Mittlerweile sind Familie Barrenbrügge, Hund "Snoopy" und ihr Pick-Up wieder vereint. Das hat aber lange gedauert und viel Geld gekostet. © Stephan Schütze
Wegen Pandemie-Ausbruch

Dortmunder Familie aus Traumurlaub zurückgeholt – jetzt muss sie bezahlen

Eine Familie aus Dortmund befand sich im Frühjahr 2020 auf Traumreise durch Amerika, als die Pandemie ausbrach und sie zurückgeholt werden musste. Nun muss sie für die Odyssee bezahlen.

Von Ost-Kanada durch Mittelamerika, dann die berühmte Fernstraße Panamericana hinunter bis nach Chile und Argentinien: So lautete der Plan von Familie Barrenbrügge aus Dortmund beim Antritt ihrer Traumreise im Frühjahr 2020. Bis Peru hatten sie es geschafft. Dann kam Corona – und damit endete ihr Trip mit dem Pick-Up durch Amerika.

Ab Mitte März holte die deutsche Regierung Urlauber aus dem Ausland wieder zurück nach Deutschland. Bis Ende April waren davon insgesamt etwa 240.000 Deutsche aus aller Welt betroffen. Rund 67.000 Individualtouristen von ihnen wurden mit Chartermaschinen zurückgeflogen und müssen sich an den Rückflugkosten beteiligen – so auch Familie Barrenbrügge.

Rückholaktion zum „fairen Preis“

Nun haben auch Christian Barrenbrügge, Frau Jutta und Sohn Amadeus die Rechnung für ihren Rückflug aus Peru erhalten. Mit 600 Euro pro Kopf, also 1800 Euro, muss sich die Familie an der Rückholaktion beteiligen. Insgesamt hat die Regierung den Passagieren 37 Millionen Euro in Rechnung gestellt.

„Der Preis ist fair, ich fühle mich nicht über den Tisch gezogen“, sagt Familienvater Christian Barrenbrügge gegenüber unserer Redaktion. „Wir hatten eine Notlage und dafür ist es ein faires Angebot.“

Dabei ist der Not-Rückflug aus Peru nicht das Einzige, das die Familie mehr kostet, als die Reise ohnehin gekostet hättet. Neben den drei Familienmitgliedern mussten auch Hund „Snoopy“ und der Pick-Up zurück nach Deutschland – mit einigen Extra-Kosten.

Hund und Auto blieben vorerst zurück

„Snoopy“ durfte im April nicht mit ins Flugzeug, mit dem die Familie nach Hause geflogen ist. Er blieb zurück in Perus Hauptstadt Lima. Dem Pick-Up ging es genauso. Der Hotelmanager hatte damals versprochen, sich um beide zu kümmern.

Hund „Snoopy“ wurde im August 2020 zurück nach Amsterdam geflogen. Der Pick-Up kam im Dezember per Schiff nach Hamburg. Dabei hatte er anscheinend unter einem Schornstein gestanden. Wie Christian Barrenbrügge damals sagte, habe das Auto nach Diesel gestunken und es sei dreckig gewesen.

Künftig plane die Familie, eher durch Europa zu reisen

Der Transport des Autos kostete 6500 Euro. Hinzu kamen 230 Dollar (188,65 Euro) für den Security Service, der das Auto in Lima zum Hafen begleitete, weil es laut Hotelmanager ansonsten zu gefährlich gewesen sei, das Auto alleine zum Hafen zu fahren. Plus 300 Dollar (246,06 Euro), um den Tank vor der Reise zu entleeren.

Christian Barrenbrügge hatte als stellvertretender Leiter der Robert-Koch-Realschule in Renninghausen sechs Jahre Vollzeit gearbeitet mit reduziertem Gehalt, um anschließend ein Sabbat-Jahr für die Reise nehmen zu können. Er sagt: „Sowas macht man nur ein Mal im Leben.“ Nun wolle er künftig mit seiner Familie und dem Pick-Up Europa bereisen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
2000 in Heinsberg geboren, seit 2020 als freier Mitarbeiter bei den Ruhr Nachrichten. Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Lokaljournalismus gemacht - und dort fühle ich mich zuhause.
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Nick Kaspers

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