Kampf um Ansiedlung: Dortmund könnte eine neue Hochschule bekommen

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Das Rennen ist eröffnet: Die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung (HSPV) in Gelsenkirchen sucht einen neuen Standort im Ruhrgebiet. Dortmund hat gleich zwei Bewerber im Feld.

Dortmund

, 28.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Man habe „hohes Interesse, diese Einrichtung zu gewinnen“, sagt Dortmunds Planungsdezernent Ludger Wilde. Denn die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung (HSPV) sucht einen neuen Standort im Ruhrgebiet.

Die Stadt selbst will keine Bewerbung einreichen. Doch dafür gibt es Interessenten aus der Privatwirtschaft, die damit liebäugeln, ein Grundstück bereitzustellen und einen Neubau hochzuziehen. Die Stadt werde jedem Interessenten „volle Unterstützung“ anbieten, sagt Wilde – indem sie etwa für Planrecht und ein zügiges Genehmigungsverfahren sorge.

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Die HSPV ist eine Einrichtung des Landes NRW. Dort werden Studierende der Polizei, der Landes- und Kommunalverwaltung sowie der Rentenversicherung ausgebildet.

„Moderner Hochschulcampus“ für 4500 Studierende

Gewünscht wird ein Komplex mit rund 20.000 Quadratmetern Nutzfläche. Dort sollen die Hochschulleitung und die Zentralverwaltung untergebracht werden. Obendrein muss Platz für rund 4500 Studierende sein. „Es soll ein moderner Hochschulcampus entstehen“, sagt eine Sprecherin der HSPV.

Bislang ist der Lehrbetrieb auf mehrere Städte verteilt, die Dortmunder Dependance hat ihren Sitz im Technologiezentrum. Vier Kommunen kommen für die HSPV als Standort für den Hochschulcampus in Betracht: Bochum, Gelsenkirchen, Herne – und eben Dortmund. „Alle vier Städte befinden sich in dem Einzugsgebiet der bisherigen Verbundabteilung Gelsenkirchen und sind zentral gelegen“, heißt es.

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Besonders großes Interesse hat die Stadt Gelsenkirchen: Sie war bislang per Gesetz als Standort der HSPV-Zentrale festgeschrieben – und muss plötzlich um die Einrichtung zittern.

Bislang hatte die Hochschule in einem ersten Schritt ein (rechtlich unverbindliches) Verfahren zur „Markterkundung“ gestartet, das Mitte August abgeschlossen worden ist. Ziel sei es gewesen, sich einen ersten Überblick „über verfügbare Liegenschaften und geeignete Grundstücke zu verschaffen“.

Eröffnung im Herbst 2025 geplant

Die Stadt Gelsenkirchen ist bereits in die Vollen gegangen – und hat über ihre Stadtwerke und ihre kommunale Wohnungsgesellschaft einen ersten Entwurf

für einen Campus inklusive eines 11-geschossigen Hochhauses erstellen lassen. Das Investitionsvolumen liegt, abhängig von den Erfordernissen der HSPV, zwischen 105 und 180 Millionen Euro.

Ob der Entwurf tatsächlich zum Zuge kommt, ist offen. Ernst wird es in der zweiten Runde des Verfahrens, das 2021 in die europaweite Ausschreibung geht. Die Tür steht allen Interessenten offen – nicht nur jenen, die im ersten Schritt dabei waren.

„Die Unterlagen für die Ausschreibung werden in Kürze erarbeitet“, sagt eine HSPV-Sprecherin. Der Zeitrahmen ist ambitioniert: 2022 soll mit dem Bau begonnen werden, die Eröffnung ist für September 2025 terminiert.

Freundlieb bereitet Angebot vor

Auch wenn die Stadt Dortmund direkt keine Karten im Spiel hat – zwei Interessenten aus der Privatwirtschaft schon. „Ja, wir würden das Projekt gern umsetzen“, bestätigt Michael Freundlieb vom gleichnamigen Dortmunder Bauunternehmen auf Anfrage. Man werde versuchen, einen weiteren Investor als Partner zu gewinnen.

„Es soll auf eine Investorengemeinschaft hinauslaufen“, sagt er. Einen Standort hat das Unternehmen bereits vorgeschlagen. Um welche Fläche es geht, wollte Freundlieb noch nicht verraten: Man habe derzeit noch keine Verfügung über das Grundstück.

An der Ansiedlung der Hochschule zeigt sich auch ein weiteres Dortmunder Familienunternehmen interessiert, das aktuell nicht genannt werden möchte. Es handele sich um „ein interessantes Projekt“, heißt es dort.

Das Unternehmen hat zwei Grundstücksvorschläge eingebracht: Eine Fläche liegt auf Phoenix-West, die weitere am Phoenix-See. Nach Sichtung der Unterlagen soll entschieden werden, ob man 2021 ins weitere Verfahren einsteigt.

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