Dortmunder Fotograf in Afghanistan: "Ein zerrissenes Land"

DORTMUND Zehn Tage verbrachte der Dortmunder Fotograf Randolf Grindau bei den deutschen Truppen in Afghanistan. Er erlebte ein zutiefst "zerrissenes Land", das vom Frieden weit entfernt ist. Er erlebte andererseits auch viele Hoffnungszeichen.

von Von Jörg Heckenkamp

, 04.03.2009, 10:16 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Das Krankenhaus ist dringend notwendig“, so Grindau, „die hygienischen Zustände dort kann man sich nicht vorstellen.“ Deutsche Polizisten helfen zudem bei der Ausbildung der so genannten „Locals“, der örtlichen Polizei. Schießtraining, Feuerbekämpfung, medizinische Versorgung stehen u. a. auf dem Stundenplan. Auf ausgedehnten Patrouillen lernte er abgelegene Bergdörfer und ihre Menschen kennen. „Die leben wirklich in bitterer Armut.“ Manche träten den deutschen Soldaten freundlich gegenüber, manche spukten aus oder würden Steine werfen. Grindau: „Die Kinder sind meist sehr freundlich, lächeln, sind aber auch ängstlich.“ Die tief verschleierten Frauen bekam er kaum zu sehen, gar nich zu denken war ans Fotografieren.

„Afghanistan hinterlässt nach zehn Tagen einen überwältigenden Eindruck. Landschaftlich ist es grandios, aber auch karg. Ich weiß nicht, wie die Leute dort überleben können.“ Hat Afghanistan eine Chance auf Frieden, zumindest so etwas wie Normalität? Der Dortmunder grübelt zweifelt. Wenn schon im relativ ruhigen Norden so viel Gewalt herrsche, wie soll Frieden erst im Süden Einzug halten. „Dort herrscht definitiv Krieg. Da wäre ich auf keinen Fall hingefahren.“ 

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