Rasuren sind im Friseursalon wieder erlaubt - Regeln sind strikt

mlzCorona-Schutzverordnung

Dortmunds Friseure und Barbiere dürfen wieder nah ran an ihre Kunden: Auch Augenbrauen zupfen und Bartpflege sind mittlerweile erlaubt. Doch die Anti-Corona-Regeln dafür sind strikt.

Dortmund

, 15.05.2020, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Salon von Said Moori und Ugur Karakazulu an der Hohen Straße ging es in der vergangenen Woche ungewohnt zu. In dem Barber-Shop, den die zwei betreiben, durfte nicht rasiert werden. Auch Augenbrauenpflege war in den „Barber Rooms“ tabu. Beide gehören nämlich zu den sogenannten „gesichtsnahen“ Dienstleistungen.

„Das war sehr ungewohnt“, berichtet Said Moori im Gespräch mit der Redaktion. In den „Barber Rooms“ kann man ganze Dienstleistungs-Pakete buchen - als dann plötzlich nur die Hälfte der Dienstleistungen erlaubt war, seien viele Kunden enttäuscht gewesen.

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Doch seit auch Kosmetik- und Nagelstudios wieder öffnen dürfen, ist das Verbot der gesichtsnahen Dienstleistungen obsolet - ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern ist bei der Gesichtsbehandlung oder der Maniküre schließlich nicht einzuhalten.

Neue Regeln in der Schutzverordnung

Deswegen wurde die Corona-Schutzverordnung für NRW am Montag (11. Mai) aktualisiert. Seitdem sind gesichts- und körpernahe Dienste auch in Friseursalons erlaubt, jedoch unter erwartungsgemäß strengen Auflagen.

In der Verordnung heißt es, dass Beschäftigte mindestens eine FFP2-, eine KN95- oder N95-Maske tragen müssen, wenn sie den Sicherheitsabstand nicht einhalten können. Noch dazu müssen sie eine Schutzbrille oder einen Gesichtsschild tragen.

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Bei der Friseur-Innung Dortmund betrachtet man diese Neuregelung mit gemischten Gefühlen. Damit verbunden sind weitere Investitionen in zusätzliche Schutzausrüstung, wie Obermeister Frank Kulig zu Bedenken gibt. Außerdem ist es ein weiteres Ansteckungsrisiko für die Mitarbeiter.

Was, wenn jemand niesen muss?

„Manchmal müssen Kunden bei der Rasur niesen, weil ihnen Härchen in die Nase geraten“, berichtet der Friseurmeister aus seinem Arbeitsalltag. „Danach muss ich ja den gesamten Arbeitsbereich desinfizieren.“ Er erinnert an die Verantwortung, die Friseursalons auch für ihr Team tragen und empfiehlt, genau abzuwägen, ob sich das Risiko, das mit Augenbrauen- oder Bartpflege einhergeht, lohnt.

Anders sehe die Situation natürlich in Geschäften wie dem „Barber Rooms“ aus, wo Rasur, Augenbrauenzupfen oder Bartpflege zum Kerngeschäft gehören. „Friseure können es sich erlauben, auf die Dienstleistungen ohne Abstand zu verzichten - diese Betriebe können das nicht“, sagt er und denkt dabei auch an Kosmetik- und Nagelstudios.

Die „Barber Rooms“ haben Anfang März erst eröffnet, der Öffnung waren große Investitionen vorausgegangen. Nach der wochenlangen Schließung müssen die Betreiber nun nicht nur mit weniger Einnahmen rechnen, sondern zusätzlich teures Schutzmaterial anschaffen. Finanziell lohne sich die Wiedereröffnung kaum, sagt Moori. Man habe nur geöffnet, um für die Kunden da zu sein.

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