Abriss an der Speicherstraße: Der Hafen sieht bald anders aus

mlzDortmunder Hafen

Die Entwicklung der Speicherstraße im Hafen kommt voran. Jetzt verschwindet auch die alte Hafenverwaltung. Eine alte Industriehalle steht ebenfalls auf der Abrissliste - aber nur zum Teil.

Dortmund

, 04.08.2020, 20:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bagger hat schon ganze Arbeit geleistet. An der Speicherstraße 23 hat am Dienstag (4.8.) der Abriss der früheren Hafenverwaltung begonnen - um Platz zu machen für die Entwicklung der Speicherstraße zu einem „Digitalhafen“.

Die alte Hafenverwaltung an der Bülowstraße/Ecke Speicherstraße ist nicht zu verwechseln mit dem Alten Hafenamt von 1899, das weiterhin als Denkmal über dem Hafen thront. Es war als Sitz der Hafenverwaltung Vorgänger des Bürogebäudes, das jetzt nach und nach verschwindet. Hier war von 1962 bis 2019 die Verwaltung der Dortmunder Hafen AG untergebracht.

Die alte Hafenverwaltung an der Bülow-/Ecke Speicherstraße wird verschwinden. Erhalten bleibt allerdings die weithin sichtbare Uhr.

Die alte Hafenverwaltung an der Bülow-/Ecke Speicherstraße wird verschwinden. Erhalten bleibt allerdings die weithin sichtbare Uhr. © Oliver Volmerich

Im November 2019 zog die Mannschaft um Hafen-Direktor Uwe Büscher wenige Hundert Meter weiter in die frühere Knauf-Interfer-Verwaltung an der Bülowstraße 12 um. Beide Flächen spielen eine große Rolle bei der Neuentwicklung der Speicherstraße, die zu einem digitalen Zukunftsquartier werden soll.

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Während sich um die Entwicklung der südlichen Speicherstraße, in der mehrere alte Speichergebäude erhalten bleiben, die städtische Wirtschaftsförderung kümmert, wurde für die nördliche Speicherstraße eigens eine Entwicklungsgesellschaft, die d-Port21 als Tochter der Stadtwerke (DSW21) gegründet.

Stahlhalle als Zentrum

Sie will in den nächsten Jahren nach dem in einem Wettbewerb ausgewählten Konzept des Kopenhagener Büros Cobe die nördliche Speicherstraße komplett neu gestalten - mit Neubauten für Büros und Gastronomie und für das Leopold-Hoesch-Berufskolleg.

Das Grundstück, auf dem bislang die Hafenverwaltung stand, spielt dabei ebenso eine Rolle wie das Areal der Firma Knauf Interfer am Ostrand des Hafens. Im Frühjahr nächsten Jahres werden hier an der riesigen Werkshalle die Abrissbagger anrücken, kündigt Hafen-Chef Uwe Büscher an.

Dieser Teil der alten Knauff-Werkshalle soll erhalten bleiben und zu einem Herzstück bei der Entwicklung der nördlichen Speicherstraße werden.

Dieser Teil der alten Knauff-Werkshalle soll erhalten bleiben und zu einem Herzstück bei der Entwicklung der nördlichen Speicherstraße werden. © Oliver Volmerich

Ein Teil der Halle soll allerdings erhalten bleiben und nach dem Konzept der Cobe-Planer mit Einbauten und offenen Plätzen ein Herzstück der neuen Speicherstraße werden.

So soll es an der alten Stahlhalle als Teil des Hafenquartiers nach dem Entwurf des Architekturbüros Cobe aussehen.

So soll es an der alten Stahlhalle als Teil des Hafenquartiers nach dem Entwurf des Architekturbüros Cobe aussehen. © Cobe

Insgesamt bietet der nördliche Teil der Speicherstraße gut 13 Hektar Entwicklungsfläche. Zusätzlich zu den bestehenden rund 5000 meist industriell geprägten Arbeitsplätzen im Kern-Hafen sollen im „Digitalhafen“ 5000 weitere Jobs entstehen, wünscht sich Oberbürgermeister Ullrich Sierau. „Das ist ein Stück Hafenerweiterung von Feinsten.“

Erster Neubau entsteht

Während an der nördlichen Speicherstraße noch abgerissen wird, wird am südlichen Teilstück schon Neues gebaut. Direkt am Santa-Monika-Anleger wächst das sechsgeschossige Bürogebäude „Leuchtturm“ in die Höhe.

Der „Leuchturm“ ist der erste Büroneubau an der Speicherstraße. Die Bauarbeiten direkt gegenüber vom Alten Hafenamt laufen.

Der „Leuchturm“ ist der erste Büroneubau an der Speicherstraße. Die Bauarbeiten direkt gegenüber vom Alten Hafenamt laufen. © Oliver Volmerich

Weitere Bausteine der Entwicklung sind in alten Speichergebäuden direkt am Ufer der Lensing Media Port und das Hafenforum mit Gründerzentrum, für die die Planungen laufen. Direkt gegenüber entstehen ein Neubau für die Akademie für Theater und Digitalität und in einem alten Fuhrmanns-Gebäude das Sozialprojekt „Heimathafen“.

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Noch unklar ist, was aus dem benachbarten Areal am Süd-Ende der Speicherstraße wird. Der Komplex aus drei Bauten soll ebenfalls vermarktet werden. Dazu startet im Herbst - ähnlich wie zuvor für die alten Speichergebäude am Ufer - ein Interessenbekundungs-Verfahren, kündigt Wirtschaftsförderungs-Chef Thomas Westphal an.

Der alte Gebäudekomplex am Süd-Ende der Speicherstraße steht ebenfalls zum Verkauf.

Der alte Gebäudekomplex am Süd-Ende der Speicherstraße steht ebenfalls zum Verkauf. © Oliver Volmerich

Ein Erhalten aller oder einzelner Gebäude sei ebenso denkbar wie ein Abriss mit anschließender Neu-Bebauung. Und auch hier gelte für die erhofften Angebote: Es geht nicht nur um den Preis, sondern vor allem um das Nutzungskonzept, betont Westphal.

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Im Herbst beginnt auch der Straßen-Umbau in der südlichen Speicherstraße. Mit Städtebau-Fördermitteln entstehen eine neue Ufer-Promenade und ein kleiner Park am Santa-Monika-Anleger. Und auch das Kopfsteinpflaster als Straßenbelag kehrt zurück, kündigt Sierau an. Einen Ehrenplatz am Ufer bekommen die denkmalgeschützten Hafen-Portalkräne. Ein wenig Traditionspflege soll es halt auch im „Digitalhafen“ geben.

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