Rechtsanwalt verteidigt seinen drogensüchtigen Ex-Praktikanten

mlzSerie „Dortmund vor 30 Jahren“

Was waren Top-Nachrichten in Dortmund am 4. August 1990? In unserer Serie „Dortmund vor 30 Jahren“ schauen wir zurück.

von Beat Linde

Dortmund

, 04.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was war vor 30 Jahren in Dortmund los? Worüber haben die Menschen gesprochen, was war aktuell? In unserer Serie „Dortmund vor 30 Jahren“ werfen wir für Sie einen Blick in unser Zeitungsarchiv – und lassen die Vergangenheit wieder lebendig werden. Heute der 4. August 1990:


Mehrere Fälle mit Heroin-Abhängigen

Vor 30 Jahren hat unsere Redaktion gleich mehrere Tage hintereinander von Fällen berichten, in die Heroin-Abhängige involviert waren. So starben schon 24 Menschen an Drogen von Januar bist August 1990, zum anderen mehrten sich die Fälle von Beschaffungskriminalität: Ein Paar überfiel eine Tankstelle und erbeutete fast 1000 DM, die sie sofort umsetzten in neuen Stoff. Eine Woche später wurden beide festgenommen und sofort in eine Entziehungsanstalt eingewiesen.

In einem zweiten Fall verteidigte ein Anwalt seinen ehemaligen Praktikanten. Der war kriminell geworden, um seine Sucht finanzieren zu können und hatte dabei das Versteck eines anderen Drogensüchtigen entdeckt. Als er dessen Heroin dann verkaufen wollte, wurde er von der Polizei erwischt.


Auto parkt seit Monaten an der gleichen Stelle

Ein Golf aus Hamburg zog Unmut auf sich: Der August war schon der dritte Monat, den das Fahrzeug sich nicht vom Fleck bewegte. Grund genug für die Anwohner, bei der täglichen Suche nach freien Parkplätzen in Rage zu geraten. Aber ihre Bitte, die Polizei möge sich dazu durchringen, das Auto abzuschleppen, wurde nicht erhört.

Die Polizei sagte, es sei ihr nicht möglich, den Wagen abzuschleppen, das sei Aufgabe des Straßenverkehrsamtes. Das wiederum sagte, dass der Wagen nicht mehr zugelassen sei, weswegen er in den Aufgabenbereich des Ordnungsamtes falle. Das Ordnungsamt konnte daraufhin die Gemüter beruhigen - und versprach sich der Sache anzunehmen.


Umzug wegen „Knöllchenschwemme“ und Lärm

In einem ganz anderen Parkdilemma fanden sich die Anwohner des Lüdgendortmunder Hellwegs wieder. Schon gebeutelt durch die Mehrbelastung aufgrund der Sperrung der Lüdgendortmunder Straße mussten sie dann auch noch den Bau eines neuen Fuß- und Radwegs verkraften. Das Parken auf dem Gehweg war somit nicht mehr erlaubt. Die empörten Bewohner entschlossen sich allerdings, sich dem neuen Verbot kollektiv zu widersetzen, was eine „Knöllchen-Schwemme“ auslöste. Anfänglich 50 DM und anschließend noch 30 DM mussten sie jedesmal berappen, wenn die Politessen auf Streifzug gingen.

Eine Unterschriften-Aktion brachte die gewünschte Aufmerksamkeit des Straßenverkehrsamts, das sie einlud zu einer gemeinsame Diskussionsrunde. Für eine Anwohnerin waren der Lärm und die Knöllchen-Schwemme allerdings zu viel. Sie suchte bereits nach einer neuen Wohnung.


Teure Krieger kommen nach Dortmund

2000 Jahre alte Krieger kamen vor 30 Jahren in Dortmund an. Ein Teil der chinesischen Terrakotta-Armee wurde im Museum am Ostwall in Empfang genommen. Dick verpackt in Styropor, Mull und Klebestreifen sahen sie aus wie Mumien.

Es war ein delikater Transport: Der Seniorchef der Kunstspedition Hasenkamp überwachte die Übergabe persönlich, schließlich lag der Versicherungswert der Krieger samt ihrer Pferde und Wagen bei 85 Millionen Mark.

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