Dortmunds neue Corona-Teststelle an der Bornstraße in der Nordstadt © dpa
Zusätzliche Corona-Maßnahmen möglich

Dortmund hat seit sieben Tagen eine 200er-Inzidenz – was nun?

Mit Oberhausen hat die erste Ruhrgebiets-Großstadt eine Ausgangssperre verkündet. Seit Montag könnte auch Dortmund theoretisch härtere Corona-Maßnahmen einführen. Doch tut es die Stadt auch?

Seit Sonntag ist Dortmund Teil eines unrühmlichen Clubs: Die Stadt gehört nun zu den NRW-Kommunen, deren Inzidenzwert sieben Tage lang über 200 liegt. Am vergangenen Montag (14.12.) kletterte er nach Angaben der Stadt auf 203,3 und blieb die ganze Woche über dieser Marke. Am Sonntagnachmittag gab ihn die Stadt mit 221,5 an.

Die aktuelle Corona-Schutzverordnung bietet den Kommunen die Möglichkeit, in diesem Fall zu reagieren. Liegt die 7-Tage-Inzidenz sieben Tage lang über dem Wert 200, können die kommunalen Ordnungsbehörden „zusätzliche Schutzmaßnahmen“ anordnen.

Eine andere Ruhrgebiets-Großstadt nutzte diese Option am Montag (21.12.): Oberhausen kündigte an, das voraussichtlich ab Dienstag Ausgangsbeschränkungen gelten.

Zwischen 21 Uhr und 5 Uhr sollen Einwohner dann nur noch mit triftigem Grund vor die Tür dürfen, etwa für den Weg zur Arbeit, für die Versorgung von Hilfsbedürftigen oder die Versorgung von Tieren. Spiel- und Bolzplätze werden gesperrt, wie die Stadt am Montag mitteilte. Die Anzahl der Trauergäste bei Beerdigungen wird auf höchstens 50 begrenzt.

Die Stadt Dortmund plant solche Maßnahmen jedoch aktuell nicht, bestätigte Pressesprecherin Anke Widow am Montag erneut. Auch wenn die Inzidenz sieben Tage lang über 200 liege, werde man „im Moment keine weiteren Maßnahmen ergreifen“.

Es ist also kein Automatismus, der greift. In der Schutzverordnung steht eindeutig, dass vor Ort zusätzliche Regeln aufgestellt werden „können“, nicht „müssen“.

Stadt Dortmund beobachtet die Gesamtlage

„Allein diese Zahl löst keine weiteren Maßnahmen aus“, sagte Widow am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion. Man betrachte stets die gesamte Corona-Lage. Dazu gehören neben der Inzidenz beispielsweise auch die Patientenzahlen und die Auslastung der Krankenhäuser.

Wichtig zudem: In der Verordnung steht, dass die Maßnahmen „im Einvernehmen“ mit dem Gesundheitsministerium anzuordnen sind. Bevor in Dortmund also weitere Einschränkungen greifen könnten, würde eine entsprechende Absprache erfolgen, so Widow am Freitag.

Bisheriger Inzidenz-Höchstwert am 7. November

Zweimal lag die Inzidenz in Dortmund bereits sieben Tage lang über der 200er-Marke: Zwischen dem 5. und 11. November und dem 18. und 24. November schwankten die Werte. Der bisherige Maximalwert datiert vom 7. November: 235,8.

Zur Erinnerung: Noch Mitte Oktober galten Städte schon ab einer 35/50-Inzidenz als Hotspots, was unter anderem eine Ausweitung der Maskenpflicht zur Folge hatte. Alle NRW-Kommunen liegen gegenwärtig weit über diesem Wert.

Der traurige Spitzenreiter hat derzeit einen Inzidenzwert von 342. Es ist Oberhausen, wo nun eine Ausgangssperre gelten soll. Der Inzidenzwert der Stadt liegt über 50 Prozent über dem von Dortmund.


Mit dpa-Material

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