Dortmunder fahren nach Düsseldorf und demonstrieren für Erhalt des Seniorennetzwerks Zwar

mlzSeniorennetzwerk Zwar

Viele Mitglieder des Seniorennetzwerks Zwar (Zwischen Arbeit und Ruhestand) wollen am Mittwoch (10. 4.) zum Demonstrieren nach Düsseldorf fahren. Dabei geht es um viel Geld.

Marten

, 09.04.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 40 Jahren gibt es die Zwar (Zwischen Arbeit und Ruhestand)-Netzwerke in Nordrhein-Westfalen. Sie bieten Menschen bereits während des Berufslebens und vor allem danach eine Plattform, um gemeinsam ihre Freizeit zu gestalten. Das können Quartiers-Erkundungen, Computertreffen, Gesprächskreise, Radtouren oder Wanderungen sein. Diese Netzwerke, die sich alle selbst organisieren, sind nun in Gefahr.

Denn für die Zwar-Zentralstelle mit Sitz in Marten, die die landesweit 239 Netzwerke mit ihren 3300 Projekt-Gruppen sowie 10.000 Teilnehmern von Anfang an betreut und begleitet, will die Landesregierung zum Ende des Jahres die Fördermittel in Höhe von 600.000 Euro streichen. Sollte es tatsächlich soweit kommen, müsste die Zwar-Zentralstelle geschlossen werden und die Zwar-Netzwerke wären existenziell gefährdet. Dagegen wollen Zwar-Vertreter am Mittwoch (10. 4.) vor dem Landtag in Düsseldorf demonstrieren.

Auch Arbeitsplätze sind in Gefahr

Auch die Arbeitsplätze der sechs pädagogisch-wissenschaftlichen Mitarbeiter, des

Geschäftsführers, der Verwaltungskraft und des Hausmeisters stehen auf dem Spiel. „Wir kämpfen hier aber nicht in erster Linie um unsere Arbeitsplätze, sondern auf Augenhöhe mit den Netzwerken vor allem um den Weiterbestand der Zwar“, betont Paul Stanjek, einer der wissenschaftlichen Mitarbeiter in der Zwar-Zentralstelle. Denn es sei von zentraler Bedeutung, der Vereinsamung und Isolation von Menschen nach dem Arbeitsleben entgegenzuwirken. Die Zwar-Netzwerke erreichten darüber hinaus auch Menschen im Ruhestand, die sich im Alltag gerne gegenseitig unterstützen, aber in keinen Verein oder Verband eintreten wollen.

Auch der frühere Vizekanzler und Bundesminister Frank Müntefering unterstützt den Kampf der Zwar gegen die Streichung der Fördergelder.

Auch der frühere Vizekanzler und Bundesminister Frank Müntefering unterstützt den Kampf der Zwar gegen die Streichung der Fördergelder. © Barbara Thierhoff/Zwar

Unterschriftensammlungen und eine Online-Petition

Mit verschiedenen Aktionen wie Unterschriftensammlungen und einer Online-Petition wird landesweit bereits seit Monaten gegen diesen Kahlschlag protestiert. Auch im Dortmunder Rathaus fand bereits eine Protestaktion stand, an der unter anderem der frühere Vizekanzler und Bundesminister Franz Müntefering in seiner neuen Funktion als Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen teilnahm. Höhepunkt dieser Aktionen soll nun die zentrale Demonstration vor dem Landtag in Düsseldorf sein.

Sie findet am Mittwoch (10. 4.) um 11 Uhr statt. Auch aus den Dortmunder Netzwerken werden zahlreiche Zwar-Vertreter erwartet. Um 8.45 Uhr treffen sich die Demonstrierenden im Hauptbahnhof, um dann um 9.06 Uhr nach Düsseldorf zu fahren.

  • Ansprechpartner für Rückfragen ist Wolfgang Lachermund. Er ist unter Tel. (0231)10 29 44 erreichbar und per Mail: lachwolf@t-online.de
  • Weitere Infos auf der Homepage des Zwar-Netzwerks Neuasseln/Brackel: www.zwar-do-brackel.de
  • Die Online-Petition hat aktuell 4145 Unterstützer (Stand 8.4.2019).
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