Dorstfeld - Zwischen Oberdorf und Unterdorf

Stadtteil-Serie / Folge 55

Eigentlich gibt es zwei Dorstfelds: Der Stadtteil mit seinen über 15.000 Einwohner hat ein Ober- und ein Unterdorf. Eine besondere Rolle spielt das sogenannte „Negerdorf“. Alles über Dorstfeld gibt es in Teil 55 unser Serie „Dortmund, Deine Stadtteile“.

DORSTFELD

, 23.07.2015, 01:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das alte Torhaus der Zeche Dorstfeld an der Wittener Straße.

Das alte Torhaus der Zeche Dorstfeld an der Wittener Straße.

Kurzbiografie

Dorstfeld wurde erstmals um 880 als dorstidfelde erwähnt. Dorstfeld profitierte in dieser Zeit von der Lage am Hellweg, der großen Handelsstraße, die noch heute in der Straße Dorstfelder Hellweg weiterlebt. Von 1886 bis 1914 war Dorstfeld der Verwaltungssitz für die Gemeinden Huckarde, Marten, Rahm und Wischlingen.

In der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung hat Dorstfeld einen wichtigen Platz. Am 18. August 1889 gründeten Delegierte von 66 Zechen in Dorstfeld den Verband zur Wahrung und Förderung der bergmännischen Interessen in Rheinland und Westfalen, den Vorgänger der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie.

Zwischen 1860 und 1864 lebte Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamit, in Dorstfeld und experimentiert in der Zeche Dorstfeld mit Sprengstoffen im Bergbau.

Lage 

Dorstfeld schließt direkt an die westliche Innenstadt an und ist umgeben von den Stadtteilen Huckarde, Wischlingen, Marten und Barop, bzw. das Technologiezentrum. Im Norden erreicht man fußläufig den Revierpark. 

Verkehr

Mit der U-Bahn ist man in wenigen Minuten in der City,  die S-Bahn erreicht mit dem nächsten Halt den Hauptbahnhof und Dorstfeld hat eine eigene Auffahrt zur A40. Die Nähe zum Bahnhof bedeutet aber auch, dass Dorstfeld von einer breiten und vielgenutzten Bahntrasse zerschnitten wird. 

Ausgeh- und Einkaufsmöglichkeiten

Dank der Struktur mit Ober- und Unterdorf hat Dorstfeld quasi zwei Zentren, die jeweils über zahlreiche Restaurants und Imbisse verfügen. Allerdings gibt es nur am Vogelpothsweg zwei Lebensmittelgeschäft, so dass vor allem Senioren Schwierigkeiten haben, in ihrer direkten Nachbarschaft einkaufen zu können.

Wohnumfeld

Die denkmalgeschütze Gartenstadt-Siedlung steht im Oberdorf direkt neben dem riesigen Wohnkomplex Hannibal, der wiederum direkt neben den Eingenheimen von Dortfeld Süd steht. So gibt es hier ein direktes Nebeneinander von modernen und historischen Wohnhäusern.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Das ist Dorstfeld

Seiner Geschichte als ehemals selbstständiger Kleinstand verdankt Dorstfeld eine Reihe sehenswürdiger historischer Gebäude.
22.07.2015
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Das Schulte-Witten-Haus ist mit Jugendbibliothek und Konzertsaal der kulturelle Mittelpunkt von Dorstfeld© Stephan Schütze
In direkter Nähe zum Schulte-Witten-Haus erinnern sehenswerte historische Geschäftshäuser an die kleinstädtische Vergangenheit Dorstfelds.© Stephan Schütze
Die katholische St.-Karl-Borromäus-kirche und die Gartenstadt-Siedlung in Oberdorstfeld sind Zeugen des Wachstums Dorstfelds während der Industrialisierung.© Stephan Schütze
Die katholische St.-Karl-Borromäus-kirche und die Gartenstadt-Siedlung in Oberdorstfeld sind Zeugen des Wachstums Dorstfelds während der Industrialisierung.© Stephan Schütze
Der Wilhelm-Platz hat optisch davon profitiert, dass dort keine Autos mehr parken dürfen. Den Geschäften der Umgebung hat es aber geschadet. Wegen mangelnder Parkplätze fuhren die Kunden woanders hin. Viele Dorstfelder empfinden das Gewerbe im Ortskern als unbefriedigend.© Stephan Schütze
An der Wittener Straße erinnert das Torhaus an die ehemalige Zeche Dorstfeld© Stephan Schütze
An der Wittener Straße erinnert das Torhaus an die ehemalige Zeche Dorstfeld© Stephan Schütze
Auf der Wiese gegenüber dem Hannibal hat der Alpenverein einen überregional beachteten Kletterturm aufgebaut. © Stephan Schütze
Mit der Deutschen Arbeitswelt-Ausstellung DASA beheimatet Dorstfeld ein national renomiertes Museum.© Stephan Schütze
Von außen sah der Wohnkomplex Hannibal noch nie schön aus, doch die Wohnungen über mehrere Ebenen hätten noch heute ihren Reiz, doch der Renovierungsstau des Gebäude verdirbt die Freude darüber.© Stephan Schütze

Eine mittlerweile recht abgeschottete Siedlung ist die im Volksmund „Negerdorf“ genannte Tremonia-Siedlung. Durch den Ausbau der Emscherallee wurde die Zufahrt in Richtung Dorstfeld abgeschnitten. Die einzig verbliebene Zufahrt ins Negerdorf führt ins Kreuzviertel. Deshalb orientieren sich die Bewohner der Siedlung auch bei ihren Einkäufen jetzt mehr in Richtung Innenstadt. Der Name Negerdorf geht auf die schwarzen Bergarbeiter zurück, die aufgrund einer mangelnden Waschkaue in der Zeche Tremonia so dreckig nach Hause gingen, wie sie aus dem Stollen gekommen waren.

Familientauglichkeit 

Dorstfeld befriedigt nicht nur die klassischen Infrastruktur-Bedürfnisse von Familien wie Kindergärten, Schulen oder Jugendfreizeitstätten. Sportvereine, die Angebote des Schulte-Witten-Hauses, das Hallenbad und die vielen Sportverein machen es eigentlich unmöglich, sich in Dorstfeld zu langweilen.

Leben im Alter

Die stark eingeschränkten Einkaufsmöglichkeiten von Lebensmitteln machen Dorstfeld sehr unattraktiv für Senioren. 

Stadtteilleben

Dank vieler Vereine ist in Dorstfeld immer was los. Dorstfelder Woche, Fliederkirmes und die Dorstfelder Ferienspiele sind dabei die größten Traditionsveranstaltungen. 

Unser Tipp

Der Blaue Salon im Schulte-Witten-Haus ist einer der exklusivsten und schönsten Konzert-Säle in Dortmund. Regelmäßig gibt es dort spannende Kammerkonzerte.

 

 

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