Masken aus Festival-Shirts - Dortmunder Geschäft schafft neuen Trend

mlzNachhaltigkeit

Die Dortmunder Manufaktur „U-Nikat“ bietet nachhaltige Atemmasken aus Festival-Shirts an. Wer eine davon kauft, tut damit sogar noch etwas Gutes.

von Daniel Reiners

Klinikviertel

, 28.04.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Irgendwo in den Produktionshallen eines US-amerikanischen T-Shirt-Produzenten lagern gerade unzählige Shirts. Sie wurden unter anderem für den Zweck hergestellt, den Schweiß von Festivalbesuchern aufzufangen.

Was dort liegt, sollte die Bandshirt-Produktion fürs kommende Konzertjahr werden. Dann aber kam die Pandemie - und die T-Shirts wurden vorerst nutzlos. Bis dem Unternehmen eine Idee kam und ein Dortmunder Geschäft damit inspirierte.

U-Nikat bietet nachhaltige Maske an, die besonders bequem sein soll

Markus Philipp vom „U-Nikat“, einer Dortmunder Konzeptmanufaktur in der Beurhausstraße, ist durch seinen oben erwähnten Lieferanten auf dessen neue Atemschutzmaske aufmerksam geworden.

Die lässt sich nach eigener Auffassung mit dem hauseigenen Konzept der Nachhaltigkeit und Fairness vereinbaren.

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„Die Maske wird mittels Laserschnitt aus für Festivals und Bandtourneen vorproduzierten T-Shirts hergestellt. Das Tolle daran ist, dass man sie ohne lästige Bänder fixieren kann. Nämlich durch zwei Schlitze, die an den Seiten im Stoff ausgespart wurden", sagt Philipp.

Verkauf für Privatpersonen und Unternehmen

Die Mitarbeiter von U-Nikat würden gerade Maskenzahlen bis in die tausende beschaffen und im Geschäft anbieten. Das sei nicht nur für Privatpersonen interessant: Auch Unternehmen hätten die Möglichkeit, etwa als Werbemittel Masken in großer Stückzahl mit eigenem Logo-Aufdruck bei U-Nikat in Auftrag zu geben.

Denn: Entgegen der Vermutung, dass man sich in Zukunft mit Nick-Cave- oder Patti-Smith-Mundschutzen schmücken wird, handelt es sich bei den Masken um Blankomodelle.

Die T-Shirt-Rohlinge wurden von dem US-Unternehmen schon vor dem Bedrucken als Maske verwertet. Weil das U-Nikat aber über eine eigene Textildruckerei verfügt und selbst mit Textilien handelt, druckt man hier auf die Maske das eigene - oder eben fremde - Firmenlogo.

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U-Nikat verkauft sie dann zum Selbstkostenpreis von 5 Euro. „Für uns war von vornherein klar, dass wir mit der Corona-Pandemie kein Geld verdienen möchten“, sagt Philipp.

5 Euro im Selbstkostenpreis, davon geht 1 Euro an die Aids-Hilfe

Von den 5 Euro ginge jeweils 1 Euro an die Dortmunder Aids-Hilfe in Gestalt vom Café Plus am Gnadenort 3, das sich selbst als „offenes Begegnungs- und Selbsthilfezentrum gegen Ausgrenzung“ versteht.

Seit Montag (20. April) habe man hier bereits 250 Euro spenden können. Das macht 250 verkaufte Masken in einer Woche. Markus Philipp ist zufrieden.

„Die T-Shirts irgendwo in den amerikanischen Lagerhallen würden ansonsten wahrscheinlich geschreddert werden oder sonst was“, sagt er. „Jetzt aber hat man eine nachhaltige Verwendung gefunden. Es ist zu wünschen, dass sich das Projekt schnell rumspricht.“

Aktion Maskenhilfe

Wir bringen Näher und Suchende zusammen

Zum Schutz vor dem Coronavirus werden Schutzmasken so dringend gebraucht, dass sogar die Nachfrage nach selbst genähten Masken groß ist. Mit unserer großen Aktion „Maskenhilfe“ bringen wir Suchende und Produzierende zusammen. Sie möchten Einrichtungen wie Pflegeheime mit selbst genähten Masken unterstützen? Oder Sie vertreten eine Einrichtung, die Bedarf hat? Melden Sie sich an! Alle Infos und Teilnahme: www.rn.de/maskenhilfe
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