Dortmund oder Essen - welche Revierstadt ist 2040 die größte?

mlzBevölkerungsprognose

Dortmund wächst noch jahrelang, so das Statistische Landesamt IT.NRW. Die Stadt sieht ebenfalls Wachstum - nennt aber viel höhere Zahlen. Das hat Bedeutung im Wettstreit mit Essen.

Dortmund

, 16.07.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dortmund wächst. Und das wird auch noch einige Zeit so weiter gehen. Das bestätigt erneut das Statistische Landesamt IT.NRW mit einer aktuellen Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2040. Die neue Veröffentlichung bestätigt die Zahlen, die schon Ende vergangenen Jahres erstmals genannt worden waren: Danach gehört Dortmund zu den Gewinnern der Bevölkerungsentwicklung in NRW. Während für viele ländliche Gebiete, vor allem im Sauerland, ein Rückgang vorausgesagt wird, soll die Einwohnerzahl in Dortmund bis zum Jahr 2020 um 4,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2018 wachsen.

In Zahlen heißt das: Dortmund zählt 2040 612.100 Einwohner. Diese Prognose basiert allerdings auf den Daten des Statistischen Landesamtes mit einer Bevölkerungszahl von 586.600 zu Beginn und 587.010 zum Ende des Jahres 2018.

Die Dortmunder Statistiker sehen die Bevölkerungszahl schon jetzt über der Marke von 600.000. Demnach lebten Ende 2018 602.566 Menschen Dortmund. Das könnte bei gleichem Wachstum also eine noch höhere Bevölkerungszahl im Jahr 2040 bedeuten.

Unterschiedliche Datengrundlagen

Dass die Bevölkerungsstatistiken so unterschiedlich ausfallen, beklagen Experten schon seit Jahren. Land und Stadt wollen sich möglichst bald um eine Bereinigung bemühen.

Das Grundproblem: Die Daten von IT.NRW basieren auf dem Zensus von 2011, einer Art Mini-Volkszählung, bei der nur ein Teil der Einwohnerschaft erfasst wurde. Diese Stichprobe wurde dann hochgerechnet und fortgeschrieben. Die Dortmunder Zahlen basieren auf dem aktuellen Melderegister der Stadt.

Das Datenproblem besteht auch bei anderen Städten. So zählte die Stadt Essen Ende 2018 selbst 595.450 Einwohner, die Landesstatistik weist dagegen nur 583.109 aus.

Wettkampf mit Essen

Von Bedeutung könnte eine Angleichung der Daten vor allem für die Frage sein, welche Stadt im Jahr 2040 die größte im Ruhrgebiet ist. Für Essen sagen die Landestatistiker ein Wachstum von 5,1 Prozent voraus, sodass die Stadt mit 613.100 Einwohnern bis dahin wieder knapp vor Dortmund liegen würde.

Immerhin sind Dortmund und Essen die einzigen Städten im Ruhrgebiet, denen ein langfristiges Wachstum vorhergesagt wird. Alle anderen Ruhrgebietsstädte sollen nach der Bevölkerungsprognose Einwohner verlieren.

Alterdurchschnitt steigt

Als positiven Trend für Dortmund sehen die Statistiker des Landes auch die Altersentwicklung. Zwar nimmt grundsätzlich der Anteil der älteren Bevölkerung in NRW und damit auch der Altersdurchschnitt zu. Dortmund soll aber nach Düsseldorf und gemeinsam mit Bochum auf den niedrigsten Zuwachs im Alterdurchschnitt kommen.

So soll bei Männern das Plus bei 1,1 Jahren liegen, im Schnitt der kreisfreien Städte sollen es 1,5 Jahre sein. 42 Jahre sind es aktuell.

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