Dortmunder Arbeitsmarkt hält sich trotz Corona-Krise wacker

Arbeitsmarktbericht

Von einer Frühjahrsbelebung kann nicht die Rede sein, aber die Arbeitslosigkeit ist in Dortmund leicht gesunken. Die Kurzarbeit sichert weiterhin Beschäftigung. Eine Entwicklung macht Sorge.

Dortmund

, 01.04.2021, 08:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
304 Personen weniger als im Vormonat waren im März in Dortmund arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank leicht auf 12 Prozent. Sie liegt damit allerdings höher als vor einem Jahr. Im März 2020 betrug sie 10,3 Prozent.

304 Personen weniger als im Vormonat waren im März in Dortmund arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank leicht auf 12 Prozent. Sie liegt damit allerdings höher als vor einem Jahr. Im März 2020 betrug sie 10,3 Prozent. © picture alliance / ZB

Der Dortmunder Arbeitsmarkt hält dem Lockdown weiter stand und wartet zum Frühlingsbeginn mit leicht sinkender Arbeitslosigkeit auf. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei zwölf Prozent. Wie in den Jahren vor der Pandemie für einen März üblich meldeten sich weniger Menschen arbeitslos.

Auch fanden wieder mehr Frauen und Männer eine neue Arbeit als noch im Februar. Dennoch: Die Frühjahrsbelebung wird von der Pandemie merklich ausgebremst. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit um 0,8 Prozentpunkte liegt deutlich unter den Werten der Vorjahre.

Auch wenn rund 1600 Personen im Monat März eine neue Stelle gefunden haben, waren das knapp 14 Prozent oder fast 260 Menschen weniger als vor einem Jahr. Zugleich wurden im März gut ein Viertel weniger Stellen gemeldet, als dies in den vergangenen Jahren zu dieser Jahreszeit üblicherweise der Fall ist. Wegen der Pandemie sind die Chancen für Arbeitslose aktuell deutlich geringer, eine neue Stelle zu finden.

5500 mehr Arbeitslose als vor einem Jahr

„Wir sehen eine beginnende Frühjahrsbelebung, doch diese fällt als Auswirkung der Pandemie deutlich schwächer aus als in den vergangenen Jahren. Wir zählen derzeit immer noch rund 5500 arbeitslose Menschen mehr als vor einem Jahr“, sagt Sebastian Unkhoff als Geschäftsführer bei der Agentur für Arbeit in Dortmund.

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„Viele Menschen insbesondere aus dem Gastgewerbe, aus der Tourismusbranche, aber auch der Leiharbeit oder dem verarbeitenden Gewerbe“, so Unkhoff, „haben ihre Arbeit in der Pandemie verloren. Die Kurzarbeit hat viel aufgefangen, aber eben nicht alles.“

Durchaus sieht aber auch Dr. Regine Schmalhorst, die Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund, positive Signale am Arbeitsmarkt. „Bei uns haben sich im Vergleich zum Vormonat“, sagt sie, „weniger Menschen aus einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet. Auf der anderen Seite konnten mehr Kundinnen und Kunden wieder eine Erwerbstätigkeit aufnehmen als in den vergangenen Monaten.“

Dennoch reichten diese Arbeitsaufnahmen aber nicht aus, um den Trend der steigenden Langzeitarbeitslosigkeit zu stoppen. „Mittlerweile“, so Regine Schmalhorst, „hat sich die Anzahl der Langzeitarbeitslosen krisenbedingt auf 16.456 erhöht, da es in den letzten Monaten insbesondere an Möglichkeiten zur Einmündung in den Arbeitsmarkt gefehlt hat. Die Arbeitskräftenachfrage bewegt sich in Dortmund weiterhin auf niedrigem Niveau.

Aktueller Stellenbestand liegt auf sehr niedrigem Niveau

Bei den Stellenmeldungen zeigen sich die Auswirkungen der Pandemie deutlich, so die Arbeitsagentur. Zwar stieg, wie für das Frühjahr zu erwarten, die Zahl der neu gemeldeten Stellen im Vergleich zum Februar leicht an, doch waren das gut ein Viertel weniger als im März des Vorjahres (vor Ausbruch der Pandemie).

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So wurden der Agentur für Arbeit im aktuellen Berichtsmonat 838 neue Stellen gemeldet. Das sind 90 mehr als im Februar. Der aktuelle Stellenbestand liegt mit 3.073 offenen Stellen weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Er liegt um 5,2 Prozent höher als im Vormonat, im Vergleich zum Vorjahr aber um rund 47,0 Prozent niedriger.

Im März wurden 38.248 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 9584 Personen bei der Arbeitsagentur und 28.664 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 304 Personen oder 0,8 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen sinkt um 0,1 Prozentpunkte auf nunmehr zwölf Prozent. Im Vergleich: im Vorjahr betrug die Quote 10,3 Prozent.

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