Marie-Luise Langehenke und ihr Mann Manfred Glatzel haben mit ihrer Schokoladenmanufaktor Pott au Chocolat groß abgeräumt. © privat
Nachhaltigkeit

Dortmunder Chocolatiers gewinnen nationale Auszeichnung

Eigentlich hatte Marie-Luise Langehenke mit Süßigkeiten nichts am Hut. Nun haben sie und ihr Mann mit ihrer Dortmunder Schokoladenmanufaktur einen besonderen Preis gewonnen.

Dank scharfem mexikanischen Essen, hat Dortmund nun eine preisgekrönte Chocolaterie. Das mag nach einer seltsamen Geschichte klingen, andererseits hat die Schokoladenmanufaktur “Pott au Chocolat” auch wegen “ihres professionellen Storytellings” den ZukunftHandel-Award gewonnen.

Von Mexiko zur eigenen Schokoladenmanufaktur

Eigentlich hätte man sie mit Süßigkeiten jagen können, erzählt Inhaberin Marie-Luise Langehenke. Zusammen mit ihrem Mann, Manfred Glatzel, hat die 55-Jährige dann aber doch eine Schokoladenmanufaktur eröffnet.

Dazu gekommen ist es allerdings nur, weil das Ehepaar zusammen einige Monate lang in Mexiko gelebt hat und dort Kakao lieben lernte, denn in Mexiko wird Kakao nicht nur für Süßes genutzt, sondern auch um scharfes Essen zu würzen. Das habe Langehenke besser gefallen als Discounterschokolade.

Es bestehe aber auch ein großer Unterschied zwischen dem sogenannten “Konsumkakao”, den Langehenke aus Deutschland kannte und “Edelkakao”, wie er in Mittel-und Süd-Amerika wächst. “Als wir dann zurückkamen, haben wir uns was überlegt. Mein Mann ist Koch und Patissier, also dachten wir vielleicht doch Schokolade.” Natürlich gefertigt aus Edelkakao.

Einmal um die Welt für fairen Kakao

Und um die besten Bohnen zu finden und sicherzustellen, dass die Anbaubedingungen fair und nachhaltig sind, reist das Paar bis nach Südamerika und bald auch nach Afrika.

Auf den Reisen nach Südamerika sucht das Ehepaar nach den besten Bohnen und nachhaltigen Bedingungen.
Auf den Reisen nach Südamerika sucht das Ehepaar nach den besten Bohnen und nachhaltigen Bedingungen. © privat © privat

Ihre Reisen nutzten sie, um Kontakte zu knüpfen für den sogenannten “Direct-Trade”. Das bedeutet, der Kakao, der von Pott au Chocolat genutzt wird, wird direkt von den Bauern oder Genossenschaften gekauft, ohne Zwischenhändler und das zu einem deutlich höheren Preis als dem Weltmarktpreis. Die beiden sehen sich zwar nicht als Umweltaktivisten doch als große Verfechter von nachhaltigem und bewusstem Leben.

Das Knüpfen von Kontakten und die damit verbundene faire Wertschöpfungskette würdigte auch die Jury. Den Preis gewannen die Dortmunder nämlich in der Kategorie “Netzwerken für Nachhaltigkeit”.

Kakao-Bauer in Tansania.
Kakao-Bauer in Tansania. © privat © privat

Sowohl ihre Reisen als auch ihre Kakao-Kreationen werden anschließend aufwendig für die Online-Präsenz aufbereitet. “Man kann Geschichten online natürlich viel besser erzählen” als hinter der Theke, sagt Langehenke.

Aufwendige Social-Media Präsens

So wird man auf der Homepage von Pott au Chocolat als Kunde und Leser mitgenommen zu den Anbaugebieten in Peru oder Kolumbien und informiert über besondere Kakaosorten oder außergewöhnliche Rezepte wie: “Rinderlende mit Kaviar-Walnusskrokant mit Schokosauce”.

Der Preis, der vom Handelsverband Deutschland (HDE) und Google vergeben wurde und unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) stand, sei in erster Linie auch eine Anerkennung für das Team.

“Im Onlineshop ist die Hölle los”

Das arbeitet auch während des Teil-Lockdowns auf Hochtouren. “Im Onlineshop ist die Hölle los”, erzählt Langehenke. Beklagen wolle sie sich nicht, allerdings sei die doppelte Arbeit nötig, um online den gleichen Umsatz wie im Ladengeschäft zu erwirtschaften.

Dabei spielt der Lockdown wohl eine genauso große Rolle wie die Weihnachtssaison: “Es bestellen auch immer mehr Dortmunder online bei uns, wahrscheinlich weil sie sich so sicherer fühlen.”

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