Warum Dortmund jetzt Kontakte in die Vereinigten Arabischen Emirate pflegt

mlzStadtverwaltung

Seit Beginn des Jahres hat die Stadt Dortmund Kontakt zur deutschen Botschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) aufgenommen. Was steckt dahinter?

Dortmund

, 02.11.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aktivitäten im Social Media gereichen seither auch immer dafür, Fragen aufzuwerfen. Und wenn die Stadt Dortmund bei Twitter kurze Nachrichten aus Politik und Verwaltung teilt, dann gilt das genau so dafür.

So tauchte Ende Oktober ein Beitrag auf dem offiziellen Twitter-Kanal der Stadt auf, der nicht ohne Weiteres für alle Follower verständlich gewesen sein könnte.

Zu sehen waren da zwei Bildmotive und ein kurzer Textbeitrag: Der scheidende Oberbürgermeister Ullrich Sierrau sitzt da gemeinsam mit weiteren Menschen zusammen - natürlich mit entsprechendem Abstand - und auf einem Flat-TV ist ein weiterer Gesprächsteilnehmer zugeschaltet.

Entspannung der Beziehungen

Der Text dazu: "#Urban Diplomacy: Mit dem dt. Botschafter in den VAE

@Diplo_Peter hat der Beirat Internationales der Stadt #Dortmund über eine mögliche kommunale Partnerschaft zwischen Dortmund, den VAE und Israel gesprochen. @UAEinBerlin @IsraelinGermany @AuswaertigesAmt"

Was genau hat es mit dem Link- und Hashtag-Regen und der kurzen Info auf sich? Wir haben nachgefragt beim Stabsstellenleiter der Pressestelle der Stadt Dortmund, Frank Bußmann.

Der verweist auf folgenden Hintergrund: Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben just im Sommer des Jahres die Normalisierung ihrer Beziehungen zueinander bekannt gegeben.

Diplomatische Mittler

Als diplomatische Mittler dieser Beziehungen zwischen beiden Ländern traten die USA auf. Ein Vorgang, der seitens des Auswärtigen Amts bekannt gemacht wurde und von der BRD ausdrücklich begrüßt worden war.

Ein friedliches Miteinander der Länder im Nahen und Mittleren Ostens ermögliche nun neue wirtschaftliche Kooperation, Zusammenarbeit in der Forschung und Entwicklung, und kultureller Austausch zwischen den Ländern in der Region.

Was also ist die Rolle der Stadt Dortmund in diesem Gefüge?

„Die Stadt Dortmund hat sich in ihrer Arbeit den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen verschrieben. Die Ziele 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden), 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) und 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele) sind damit auch Grundlage der Arbeit Dortmunds. Die Arbeit umfasst unter anderem auch, die kommunalen politischen Außenbeziehungen zu pflegen“, so Frank Bußmann.

Kontakte anstoßen

Darunter falle auch, Kontakte anzustoßen und das Initiieren von Themen und Projekten. So führe die Stadt bereits seit 1981 eine intensiv gelebte Partnerschaft zur Stadt Netanya in Israel. OB Sierau habe noch kürzlich zu verschiedenen Themen noch mit der Oberbürgermeisterin von Netanya telefoniert.

„Seit Beginn des Jahres hat die Stadt Dortmund eine gute Verbindung zur deutschen Botschaft in den VAE, insbesondere zum deutschen Botschafter Ernst Peter Fischer. Diese Kontakte wollen wir intensivieren für den Austausch zwischen beiden Ländern - auf kommunaler Ebene“, sagt Bußmann.

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Die VAE befinde sich in einem Strukturwandel, weg von einer Erdöl-dominierten Wirtschaftsstruktur, hin zu einer wissensbasierten, hochtechnologischen Ökonomie. Wie sie zum Beispiel auch Israel eine ist, mit einer technologisch sehr fortgeschrittenen Volkswirtschaft.

Internationale Bekanntheit

Dortmund "liege" dazwischen. Dortmund sei international bekannt für den erfolgreichen Strukturwandel, habe den Wandel von einer durch Schwerindustrie geprägten Region zu einer wissensbasierten Region geschafft.

„Die Stadt hat dabei immer auf eine starke Vernetzung von Akteuren gesetzt. In internationalen Zusammenhängen kann sie diese Erfahrungen zum Strukturwandel und der Netzwerkarbeit einbringen und genießt für das gute Verwaltungshandeln international viel Anerkennung“, erklärt der Stadtsprecher.

Starke Netzwerke

Die Stadt Dortmund setze sich über den Bereich Urban Diplomacy auch für starke Netzwerke und pragmatische Lösungen bei ähnlichen Herausforderungen ein. Dabei könne die Stadt gleichzeitig auch von diesen internationalen Netzwerken profitieren und lernen. Investoren könnten auf den Standort aufmerksam gemacht werden.

Begleitet werde laut Bußmann diese Arbeit in Dortmund vom "Beirat Runder Tisch Internationales", der vier Mal im Jahr unter Leitung des OB tage - und sich mit internationalen und EU-Themen beschäftigt.

Die Mitglieder des Runden Tischs stammten aus den Bereichen IHK, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung, Stadtverwaltung, Zivilgesellschaft, Jugend- und Stadtteilarbeit, Energie und Wasser.

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