Die beiden Tatort-Teams, hier die Dortmunder Kommissare (v.l.) Jan Pawlak (Rick Okon) und Martina Bönisch (Anna Schudt) sowie die Münchener Ermittler © WDR/Frank Dicks
Fernsehen

Dortmund und München ermitteln am Sonntag – Lohnt sich der Jubiläums-Tatort?

Der nächste Mord zum Sonntag kommt aus Dortmund und ist der erste Teil des Jubiläums-Tatorts zum 50-Jährigen der populären Kriminalreihe. Auf die Zuschauer wartet ein Fernseh-Ereignis.

Ein brutaler Messermord ist die Ouvertüre zum „Tatort“, der am nächsten Sonntag (29. November) mit Dortmunder Beteiligung im Ersten zu sehen ist – der packende Auftakt zu einer Doppelfolge, mit der die populäre Fernsehreihe ihr 50. Bestehen feiert und bei der die TV-Kommissare aus Dortmund und München zusammen ermitteln.

Teil 1 des Zweiteilers „In der Familie“ erzählt von der deutsch-italienischen Familie Modica, die sich auf die Mafia eingelassen hat, und einer Polizei, die einen Fehler macht. Einen fatalen Fehler.

Die beiden gegensätzlichen Kommissar-Teams aus Dortmund und München ermitteln zwar gemeinsam, aber auch gegeneinander. Der Mord, der in München passiert ist, führt die Münchener „Tatort“-Urgesteine, Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl), das dienstälteste Zweiergespann in der TV-Reihe, nach Dortmund.

Drama bahnt sich an

Dort kommen sie den Kollegen Peter Faber (Jörg Hartmann), Martina Bönisch (Anna Schudt), Nora Dalay (Aylin Tezel) und Jan Pawlak (Rick Okon) in die Quere, die in Amtshilfe für die italienische Polizei die Pizzeria der Familie Modica in Lütgendortmund observieren. Es gibt den Verdacht, dass die Mafia das verkehrsgünstig gelegene Lokal als Drogenumschlagplatz nutzt. Was fehlt, sind eindeutige Beweise, die der Staatsanwalt braucht, um einzugreifen.

Gleichzeitig wedeln die Münchener mit einem Haftbefehl für den Mafioso Pippo. Doch ein Zugriff würde die gesamte Mission der Dortmunder gefährden.

Pippo ist im Gepäck einer Drogen-Lieferung aus Kalabrien ins Haus der Modicas gekommen, um nach dem Mord in München unterzutauchen. Die Modicas müssen ihn aufnehmen. Die Mafia will es so. Ein Drama bahnt sich an, das unausweichlich auf den Abgrund zusteuert. Regisseur Dominik Graf, der den ersten Teil temporeich und fesselnd inszeniert hat, beschreibt die Geschichte so: „Wie eine Schraube, die sich langsam zudreht“.

Mit Untertiteln

In der Mitte der Modica-Familie vergiftet der skrupellose Pippo alle Werte, und bei der Polizei fechtet Faber aus, wie weit er mit seiner eigenmächtigen Ermittlungsstrategie gehen kann.

Die Zuschauer müssen sich auf Untertitel einstellen; denn die Mafiosi sprechen konsequent Italienisch. Das verleiht dem Film Authentizität. Ebenso wie der Polizeifunk im Hintergrund. Auf der anderen Seite gibt es logische Ungereimtheiten: Wieso ermittelt eine Dortmunder Mordkommission in Amtshilfe gegen Drogendealer?

Doch über solche Schwächen kann man locker hinwegsehen. Diesen Jubiläums-Tatort sollte man sich als Fan der Krimireihe nicht entgehen lassen. Eben sowenig den zweiten Teil, der in München spielt und eine Woche später am 6. Dezember ausgestrahlt wird. Unbedingt einschalten.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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