Trotz Corona soll es auch in diesem Jahr rund um die Reinoldikirche und auf anderen Plätzen der City zumindest eine Handvoll Weihnachtsmarkt-Stände geben. © Stephan Schütze (Archivbild)
Stadt stellt Flächen

Dortmund bekommt trotz Corona einen Mini-Weihnachtsmarkt

Die Dortmunder Weihnachtsstadt fällt in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. Doch jetzt kommt zumindest ein Mini-Weihnachtsmarkt auf verschiedenen Plätzen der City.

Auch wenn der Dortmunder Weihnachtsmarkt coronabedingt ausfällt – der Duft von gebrannten Mandeln wird bald wieder durch die City ziehen. Die Stadt Dortmund reagiert auf die Not der Weihnachsmarkt-Händler und stellt dem Markthandel- und Schaustellerverband Westfalen Flächen in der City und den Stadtteilen zur Verfügung.

Zugegeben: Selbst der Begriff Weihnachtsmarkt light ist ein wenig übertrieben. Statt der sonst üblichen 300 Stände der „Dortmunder Weihnachtsstadt“, werden es etwa ein Dutzend Buden sein, die mit großen Abständen auf den Plätzen der City aufgebaut werden.

Mandel- und Imbiss-Stände geplant

Dort sollen „Lebensmittel und Waren verkauft werden können, die man so beispielsweise auch im Rahmen der Weihnachtsstadt hätte kaufen können“, teilt die Stadt Dortmund mit. „Wir haben einen guten Weg gefunden, den Dortmunder Schaustellern noch Teile des Weihnachtsgeschäfts zu ermöglichen“, erklärt Oberbürgermeister Thomas Westphal.

Die Organisation liegt in den Händen des Markthandel- und Schaustellerverbandes. Geplant sind vor allem Stände mit gebrannten Mandeln und anderen Süßwaren und Imbiss-Stände. Glühweinstände sind in der Corona-Zeit tabu.

Fünf Stände wird es nördlich der Reinoldikirche zwischen Platz von Leeds und Reinoldipylon geben. Dazu gehört auch ein auf dem Weihnachtsmarkt traditionelles Honighaus. Imker Ralf Schmidt baut dazu wieder ein Haus aus historischen Fachwerk-Teilen auf – „unter anderem mit Teilen von Haus Mentler“, berichtet Schmidt.

Einen Stand wird es an der Katharinenstraße, zwei an der Kampstraße, drei am Alten Markt und zwei an der Kleppingstraße geben. Verkaufsstart soll möglichst vor dem Wochenende sein, kündigt Schausteller-Sprecher Patrick Arens an. „Wir versuchen gerade, den Strom zu organisieren.“

Stadt sieht „öffentliches Interesse“

Der Mini-Weihnachtsmarkt trägt dazu bei, die Not der Schausteller zumindest ein wenig zu lindern. Denn sie leiden besonders unter dem Corona-Lockdown, dem Volksfeste und Weihnachtsmärkte zum Opfer gefallen sind. Der Dortmunder Weihnachtsmarkt mit mehr als 2 Millionen Besuchern ist normalerweise eine Haupteinnahmequelle der Schausteller-Familien.

Die vorübergehende Zurverfügungstellung von Sondernutzungsflächen im Stadtgebiet soll dazu beitragen, die wirtschaftlichen Härten abzufedern und ein positives Signal an die Betroffenen zu senden, heißt es dazu bürokratisch verklausuliert von der Stadt. „Vor diesem Hintergrund lässt sich eine derartige Nutzung öffentlicher Wegeflächen als im besonderen öffentlichen Interesse liegend rechtfertigen.“

Erhalten bleiben aber auch die selbst organisierten Angebote der Schausteller in den Stadtteilen. Viele verkaufen meist auf privaten Flächen – etwa in Deusen, Brechten oder Oestrich – Mandeln, Reibekuchen oder andere gewohnte Weihnachtsmarkt-Spezialitäten. Auch das Kerzenhaus auf dem Gelände von Ralf Schmidts Hof in Sölde bleibt erhalten.

Die meisten Angebote in der City sind erst einmal bis zum 23. Dezember, ein Teil bis zum 30. Dezember geplant. Aber auch im nächsten Jahr stellt die Stadt bis Ende März Flächen für Verkaufsstände zur Verfügung, wobei das Angebot dann teilweise wechseln soll.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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