Doku über Hörde bekommt heute den Grimme-Preis

"Göttliche Lage"

Hörde kommt am Freitagabend groß raus: Es gibt einen Grimme-Preis für die Phoenix-See-Dokumentation "Göttliche Lage". Der Film geht um die Welt: Denn es geht nicht nur um den Phoenix-See, sondern auch um die Geschichte hinter der Geschichte.

HÖRDE

, 08.04.2016, 15:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Szene aus dem Film „Göttliche Lage“: Die Demontage des Stahlwerks.

Eine Szene aus dem Film „Göttliche Lage“: Die Demontage des Stahlwerks.

Ulrike Franken und Michael Loeken wird in Marl einer der angesehensten Preise in der deutschsprachigen Film- und Medienbranche verlieren. Es ist nach „Losers and Winners“ 2009, einer Doku über die Demontage der Kokerei Kaiserstuhl, bereits der zweite Grimme-Preis für das Filmemacher-Paar. „Der zweite für einen Film aus Dortmund. Das ist eine tolle Sache“, sagt Michael Loeken.

„Große Aufregung“ begleite ihn in das Grimme-Institut nach Marl. Schließlich ist viel Fernsehprominenz da. Als Preisträger werden Loeken und Franken zudem kaum um eine kleine Fragerunde auf der Bühne herumkommen. Moderator der Preisverleihung ist Jörg Thadeusz – ein gebürtiger Dortmunder.

Film geht um die Welt

Der Film hat seit seiner Fertigstellung seinen Weg um den Globus angetreten. „Göttliche Lage“ lief in New York und in Russland, in etlichen europäischen Städten, fand Beobachter in Indien. Und das funktioniert? Laut Michael Loeken auf jeden Fall, weil es „eine Geschichte hinter der Geschichte gibt“.

Denn die ganz lokale Sicht auf die Transformation einer gigantischen Landschaft und darauf, was das für die Menschen drumherum bedeutet, ist nicht nur in Hörde Realität. „Das ist etwas, das die Menschen in vielen europäischen Städten kennen“, sagt Michael Loeken.

Fünf Jahre nah dran

Für „Göttliche Lage“ haben die beiden Dokumentarfilmer die Entwicklung auf der ehemaligen Hermannshütte fünf Jahre lang mit der Kamera begleitet. Es gibt wiederkehrende Protagonisten wie die Rentner am Infopoint, den Polizisten Joachim Wegner, viele alteingesessene Hörder und Lokalpolitiker wie den Ex-Bezirksbürgermeister Manfred Renno oder Bezirksvertreter (und See-Nachbar) Klaus Tillmann.

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Der Film transportiert Emotionen: Traurige Stahlarbeiter beim letzten Abstich, scherzende Senioren, neugierige Kinder, besorgte Hörder. Und zeigt das kühle Kalkül, mit der das Gelände vermarktet wurde. Es geht um die Dokumentation des optischen Wandels. Aber auch um die Frage, was nach dem Strukturwandel kommt, wie sich der Ort verändert. „Die Geschichte geht weiter“, sagt Michael Loeken.

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