Unabhängig von Priorisierungsgruppen können sich Personen jetzt mit dem Impfstoff des Herstellers Astrazeneca impfen lassen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Astrazeneca für alle

Dortmunder (33) spontan geimpft: „Will endlich wieder ins Stadion“

Unabhängig der Impf-Priorisierungen dürfen sich seit Freitag (7.5.) Personen mit dem Vakzin von Astrazeneca impfen lassen. Ein Dortmunder (33) hat spontan einen Termin bekommen - auch mithilfe eines Zufalls.

Seit Donnerstagnachmittag (6.5.) ist es bekannt – seit Freitagvormittag glühen bei den Hausarztpraxen in Dortmund die Telefonleitungen: Bund und Länder haben beschlossen, das Vakzin des Herstellers Astrazeneca freizugeben, unabhängig von einer Impf-Priorisierung. Das hat erst kürzlich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verkündet.

Auch impfbereite Dortmunderinnen und Dortmunder können sich dementsprechend bei ihrer Hausarztpraxis melden und auf einen Impftermin hoffen, obwohl sie nach der Priorisierung eigentlich noch gar nicht dran wären.

Keinen Termin bei der eigenen Hausarztpraxis bekommen

Doch dafür gibt es zunächst einige Hürden zu überwinden, berichtet ein Dortmunder. „Mein Hausarzt hat gesagt, bei ihm gibt’s nichts“, so Marc-André Bach, der sich spontan um einen Termin bemüht hat.

„Durch Zufall habe ich dann über eine Bekannte erfahren, dass es in Datteln eine neue Hausarztpraxis gibt und dann habe ich es da versucht.“ Und das obwohl der 33-Jährige zumindest in Bezug auf sein Alter noch deutlich aus der Gruppe der Impf-Priorisierten herausfällt.

„Heute Morgen habe ich die Nachrichten gelesen und dann ab acht Uhr versucht, anzurufen. Es war immer besetzt und dann habe ich eine E-Mail geschrieben“, sagt Bach am Freitag. „Es hat keine zwei Minuten gedauert bis eine Mail zurück kam mit einem Termin für 11.30 Uhr. Obwohl ich als Externer dorthin kam und keinen Wohnort in Datteln habe.“

„Ich will endlich wieder Bier trinken, ins Stadion oder in den Urlaub“

Nicht nur der Termin, auch seine generelle Entscheidung für die Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca sei sehr spontan gewesen. Unsicher sei er sich durchaus gewesen, doch: „Ich habe mir gedacht, ich will endlich meine Rechte zurück. Ich will endlich wieder Bier trinken, ins Stadion oder in den Urlaub.“

Einen großen Impf-Andrang habe Bach in der Praxis nicht beobachten können. „Mit mir waren vielleicht fünf weitere Leute zum Impfen da.“ Dementsprechend schnell sei er schließlich an der Reihe gewesen. „Es gab keine Wartezeit. Ich musste nur ein Formular ausfüllen, aber insgesamt ging es ratzfatz, dass ich wieder draußen war.“

Bisher vertrage er den Impfstoff gut: „Nebenwirkungen habe ich keine“, sagt Bach am Nachmittag. Durch die Impfung hofft er nun, der Testpflicht in bestimmten Alltagsbereichen in Zukunft entgehen zu können und von verschiedenen Einschränkungen befreit zu werden.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1998 im Rheinland geboren und seit ein paar Jahren zum Studieren im Ruhrgebiet Zuhause. Verschiedene Menschen und ihre Geschichten - das möchte ich erleben und darüber berichten.
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Tabea Prünte
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