„Dortmund-Quarantänebrücke“ - überall in Dortmund tauchen Corona-Graffiti auf

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Das Coronavirus hat einige Graffitisprayer in Dortmund motiviert. Manche der neuen Sprühereien sind jedoch illegal und ein Fall für die Bundespolizei.

Dortmund

, 24.03.2020, 19:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehrere illegale Graffiti stellten Einsatzkräfte der Bundespolizei am 23. März im Dortmunder Stadtgebiet fest - an Haltestellen wurden Schilder übersprüht. Allen Graffiti gemein ist der Bezug zum Coronavirus. Die Polizei findet, dass sie mit den „Ängsten der Bürger“ spielen.

Das erste Graffito wurde gegen elf Uhr an der Haltestelle Dortmund-Körne West von den Bundespolizisten festgestellt. Sechs Bahnsteigbeschilderungen waren übersprüht worden. Statt der Haltepunkt-Angabe war „Dortmund-WUHAN West“ zu lesen - eine Anspielung auf die chinesische Stadt Wuhan, von der aus sich das Coronavirus weltweit verbreitete.

Ähnliche Schmierereien fanden die Bundespolizisten auch an weiteren Haltestellen im Stadtgebiet vor. Am Haltepunkt Dortmund Möllerbrücke wurden acht Schilder in „Dortmund Quarantänebrücke“ geändert. Anstatt Dortmund West las man auf sechs Schildern „Dortmund Little Italy“.

Schaden von etwa 900 Euro entstanden

„Dortmund Covid19haus“ ersetzte die Aufschrift der Schilder am Haltepunkt Dortmund Stadthaus. Es handelte sich um Graffiti mit Lackfarbe. Die Bundespolizei gab an, insgesamt sei ein Schaden von etwa 900 Euro entstanden.

Ein Virus-Graffito steht auf einem Bauwagen in der Kaiserstraße.

Ein Virus-Graffito steht auf einem Bauwagen in der Kaiserstraße. © Martina Niehaus

Auch an anderen Stellen im Stadtgebiet sind offenbar Sprayer unterwegs, die sich das Coronavirus zum Thema auserkoren haben. So ist das Motiv eines Virus, das mit einem Mundschutz ausgestattet ist, auf einem Bauwagen an der Kaiserstraße zu sehen.

An der Ecke Kaiserstraße / Moltekestraße, genau gegenüber des Rewe-Marktes, prangen gleich zwei kleine Viren, die einen Mundschutz tragen. Dafür kletterten die Sprayer bis in den ersten Stock.

Zwei Viren mit Mundschutz - ein solches Graffito befindet sich seit einigen Tagen an einer Hauswand in der Kaiserstraße.

Zwei Viren mit Mundschutz - ein solches Graffito befindet sich seit einigen Tagen an einer Hauswand in der Kaiserstraße. © Martina Niehaus

Ob diese Graffiti illegal sind oder nicht, steht noch nicht fest. Bei der Polizei Dortmund lagen bis zum Dienstagnachmittag (17 Uhr) keine Anzeigen vor. Die besprühten Flächen befänden sich im Privatbesitz. Stadtsprecher Christian Schön betont: „Die Graffiti befinden sich an privaten Häusern und sehen nach gewollter privater Fassadengestaltung aus.“

Viele Graffiti in Dortmund nehmen gerade Bezug auf das Coronavirus - auch in der Kaiserstraße.

Viele Graffiti in Dortmund nehmen gerade Bezug auf das Coronavirus - auch in der Kaiserstraße. © Martina Niehaus

„Mir gefallen die kleinen Viren mit dem Mundschutz“, sagt eine Passantin, die gerade vor dem Rewe-Markt in der Schlange steht. „Ich finde, die muntern einen gerade ein wenig auf.“ Ihren Namen möchte die 25-Jährige allerdings nicht nennen. „Ich kann mir vorstellen, dass die Polizei das anders sieht als ich“, sagt sie.

„Der Hauseigentümer kann sich selbstverständlich bei der Polizei in Dortmund melden und Anzeige erstatten“, heißt es vonseiten der Polizei Dortmund.

Die Bundespolizei sucht derweil nach Zeugen, die etwas von den illegalen Farbschmierereien gesehen haben. Hinweise zur Erkennung von illegalen Sprayern sowie weitere Tipps zum Thema gibt die Polizei in dieser Meldung.

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