Nur mit einem Riesenkran konnte die neue Abfüllanlage für Dosenbier von dem Schwertransporter gehoben werden. Die Dortmunder Brauereien investieren Millionen in die neue Technik, die im November in Betrieb genommen werden soll. © Dortmunder Brauereien/Heinze
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Dortmunder Brauereien setzen auf Dosenbier – und wollen damit das Klima schonen

Die Dortmunder Brauereien Brinkhoff‘s, Kronen und DAB investieren Millionen in einen ihrer Exportschlager: das Dosenbier. Die neue High-Speed-Abfüllung bringt ökologische Vorteile.

Großaufgebot in der Nordstadt: Das Herzstück der neuen Dosenabfüllung für die Dortmunder Brauereien traf jetzt an der Steigerstraße ein. Den mehr als 18 Tonnen schweren Füller hatte die in Wambel ansässige KHS Gruppe konzipiert und produziert.

Die neue Abfüllanlage ist so etwas wie ein Dortmunder Nachbarschaftsprojekt. Die KHS Gruppe von der Juchostraße liefert weltweit Anlagen zu Getränkeabfüllung. Diesmal hatte sie also quasi ein Heimspiel.

Dies allerdings auch nicht so ganz, denn ein Schwertransporter brachte die hochkomplexe Technik aus Süddeutschland nach Dortmund. Rund 280 Kilometer transportierte er die wertvolle Fracht vom KHS-Produktionsstandort im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach bis zur Steigerstraße.

1333 Dosen werden pro Minute abgefüllt

„Wenn wir die Einzelteile zusammengefügt haben, wird das neue Füllerelement 5,6 Meter lang und 5,1 Meter breit sein“, erklärt Steffen Krauß. „Es wird dann bis zu 80.000 Getränkedosen pro Stunde über 144 Ventile abfüllen und im Vergleich zum Vorgängermodell etwa 50 Prozent weniger Strom und 65 Prozent weniger Wasser verbrauchen“, sagt der Betriebsleiter der Dortmunder Brauereien.

80.000 Bierdosen pro Stunde! Das bedeutet, dass die neue Anlage pro Minute 1333 Dosen abfüllt. Damit ist sie gar nicht mal viel schneller als die bisherige Anlage, aber sie ist eben bedeutend umweltschonender und kostensparender. Die Dortmunder Brauereien investieren einen hohen einstelligen Millionenbetrag.

Für die neue Abfüllanlage wurde an der Steigerstraße in Dortmund eigens eine neue Halle gebaut.
Für die neue Abfüllanlage wurde an der Steigerstraße eigens eine neue Halle gebaut. © Dortmunder Brauereien/Heinze © Dortmunder Brauereien/Heinze

Für die neue Dosenabfüllung haben die Dortmunder Brauereien eigens eine neue Halle errichtet. Dort wird das Füllsystem nun in die Gesamtanlage integriert, die nach Ende der rund viermonatigen Montagezeit den rund 2.500 Quadratmeter großen Hallenneubau belegen wird – teilweise über zwei Etagen.

Neue Anlage geht im November in Betrieb

Im November soll der Startschuss für die neue Anlage fallen, wenn die Aufbauarbeiten und der anschließende Funktionstest nach Plan verlaufen. Ein rund 50-köpfiges Team arbeitet ab sofort unter Hochdruck daran, dieses ehrgeizige Ziel im laufenden Betrieb zu erreichen. Dazu gehören sowohl Technik-Spezialisten der Dortmunder Brauereien als auch Fachkräfte der KHS Gruppe.

Neben eigenen Marken wie Brinkhoff’s, Dortmunder Kronen oder DAB werden an der Steigerstraße auch Biere der Radeberger Gruppe in besonders leichte Getränkedosen gefüllt – für den Inlandsmarkt und den Exportbereich.

„Auch wenn die Unternehmensgruppe den Löwenanteil in Mehrwegflaschen und -fässern abfüllt: Die wachsende Nachfrage nach der Dose spiegelt sich mit der Millioneninvestition in eine moderne Dosenabfüllung am Standort Dortmund wider“, sagt Uwe Hellmich, der Geschäftsführer der Dortmunder Brauereien.

Verkauf von Getränkedosen ist gestiegen

Seitdem es ein flächendeckendes Rücknahmesystem mit Pfandautomaten gebe, würden Handelskunden und Verbraucher Getränkedosen wieder verstärkt nachfragen. So gibt es inzwischen nicht nur Brinkhoff‘s No. 1 und Dortmunder Kronen in Dosen. Die Dortmunder Brauereien bieten vor allem auch DAB Export in dieser Verpackungsform an.

Uwe Helmich nennt die Gründe dafür: „Wenig Verpackung, hoher Lichtschutz und eine gute Transportbilanz sind Pluspunkte speziell im Exportgeschäft: Wenn sich also unser DAB-Export in Dosen auf den Weg nach Übersee macht, sind von 100 Prozent Gesamtgewicht nur drei Prozent Verpackung und 97 Prozent Produkt.“

Der Verkauf an Getränkedosen ist laut einer Branchenstatistik in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 2020 wurden bundesweit rund vier Milliarden Dosen, überwiegend befüllt mit Bier und alkoholfreien Erfrischungsgetränken, verkauft. 2010 lag das Volumen noch bei rund 980 Millionen Stück.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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Peter Wulle

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