70-PS-Rollstuhl aus den USA rast nach Dortmund

mlzDortmund vor 30 Jahren

Ein Blick in unser Archiv bietet eine echte Zeitreise. Heute in unserer Serie „Dortmund vor 30 Jahren“: Ein 70-PS-Rollstuhl, eine finstere Müll-Dystopie und eine neue Skulptur für Hörde.

von Beat Linde

Dortmund

, 01.08.2020, 08:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was war heute vor 30 Jahren in Dortmund los? Worüber haben die Menschen gesprochen, was war aktuell? In unserer Serie „Dortmund vor 30 Jahren“ werfen wir für Sie täglich einen Blick in unser Zeitungsarchiv - und lassen die Vergangenheit wieder lebendig werden. Heute: der 1. August 1990.


Rasender Rollstuhlfahrer

Raymon Nachtwey wollte ein Zeichen setzen und Menschen mit Behinderungen Mut machen: Mobilität und Lebensfreude sind selbstverständlich auch für Menschen in einem Rollstuhl. In seinem Gefährt - halb Motorrad, halb Rollstuhl - mit 70 PS, machte sich der Amerikaner auf über den Atlantik, zu einer Tour, die ihn durch 16 europäische Länder und schließlich nach Dortmund führen sollte.

Davor war er bereits durch Nordamerika gereist und war Gast bei der Weltaustellung 1986 in Kanada. Den Endpunkt Dortmund hatte er nicht beliebig ausgewählt, denn Nachtweys Vorfahren wanderten von hier aus nach Amerika aus. Deswegen wollte er nach seinen Reisen und vor seiner Rückkehr in die Staaten noch etwas Ahnenforschung betreiben.

Jetzt lesen


Brettspiel aus und gegen Müll

Eine spielerische Müll-Dystopie entwickelte die Kinderinitiative der „Dorstfelder Stampfkartoffeln“. 1990 überlegten die Kinder wie die Müllentsorgung im Jahr 2000 aussehen könnte und formten aus diesen Überlegungen ein Brettspiel.

Die Ausgangslage in diesem Spiel war: „Die Abfallbeseitigung ist teurer geworden: 50 Mark müssen die Bürger jede Woche für die Müllabfuhr bezahlen. Da lohnt es sich schon [...] einmal zu überlegen, woher der ganze Müll eigentlich kommt“.

Alle Spielfiguren und Materialien waren recycelt und die Stampfkartoffel-Kinder waren überaus erfolgreich: Bundesweit gab es Anfragen für das Spiel, das die Initiative für 25 DM anschließend vertrieb.

Jetzt lesen


Neue Stahlskulptur für Hörde

650 Jahre feierte die Stadt Hörde. Ein stattliches Alter, das die „Schlanke Mathilde“, dabei handelte es sich um einen gleichnamigen Hörder Stammtisch, dazu veranlasste, dem Hörder Marktplatz ein Kunstwerk zu schenken. Präsentiert wurde ein Entwurf des Bildhauers Egbert Broerken, der aus fünf Stahlsäulen bestand, die Hörde mit Industrie, Wohnhäusern und der Hörder Burg verkörpern sollten.

Angefertigt wurde die Stahlskulptur von vier Lehrlingen der Hoesch-Lehrwerkstatt in 1600 Arbeitsstunden. Die Kosten für das Projekt (70.000 Mark) brachten allein die Mitglieder der Schlanken Mathilde auf, die allerdings davon profitierten, dass Hoesch ihnen nur die reinen Materialkosten für das Projekt berechneten.

Jetzt lesen


Gemischte Bilanz bei Nordstadt-Schulen

Gutes wie Schlechtes konnte über die Situation ausländischer Schüler in der Dortmunder Nordstadt bilanziert werden, das ging aus einem Bericht des Schulverwaltungsamtes hervor. Generell hatte sich die Lage der Schüler verbessert, allerdings auf sehr niedrigem Niveau. Die Schulen der Dortmunder Nordstadt waren laut dem Bericht nicht so ausgestattet wie es Brennpunkt-Schulen sein sollten.

Über die Hälfte der Schüler hatte einen Migrationshintergrund, an den Hauptschulen waren es sogar 75 Prozent. Viele dieser Schüler waren im Alltag zudem Ausländerfeindlichkeit ausgesetzt und kamen aus schwierigen Verhältnissen. Immerhin: Es gab ein kleines Wachstum bei den verzeichneten Abiturabschlüssen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt