Parkgebühren in Dortmund rauf! Neues Klimabündnis stellt erste Forderungen

mlzKlimaschutz

Der Rat wollte den Klimanotstand für Dortmund nicht ausrufen – zur Enttäuschung des neuen Klimabündnisses. Doch die 8000 Menschen, die hinter dem Bündnis stehen, haben einen eigenen Plan.

Dortmund

, 05.07.2019, 17:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Thomas Quittek hatte schon Sorge, dass der Platz auf dem Info-Faltblatt nicht reicht. Beim Dortmunder Sprecher des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) meldeten sich immer mehr Vertreter von Verbänden und Initiativen aus den Bereichen Energie, Mobilität und Naturschutz, die sich dem neu gegründeten Dortmunder Klimaschutzbündnis angeschlossen haben – angefangen beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu) über Greenpeace und Fridays for Future bis zum Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und dem Union Gewerbehof. Aktuell sind es 23. Dazu kommen viele Bürger, die keine Verbandsmitglieder sind.

Die von der Fridays-for-Future-Bewegung in den Fokus gerückte Bedrohung der Lebensgrundlagen auf unserem Planeten durch den Klimawandel haben den Anliegen der Umweltschützer neuen Schub verliehen.

„Ein Bündnis so vieler Verbände und Initiativen mit insgesamt über 8000 Mitgliedern ist in dieser Form einmalig für Dortmund.“, so Quittek. Er betont: „Aber bei uns sind alle, nicht nur Verbandsvertreter willkommen.“

Über Ratsbeschluss enttäuscht

Auch der Rat hatte sich am Donnerstag in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause mit dem Klimaschutz befasst und weitere Maßnahmen beschlossen. Allerdings wollten CDU und SPD trotz eines eigenen Antrags zum Klimaschutz nicht wie andere Städte den Klimanotstand ausrufen. „Ich persönlich hatte nichts anderes erwartet“, sagte Quittek am Freitag. „Trotzdem bin ich enttäuscht. Das hätte eine wichtige Signalwirkung in die Stadtgesellschaft gehabt.“

Das neue Klimabündnis wolle in einem halben Jahr erneut den Antrag stellen, den Klimanotstand für Dortmund zu erklären, kündigte der BUND-Sprecher an. „Wir haben die Hoffnung, dass auch die Ratsvertreter von SPD und CDU bis dahin erkennen, wie wichtig das den Bürgern ist.“

Erster Klimadialog am Samstag

Die Stadt ist seit 1993 Mitglied im Klima-Bündnis der europäischen Städte. Die aktuelle CO2-Bilanz für Dortmund zeige aber, dass die Stadt noch weit entfernt sei von den lokalen Klimazielen. Hier sieht das Bündnis dringenden Handlungsbedarf. Zielgruppen sind neben der Politik die Bürger. Das Klimabündnis will sich unter anderem in das vom Rat am Donnerstag beschlossene Handlungsprogramm „Klima Luft 2030“ einbringen.

Außerdem veranstaltet es Klimadialoge, zu denen sich Bürger und Initiativen zusammenfinden. Vertreter aus Politik und Verwaltung sind eingeladen mitzumachen. Die Dialoge sollen sich zu einem offenen Klimaparlament entwickeln, kündigt Pfarrer Friedrich Laker an, der dem Klimabündnis mit der Pauluskirche ein Domizil gibt. Der erste Dialog ist am Samstag (6. Juli), 14 Uhr, in der Pauluskirche, Schützenstraße 35.

Forderungskatalog für die Kommunalwahl

Das Bündnis will zur Kommunalwahl einen Forderungskatalog erstellen. So soll die Stadt die Energiewende vor Ort voranbringen und dazu beitragen, den Kohleausstieg zu fördern. Eckhard Althaus vom Bündnis DEW-kommunal: „Der Rat muss dafür sorgen, dass DEW21 endlich vollständig in kommunale Hand kommt und die RWE-Aktien verkauft werden.“

Großen Handlungsbedarf sieht das Netzwerk im Bereich Mobilität. Hier gibt es nach wie vor keine Minderung der CO2-Emissionen. Lorenz Redicker vom VCD: „Kleinere Maßnahmen zur Förderung des Umweltverbandes wie Zu-Fuß-Gehen, Radfahren und ÖPNV reichen nicht aus. Die Dominanz des Autoverkehrs muss gebrochen werden, zum Beispiel durch Erhöhung von Parkgebühren und die Umwidmung von Straßenraum zugunsten von Fußgängern und Radfahrern.“

Das Klimabündnis trifft sich an jedem ersten Donnerstag im Monat um 18 Uhr in der Pauluskirche, das nächste Mal am 1. August.

Mitglieder des Klimabündnisses sind: ADFC Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, Dortmund, AGARD Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz in Dortmund, ARIWA Animal Rights Watch Ruhrgebiet, Attac Dortmund, BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Dortmund, Bündnis DEW-kommunal, Do-FOSS Bürger*inneninitiative für Freie Software, Fridays for Future Dortmund, Parents for Future Dortmund, Gemeingüter-Initiative von Pauluskirche und Kultur, Greenpeace Dortmund, Initiative Dortmund - Kolumbien, IPPNW Internationale Ärzte für die Verhütung des Atom-krieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Dortmund, iz3w Informationszentrum Dritte Welt, Dortmund, Kultur und Leben e.V., NABU Naturschutzbund Deutschland, Dortmund, Naturfreunde Kreuzviertel, netz NRW - Verbund für Ökologie und soziales Wirtschaften, SGF Schutzgemeinschaft Fluglärm DO - Kreis Unna, Solidarische Landwirtschaft Dortmund, Tante Albert Gemeinschaftsgartenprojekt, VCD Verkehrsclub Deutschland, Dortmund/Unna, VegaDo vegan leben in Dortmund, VeloKitchen Selbsthilfewerkstatt - Vegane Küche, VeloCityRuhr. Kontakt: Friedrich Laker, klimabuendnis-dortmund@posteo.de, Tel. 0170 3144148.
Lesen Sie jetzt