Einbruchs-Prozess kann nicht starten - weil der Angeklagte betrunken war

mlzProzessauftakt

Statt vor Gericht zu erscheinen, hat ein 19-jähriger Angeklagter offenbar lieber tief ins Glas geschaut. Die Richter reagierten mit dem schärfsten Mittel, das ihnen zur Verfügung steht.

Dortmund

, 21.04.2020, 17:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Prozess hatte kaum begonnen, da musste auch schon die Polizei eingeschaltet werden. Am Bochumer Landgericht sollte am Dienstag, 21. April, eigentlich gegen vier mutmaßliche Mitglieder einer Pflastersteinbande verhandelt werden, die auch in Dortmund ihr Unwesen trieben. Doch das Verfahren begann mit einer Überraschung.

Einer der Angeklagten hatte den Vormittag offenbar dazu genutzt, um seinen Frust in Alkohol zu ertränken. Mittags ist er in seiner Heimatstadt Witten noch dabei gesehen worden, zum Prozessauftakt - ein paar Stunden später - hat es der 19-Jährige dann offenbar nicht mehr geschafft. Sein Platz auf der Anklagebank blieb leer. Jetzt wird er von der Polizei mit Haftbefehl gesucht.

Drei Einbrüche in Netto-Markt

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die vier Freunde aus Witten zu einer Bande gehörten, die zwischen Dezember 2018 und Juni 2019 immer wieder in Tankstellen, Discounter und Kioske eingebrochen ist. Die Scheiben wurden mit Pflastersteinen, Gullydeckeln oder anderen schweren Gegenständen eingeschlagen. Die Beute bestand im Wesentlichen aus Zigaretten.

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In Dortmund wurde gleich dreimal in den Netto-Markt an der Kruckeler Straße eingebrochen. Bevor es vor Gericht nun richtig losgeht, muss der abgetauchte Angeklagte erst festgenommen werden.

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