Bülent Kara ist zurzeit in der Türkei und war auch in einer besonders betroffenen Region. Dieses Bild wurde zu ruhigeren Zeiten aufgenommen. © privat
Waldbrände im Mittelmeerraum

Dortmunder in der Türkei: „So hautnah habe ich die Waldbrände noch nie erlebt“

Der Dortmunder Bülent Kara ist aktuell in der Türkei und war in der von starken Waldbränden betroffenen Provinz Antalya. Gerade die Situation der Menschen vor Ort macht ihn traurig.

Es sei einfach nur „katastrophal“, sagt der Dortmunder Bülent Kara. Er ist gerade mit seiner Familie in der Türkei, wo seit Tagen heftige Waldbrände wüten. Die Hitzewelle im Mittelmeerraum hält weiter an und damit auch die Brände in der Region, die von starken Winden immer wieder angefacht werden.

Kara ist froh, dass er die Region schnell wieder verlassen hat. Er war mit seiner Familie in der als Urlaubsort beliebten Stadt Side an der türkischen Riviera, als die ersten Brände ausbrachen. Einen Tag später reiste Kara ab, weiter nach Izmir. Dies sei aber ohnehin geplant gewesen, sagt der 45-Jährige.

Tausende Einsatzkräfte sind im Einsatz

Die Nachbarstadt Manavgat haben sie mittlerweile erreicht. Beide Städte liegen in der besonders betroffenen Provinz Antalya, die auch bei Touristen beliebt ist. In der Türkei sind tausende Einsatzkräfte gegen die Flammen im Einsatz.

Das Satellitenbild zeigt einen Waldbrand in Manavgat. An der Mittelmeerküste der Türkei – eigentlich um die Jahreszeit Urlaubsparadies für einheimische wie ausländische Touristen – wüten seit Tagen verheerende Brände.
Das Satellitenbild zeigt einen Waldbrand in Manavgat. An der Mittelmeerküste der Türkei – eigentlich um die Jahreszeit Urlaubsparadies für einheimische wie ausländische Touristen – wüten seit Tagen verheerende Brände. © picture alliance/dpa/Planet Labs Inc. © picture alliance/dpa/Planet Labs Inc.

Es hatte sich schon angedroht, als Kara noch in der besonders betroffenen Region war. Schwarze Rauchwolken hätten noch weiter entfernt am Himmel gestanden. „Die Mitarbeiter in den Hotels waren besorgt, als wir noch vor Ort waren. Wir sollten die Klimaanlagen nicht einschalten, um das Stromnetz nicht zusätzlich zu belasten“, erzählt der Dortmunder.

Wie der Deutschlandfunk berichtet, sei es in einigen Regionen bereits zu Stromausfällen gekommen. Erste Hotels in der Region seien bereits evakuiert worden, als er noch in Side war, sagt Kara.

„Bei den hohen Temperaturen ist alles staubtrocken, da breiten sich die Flammen blitzschnell aus“, sagt Kara. Seit Tagen herrschen in der Türkei und im Mittelmeerraum Temperaturen von über 40 Grad. „Das kann dann plötzlich an einigen Stellen gleichzeitig losgehen.“

„Häuser, Menschen und Tiere werden einfach ausgelöscht“

„Das ist alles wirklich sehr traurig. Durch die Brände werden ganze Existenzen ausgelöscht. Häuser, Menschen und Tiere werden einfach ausgelöscht“, erzählt Kara. Viele kleine Dörfer würden wegen der hohen Temperaturen in Wäldern gebaut. Sie fallen den Flammen nun mit als Erstes zum Opfer. Mindestens acht Menschen sind gestorben.

Feuerwehrleute versuchen einen sich ausbreitenden Brand zu löschen. In der Türkei kämpfen Tausende Einsatzkräfte seit Tagen gegen Wald- und Buschbrände in der Mittelmeerregion.
Feuerwehrleute versuchen einen sich ausbreitenden Brand zu löschen. In der Türkei kämpfen Tausende Einsatzkräfte seit Tagen gegen Wald- und Buschbrände in der Mittelmeerregion. © picture alliance/dpa/IHA/AP © picture alliance/dpa/IHA/AP

„Waldbrände gab es auch in der Türkei immer wieder“, erzählt Kara, „aber in diesem Ausmaß schon lange nicht mehr“. Auch Experten in der Türkei bezeichnen die Feuer als die schlimmsten seit zehn Jahren. „So hautnah habe ich das noch nie erlebt. Das ist schon beängstigend. In dem Ausmaß hat hier auch niemand damit gerechnet. Die Flammen sind nur schwer unter Kontrolle zu bekommen“, sagt Kara. Mehrere Länder unterstützen die Türkei bei der Bekämpfung der Feuer.

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Lukas Wittland

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