Trotz Regen: 70 Teilnehmer bei Demo gegen Antisemitismus

mlzDemonstration

Der Anschlag in Halle ist gerade mal ein Jahr her. Rund 70 Demonstranten nutzten das in Dortmund als Anlass, um auf das gesellschaftliche Problem des Antisemitismus aufmerksam zu machen.

Dortmund

, 08.10.2020, 21:07 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der letzte bekannte Fall von Judenfeindlichkeit in Dortmund ist noch nicht lange her: „Scheiß Jude“ soll ein Mann am vergangenen Freitag (2.10.) zu einem Lüner am Hauptbahnhof gesagt haben, bevor er ihn mit einer zerschlagenen Glasflasche angriff.

Einer von vielen Anlässen für ungefähr 70 Menschen, um sich am Donnerstag (8.10.) auf dem Vorplatz der Reinoldikirche bei einer Kundgebung mit den Opfern von Antisemitismus zu solidarisieren.

Antisemitismus ist ein gesellschaftliches Problem

Die Kundgebung beginnt um kurz nach 18 Uhr und wird immer wieder von Regenschauern begleitet.

Regen und Corona-Auflagen sorgten dafür, dass sich die Menschen weiträumig verteilten.

Regen und Corona-Auflagen sorgten dafür, dass sich die Menschen weiträumig verteilten. © Robin Albers

Inhaltlich geht es um Vorfälle von antisemitischer Gewalt, wie dem Angriff in Hamburg am vergangenen Sonntag (4.10.). Ein jüdischer Student wurde vor einer Synagoge von einem Mann mit einer Schaufel attackiert.

Antisemitische Angriffe seien jedoch keine Einzelfälle, heißt es in einer Rede. Sondern ein gesellschaftliches Problem abseits von Rechtsextremismus. Das zeigten auch die Demos von Corona-Leugnern oder die rechten Chats der Polizei.

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Aber auch der Anschlag vor knapp einem Jahr in Halle ist ein Thema. Am 9. Oktober 2019 – an Jom Kippur – wurden dort zwei Menschen ermordet. Ursprünglich wollte der Täter in eine Synagoge eindringen, um die dort versammelten Menschen zu ermorden. Mit einer Schweigeminute für die Opfer wurde die Kundgebung beendet.

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