Dieser TV-Promi übergab den Deutschen Kita-Preis an das Nordstadt-Netzwerk

mlzDeutscher Kita-Preis

Das Nordstadt-Netzwerk INFamilie Hannibal- und Brunnenstraße hat in Berlin den Deutschen Kita-Preis erhalten - eine glanzvolle Auszeichnung für jahrelange Arbeit in einem glanzlosen Umfeld.

Nordstadt

, 15.05.2019, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wo die Bedingungen am schlechtesten sind, da muss die Bildung am besten sein“, sagt Fabido-Geschäftsführer Daniel Kunstleben. Alle Theorie ist grau – seit Montag ist sie greifbar und bunt. Denn kunterbunt ist der Deutsche Kita-Preis. Preisträger in der Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ ist das Dortmunder Netzwerk INFamilie Hannibal- und Brunnenstraßenviertel.

TV-Moderatorin Barbara Schöneberger hielt die Laudatio im Berliner Tempodrom. Zusammen mit der Schirmherrin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, Elke Büdenbender, und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey übergab sie den mit 25.000 Euro dotierten Preis an die Dortmunder Delegation.

Bestes Bündnis unter 120 Netzwerken

Insgesamt 1600 Kindertageseinrichtungen und 120 Netzwerke hatten sich um die beiden Preise beworben – neben dem besten Bündnis wurde die beste Kindertageseinrichtung ausgezeichnet.

Das Nordstadt-Netzwerk erntet nun die Früchte jahrelanger Arbeit. Und die reicht von kleinen Maßnahmen bis zu fest etablierten Angeboten. Eines der kleinen Beispiele etwa stießen die Eltern der Fabido-Kita Bornstraße an: Sie sorgten sich wegen der Verkehrssituation an der Kreuzung Heiligegartenstraße/Bornstraße um die Sicherheit ihrer Kinder. Auf Initiative des Netzwerks änderte das Tiefbauamt die Ampelschaltung.

Nordstadt-Kinder haben besondere Bedürfnisse

„Kinder hier im Quartier haben andere Bedürfnisse als anderswo“, sagt die Leiterin der Kita, Heike Klumbies. Größere Bewegungsangebote gehören dazu. „Kinder haben in der Nordstadt wenig Möglichkeiten, sich zu bewegen.“ Obligatorisch ist für Kinder und Eltern ein Gang durchs Quartier. „Wir zeigen ihnen Orte, wo sie hingehen können und sicher sind“, erklärt Netzwerk-Koordinator Markus Jentzsch. Viele Nordstädter bleiben in ihrem Häuserblock. Die Bahnlinie gilt als fiktive Grenze, die viele Kinder nie überschreiten.

Leben im Kiez – so glanzlos wie die Räume der ausgezeichneten Kita im Netzwerk INFamilie. Aber nur äußerlich: funktional gestaltete Räume, ohne eigene Außenfläche. Die Qualität liegt woanders. Es geht um die Kinder, ihre Familien und damit letztlich um das soziale Miteinander im Quartier. Dass diese Qualität bundesweit Spitze ist, erfüllt die Verantwortlichen mit Stolz. Im kommenden Jahr sitzen Heike Klumbies und Markus Jentsch in der Jury für den KiTa-Preis 2020: eine Möglichkeit, sich in einem bundesweiten Qualitätszirkel auszutauschen.

Schuldezernentin Daniela Schneckenburger war in Berlin dabei. Dass es nun nach dem Deutschen Schulpreis für die Grundschule Kleine Kielstraße schon die zweite Auszeichnung für das Netzwerk ist, macht sie besonders stolz. Der Preis – auch eine Auszeichnung für Dortmund.

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