Dortmunder Bäcker kreieren ganz spezielles Brot gegen die Krise

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Elf Dortmunder Bäcker haben sich zusammengeschlossen, um in schweren Zeiten ein positives Zeichen zu setzen. Dafür haben sie sich ein ganz besonderes Brot ausgedacht.

Dortmund

, 02.04.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Filialen mit Café und Verkauf unterhält die Bäckerei Vorwerk in der Dortmunder City. Sie laufen gut, obwohl sie nur eine Minute voneinander entfernt liegen. Zurzeit ist aber selbst für einen Laden nicht genug zu tun. Vorwerk hat die Öffnungszeiten angepasst, der Cafébetrieb ist wie überall ganz eingestellt.

Die Bäcker treffen die Einschränkungen durch die Corona-Krise hart. Die Rückmeldungen aus der Branche sind verheerend. Um dem etwas Positives entgegenzusetzen, haben sich Dortmunder Bäcker jetzt zusammengeschlossen.

Sie starteten eine Aktion zum Anbeißen: Elf Bäcker haben gemeinsam ein Brot kreiert und verkaufen es in ihren Filialen – als Zeichen des Zusammenhalts. Gleichzeitig helfen sie damit anderen, denn ein Teil des Erlöses geht an die Aktion Lichtblicke für in Not geratene Kinder und Jugendliche und ihre Familien.

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„Wir müssen handeln, um unser Handwerk und unsere Mitarbeiter zu schützen“, sagt Thomas Vorwerk, Inhaber der Bäckerei Vorwerk und Initiator der Aktion. Dabei sei es den Bäckern wichtig, in der Krise auch an andere zu denken. Denn nur gemeinsam ließe sich so etwas bewältigen.

Jürgen Hinkelmann von der Bäckermeister Grobe GmbH sagt: „Zusammenhalt ist das Schlüsselwort.“

Mit diesem Plakat machen die Bäcker auf ihre Aktion aufmerksam.

Mit diesem Plakat machen die Bäcker auf ihre Aktion aufmerksam.

Die Traditionsbäcker appellieren an die Dortmunder, gerade jetzt lokale Betriebe zu unterstützen – egal wen. „Die Ausmaße des Coronavirus betreffen uns alle, niemand kann sich davon freimachen“, sagt Andreas Beckmann von der Bäckerei Beckmann. Mit jeder verkauften Gemeinschaftskruste werden deshalb nicht nur lokale Arbeitsplätze gesichert, sondern auch 30 Cent an die Aktion Lichtblicke gespendet. Das Mischbrot kostet 3,50 Euro.

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„Das ist das erste Mal, dass sich die regionalen Bäcker in dieser Form zusammengeschlossen haben“, sagt Jannis Aaron Rosendahl, stellvertretender Geschäftsführer der Bäckerei Vorwerk. Die außergewöhnlich Aktion sei nicht entstanden, um auf die Tränendrüse zu drücken, betont er. Sondern um einen Lichtblick zu schaffen und eventuell den Schaden etwas zu begrenzen.

Und der ist noch gar nicht abzusehen. Bei der Bäckerei Vorwerk fehlt durch das ausfallende Catering – Vorwerk beliefert unter anderem die Cafeterien an der TU Dortmund – ein großer Geschäftsbereich. Die beiden Filialen in der City möchte Rosendahl so lange wie möglich offenhalten, auch wenn die Umsatzeinbußen in der geisterhaft leeren Innenstadt gewaltig sind. „Wir verstehen uns als Nahversorger.“

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„Die Supermärkte werden stark frequentiert, aber sonst verlassen die Menschen nicht mehr ihre Wohnungen.“ Deshalb treffe der Kundenrückgang die Filialen in Supermärkten nicht ganz so stark. Aber: „Jeder Bäcker hat sein eigenes Schicksal“, sagt Rosendahl. Letztendlich treffe die Krise alle.

Hier gibt es die Gemeinschaftskruste

  • Die „Gemeinschaftskruste“ ist ab 1. April in den teilnehmenden Filialen erhältlich.
  • Das Brot kostet 3,50 Euro. 30 Cent von jedem verkauften Brot gehen an die Aktion Lichtblicke.
  • Mit dabei sind: Bäcker Beckmann, Citybäcker, Premiumbäckerei Düwell, Backhaus Grobe, Bäckermeister Grobe, Bäckerei Mohr, Bäckerei Niehaves, Bäckerei Rupprecht, das Schürener Backparadies, Bäckerei Vorwerk und Bäckerei Wolf.

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