Nach Auftrags-Ärger: Betreiber für S-Bahnlinien S1 und S4 steht fest

mlzS-Bahn-Auftrag

Viel Ärger gab es im Herbst 2019 um den Betrieb der S-Bahn-Linien 1 und 4. Dem Verkehrsunternehmen Keolis wurde der Auftrag entzogen. Jetzt ist klar, wer die Linien dauerhaft betreibt.

Dortmund

, 03.04.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein Paukenschlag, als der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) Mitte September dem Verkehrsunternehmen Keolis mit der Marke Eurobahn den neu vergebenen Auftrag für den Betrieb der S-Bahn-Linien S1 und S4 entzog - nur zwei Monate vor der geplanten Übernahme. Es gebe Zweifel, dass Keolis ausreichend Personal zur Verfügung stellen könne, um den zuverlässigen Betrieb zu sichern, hieß es zur Begründung.

Der bisherige Betreiber DB Regio wurde mit dem Notbetrieb beauftragt, der maximal zwei Jahre andauern sollte. Zugleich wurde ein neues europaweites Wettbewerbsverfahren um den Betrieb der beiden S-Bahn-Linien mit zusammen rund 4,9 Millionen Zugkilometern pro Jahr gestartet.

Vor allem für den Nah- und Regionalverkehr in Dortmund haben die beiden Linien zentrale Bedeutung. Die S1 ist sogar die am meisten genutzte S-Bahn-Linie im VRR-Gebiet, fährt vom Dortmunder Hauptbahnhof quer durch das Ruhrgebiet nach Solingen und bindet dabei Dorstfeld, die Universität, Oespel und Kley an. Die S 4 fährt entlang der Hellwegschiene von Unna über die Innenstadt bis Lütgendortmund.

Auftrag über zehn Jahre

Jetzt steht fest, wer die Linien ab Dezember 2021 für weitere zehn Jahre fahren wird: Der bisherige Betreiber DB Regio konnte sich in dem europaweiten Wettbewerb durchsetzen. Das teilte der VRR am Donnerstag offiziell mit. Keolis hatte schon im Vorfeld erklärt, an dem Verfahren für die Neuausschreibung nicht mehr teilzunehmen.

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„Auf den beiden S-Bahn-Linien kommen auch künftig die aktuell fahrenden, rundum modernisierten Fahrzeuge des Typs ET 422 im grün-weißen Design zum Einsatz“, erklärt der VRR. Sie werden DB Regio vom VRR zur Verfügung gestellt.

Belohnung für gute Leistung

Vereinbart wurde auch ein umfangreiches Service-Paket. „Tagsüber werden Kundenbetreuer jede zweite Fahrt, abends sogar jede Fahrt als Ansprechpartner für die Fahrgäste und zur Erhöhung der Sicherheit begleiten“, teilt der VRR mit.

Außerdem sieht der Verkehrsvertrag ein Bonussystem vor, mit dem „hohe Qualität belohnt“ werden soll. Danach sollen „Mitarbeiter der Linien S1 und S4 bei einer besonders hohen Kundenzufriedenheit einen Bonus erhalten“.

Ausbildung von Lokführern

Auch die Sorge vor einem Personalmangel, die Keolis zum Verhängnis wurde, spielt eine Rolle. DB Regio ist verpflichtet, während der Vertragslaufzeit über 50 neue Lokführer (im Fachjargon heißt das Triebfahrzeugführer) auszubilden. Zugleich werden eigen verschuldete Zugausfälle, etwa wegen fehlender Lokführer, deutlich stärker als bisher finanziell bestraft, fremd verschuldete Ausfälle, zum Beispiel aufgrund von Streckensperrungen, dagegen weniger stark.

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