit: Die „Belles & Beaux“ aus Lütgendortmund zeigen, wie das geht

mlzTanzclub

In Lütgendortmund tanzen sie im Quadrat - und das ist gut für die Gesundheit. Der Tanzclub „Belles & Beaux“ weiß, warum und bietet einen neuen Anfänger-Kurs an.

Lütgendortmund

, 06.09.2019, 14:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie nennen sich „Belles & Beaux“, was aus dem Französischen übersetzt „Hübsche und Schöne“ heißt und ihren Sport treffend beschreibt. Auch wenn die Damen mit ihren Petticoats und die Herren in Western-Hemden aus der Zeit gefallen zu sein scheinen, so üben sie einen gesunden Sport aus. Der spricht viele Sinne an, ist entspannend.

Dabei gehen die Hübschen und Schönen aus Lütgendortmund einem außergewöhnlichen Hobby nach: Square Dance. Jener aus Nordamerika stammende Volkstanz, den Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland importierten und der seine Anhänger auch hier findet.

„Für mich geht es vor allem um den gesundheitlichen Effekt“, sagt Reinhard Wendefeuer. „Beim Square Dance macht man einige Kilometer“, betont er. „Dabei ist man sehr konzentriert, denkt an nichts anderes.“ Gerade Berufstätigen empfehle er den Tanz im Quadrat („Square“). „Man kann gut abschalten und sich entspannen.“

91-Jähriger tanzt immer noch mit

„Square Dance macht einfach glücklich“, ergänzt Klubpräsidentin Christa Mertens. „Ein Tanz für jedes Alter.“ Auch wenn es etwas dauere, bis ein Anfänger richtig mitmachen könne. „In acht bis zehn Monaten hat man die 68 Figuren einstudiert.“ Immerhin könne man dann bis 91 mitmachen. Wie Gründungsmitglied Werner Subal (91).

Der Tanz, der sich aus den Volkstänzen der amerikanischen Einwanderer vieler Nationen entwickelt habe, sei leicht zu erlernen. „Jeder Schritt, jede Figur wird wiederkehrend einstudiert.“ Da komme jeder mit. „Gerichtet wird sich nach dem Schwächsten“, fügt Wendefeuer bei. „So lernt man spielend leicht.“

Dieser Tanz hält fit: Die „Belles & Beaux“ aus Lütgendortmund zeigen, wie das geht

Die Tänzerinnen und Tänzer haben jede Menge Spaß, auch wenn einmal eine Figur nicht glückte. © Dietmar Bock

Und das obwohl der „Quadrat-Tanz“ aus der Rolle fällt. Im Gegensatz zu vielen anderen Volkstänzen, die als Grundfigur den „Tanzkreis“ haben, verteilen sich die vier Paare beim Square Dance auf die Grundlinien eines gedachten Quadrates und orientieren sich an diesem. Zudem gibt ein Caller (Ausrufer) die Figuren, meist in einer Art Sing-Sang, vor.

Viele Musikstile beleben den Tanz

Wurde ursprünglich zu traditioneller Western- und Country-Musik getanzt, so ist im modernen Square Dance von Country über Pop und Schlager bis hin zu Musicals und klassischer Musik alles vertreten. „Ein Caller aus Australien ließ uns im Vier-Vierteltakt tanzen“, erinnert sich Wendefeuer.

Dieser Tanz hält fit: Die „Belles & Beaux“ aus Lütgendortmund zeigen, wie das geht

Joe Koschig sagt als Caller die jeweils umzusetzenden Figuren an und betätigt sich zudem als Schallplatten auflegender Disk-Jockey sowie als Sänger. © Dietmar Bock

Der Caller „ruft“ den Tänzern die erlernten Figuren zu und verbindet sie dabei zu einem flüssigen Tanz. Wie Joe Koschig nach den Sommerferien wieder im Begegnungszentrum an der Werner Straße. Dabei fungiert er als Disc-Jockey, Sänger und Tanzansager in Personalunion. Koschig spielt nicht nur auf dem Laptop elektronisch geladene Songs ab, sondern legt noch Schallplatten auf, singt dazu und sagt die Figuren an.

Seine Tänzer im 1965 gegründeten und damit ältesten Square-Dance-Club des Ruhrgebiets folgen ihm willig, auch wenn sie sich bei der Umsetzung nicht immer einig sind. Passt einer nicht auf, sprengt er die ganze Gruppe. Quittiert wird ein solcher Fauxpas von allen mit einem Lächeln. Schließlich steht der Spaß im Vordergrund. Wettkämpfe gebe es keine. So gilt stets: „Beim nächsten Call aufpassen und wieder einsteigen.“

Zwei Schnupperabende stehen an

Für alle Interessierten bietet „Belles & Beaux“ am 18. und 25. September (jeweils Mittwoch) von 20 bis 22 Uhr im Begegnungszentrum an der Werner Straße 10 kostenlose Schnupperabende an.

Der neue Einsteigerkurs kostet 120 Euro und startet am 29. September. Anfangs wird immer sonntags von 17 bis 19 Uhr, ab Januar 2020 dann mittwochs von 19.30 bis 21 Uhr trainiert. „Alle sind willkommen“, sagt die Präsidentin. „Vor allem junge Tänzerinnen und Tänzer.“ Und Nachwuchs habe dieser abwechslungsreiche und gesunderhaltende Sport sicher verdient.

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